Box Office Blutsauger ohne Biss

Das US-Feiertagswochenende war wohl nicht der beste Starttermin für den neuesten Film der "Twilight"-Saga: "Eclipse" kann vorerst nicht an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen. In Deutschland entthront "Shrek 4" die Ladys aus "Sex and the City 2".

Szene aus "Eclipse": Kristen Stewart und Robert Pattinson knutschen sich an die Chartspitze
Concorde

Szene aus "Eclipse": Kristen Stewart und Robert Pattinson knutschen sich an die Chartspitze


Hamburg/Los Angeles - Beißhemmungen in den US-Kinocharts: "The Twilight Saga: Eclipse" (deutscher Titel: "Eclipse - Biss zum Abendrot"), spielte laut Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" am ersten Wochenende 69 Millionen Dollar ein. Der dritte Teil der Vampir-Reihe, diesmal unter der Regie von David Slade ("30 Days of Night"), bleibt damit weit hinter den Erwartungen zurück. 69 Millionen, das ist in etwa das Niveau des ersten Films, der 2008 noch völlig überraschend mit 70 Millionen Umsatz anlief. Vom äußerst erfolgreichen Vorgänger, "New Moon", ist "Eclipse" allerdings weit entfernt: Der spielte im vergangenen Jahr mit 140 Millionen Dollar das dritterfolgreichste Startwochenende der US-Kinogeschichte ein.

Hat Amerika sich sattgesehen an der Adaption von Stephenie Meyers "Bis(s)"-Bestsellern? Wahrscheinlicher ist, dass die Kinogänger am Wochenende des Unabhängigkeitstages (4. Juli) dank des guten Wetters anderes im Sinn hatten als ins Kino zu gehen. Einschließlich Mittwoch und Donnerstag sieht das Ergebnis für "Eclipse" dann auch schon weniger mau aus: 161 Millionen - einer der besten Fünf-Tage-Starts aller Zeiten. Und einen Rekord gibt es auch: für den besten Mittwochstart (68,5 Millionen Dollar).

Deutlich über den Erwartungen lag zum Auftakt der neue Film des zuletzt glücklosen Regisseurs M. Night Shyamalan ("The Happening"): "The Last Airbender" (deutscher Titel: "Die Legende von Aang"). Die Comic-Adaption mit Dev Patel, Hauptdarsteller in "Slumdog Millionär", spielte 40,7 Millionen Dollar ein.

"Toy Story 3" brachte noch einmal 30,2 Millionen Dollar in die Kassen und muss sich mit dem dritten Rang bemühen. Ein mehr als kleiner Trost: Die animierten Spielzeugfiguren stehen jetzt bereits kurz davor, die 300-Millionen-Dollar-Hürde zu nehmen. Die Adam-Sandler-Komödie "Grown Ups" (deutscher Titel: "Kindsköpfe") setzte 18,5 Millionen Dollar in 3534 Kinos um. "Knight and Day" mit Tom Cruise und Cameron Diaz schnitt in seiner zweiten Woche sogar noch katastrophaler ab als zum Start; mit gerade mal 10,2 Millionen Dollar Umsatz ist der Actionfilm das traurige Schlusslicht der amerikanischen Top fünf.

Shrektastisches Wochenende

In den deutschen Charts hatte es das vierte Oger-Abenteuer angesichts mangelnder Kinokonkurrenz, Fußball und herrlichstem Sommerwetter sehr leicht. Und das, obwohl "Für immer Shrek" mit geschätzten 400.000 Zuschauern laut "Blickpunkt:Film" das schwächste Ergebnis der Reihe einfuhr. Damit setzt der animierte Film aus dem Hause DreamWorks den Trend aus den USA fort, denn auch dort konnte er etwa seinem Vorgänger "Shrek der Dritte" nicht das Wasser reichen.

Den zweiten Platz teilen sich "Sex and the City 2" und die Kinderbuchverfilmung "Hanni & Nanni" mit jeweils etwa 40.000 verkauften Karten. Dahinter landete "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" mit 30.000 Kinogängern. Der britische Tanzfilm "Streetdance 3D" beschließt die Top fünf mit einem Ergebnis unterhalb der 20.000-Besucher-Marke.

Den anderen Neustarts außer "Shrek" brachte das Wochenende kein Glück: Weder "Women without Men", das Spielfilmdebüt der exil-iranischen Künstlerin Shirin Neshat, noch Rebecca Millers Frauendrama "Pippa Lee" oder Shahrukh Khans Amerika-Odyssee "My Name Is Khan" schafften es unter die ersten Zehn.

Korrekturhinweis: Hier hat sich ein Fehler eingeschlichen. Chris Weitz führte Regie beim zweiten "Twilight"-Film, "New Moon"; bei "Eclipse" saß David Slade auf dem Stuhl.

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