Box Office Die Lego-Invasion geht weiter

Die Zeiten, in denen am Valentinstag fast ausnahmslos romantische Komödien geschaut wurden, sind vorbei - zumindest in den USA. Dort avancieren ausgerechnet die Abenteuer der kleinen gelben Lego-Männchen zum zweiterfolgreichsten Turtel-Wochenend-Film aller Zeiten.

Szene aus "The Lego Movie": Auch am Valentinstag erfolgreich
AP/ Warner Bros.

Szene aus "The Lego Movie": Auch am Valentinstag erfolgreich


USA

1. Gewinner der Woche

Da kämpft eine gelbe Plastikfigur gegen einen Bösewicht, der droht, alle Bauklötze mit einer Superwaffe zusammenzukleben - und ganz Nordamerika schaut zu: "The Lego Movie" verteidigt auch am verlängerten Valentinstagswochenende den ersten Platz in den US-amerikanischen Kinocharts. Zwischen Freitag und Sonntag spielte die 3-D-Produktion von Warner Brothers und dem dänischen Bausteinhersteller knapp 48,8 Millionen Dollar ein. Der Geburtstag von George Washington - ein nationaler Feiertag - könnte am Montag weiteres Geld in die Kassen spülen; insgesamt könnte der Überraschungs-Blockbuster zu Beginn der Arbeitswoche bei 140 Millionen Dollar Einspiel liegen - und wäre damit laut "Blickpunkt:Film" der erfolgreichste in diesem Jahr gestartete Titel.

Zwar bleiben die gelben Männchen damit unangefochtene Spitzenreiter - ein Achtziger-Jahre-Remake holt jedoch auf. "About Last Night" landete mit Einnahmen von 27 Millionen Dollar auf Platz zwei der US-Kinocharts. Die Geschichte von zwei mehr oder weniger verliebten Paaren in Chicago war 1986 ursprünglich mit Demi Moore und Rob Lowe besetzt. Sie lief damals in deutschen Kinos unter dem Titel "Nochmal so wie letzte Nacht". Die "New York Times" beurteilte die neue Version mit Kevin Hart und Regina Hall in den Hauptrollen als "liebenswertes, verrücktes und teils recht vulgäres Konfekt zum Valentinstag". Andere waren kritischer.

2. Verlierer der Woche

Kein wirklicher Verlierer-Verlierer, aber immerhin hinter den Erwartungen: Akiva Goldsmans "Winter's Tale" legte an diesem Kinowochenende einen Fehlstart hin - trotz Starbesetzung, bestehend aus Colin Farrell, Will Smith und Russell Crowe. Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von 1983 landete auf Platz sieben und spielte bislang nur 8,5 Millionen Dollar ein.

3. Zahl der Woche

Hier die Zahl: zwei. Viel drängender aber ist die Frage dahinter: Was ist so romantisch an einem Film über Lego-Figuren? Die Klötzchengeschichte jedenfalls ist der zweiterfolgreichste Film an einem Valentinstagswochenende, meldet der "Hollywood Reporter". Davor steht nur noch die Romantikkomödie zum Thema: "Valentine's Day" von 2010.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Matthias Schweighöfer wird in seinem neuen Film "Vaterfreuden" von einem bissigen Frettchen entmannt. So richtig romantisch hört sich das nicht an - dennoch ließen sich die Besucher in Deutschland am Valentinstagswochenende nicht vom Kinobesuch abhalten. Die Komödie von und mit Schweighöfer konnte mit 440.000 Zuschauern und 3,5 Millionen Euro Einspiel seinen ersten Platz an der Spitze der deutschen Kino-Charts verteidigen. Insgesamt haben sich schon mehr als 1,15 Millionen Besucher den Frettchen-Tumult angesehen - damit schlägt "Vaterfreuden" laut "Blickpunkt:Film" Schweighöfers Vorgänger "Schlussmacher".

Das Drama "American Hustle" - bei der diesjährigen Oscarverleihung für zehn Trophäen nominiert - legte als bester Neustart einen guten Auftakt hin. Die Geschichte um einen amerikanischen Trickbetrüger mit Christian Bale in der Hauptrolle landete mit knapp 200.000 Besuchern und einem Einspiel von 1,5 Millionen Euro auf dem zweiten Platz.

2. Verlierer der Woche

Der eine gewinnt, ein anderer verliert: Dank Neueinsteiger "American Hustle" rutschte die Finanzwelt-Satire "Wolf of Wall Street" auf Rang drei ab. Trotzdem zog der Film auch am fünften Wochenende noch 150.000 Zuschauer an, brachte 1,4 Millionen Euro ein - und ist längst der erfolgreichste Film in der Karriere von Martin Scorsese.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Gerade noch in die Top 20 rutschte der österreichische Alpenwestern "Das finstere Tal" mit Sam Riley, der bei seinem Start 20.000 Besucher anlockte und damit 150.000 Euro Einspiel holen konnte. In der Bestseller-Verfilmung befreit ein amerikanischer Held ein düsteres Alpendorf von der Herrschaft eines Tyrannen - großartiges Genrekino.

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