Box Office Dicke Frau, fetter Umsatz

Die Fortsetzung der Komödie "Big Momma's House" mit dem Komiker Martin Lawrence als füllige Dame hat am Wochenende die amerikanischen Charts erobert. Deutsche Kinogänger hielten sich lieber an ein kleines Küken.


New York - Nach den Horrorpartien der vergangenen Wochen regiert nun wieder das Familienkino in den amerikanischen Box-Office-Charts: "Big Momma's Haus 2", die Fortsetzung der vor sechs Jahren höchst erfolgreichen Familienkomödie mit Martin Lawrence in der Hauptrolle, setzte von Freitag bis Sonntag 28 Millionen Dollar um, laut amerikanischen Medienberichten das zweitbeste Einspielergebnis eines Neustarts im Januar hinter der Special Edition von "Star Wars", die 1997 ins Kino kam und auf Anhieb 35,9 Millionen Dollar umsetzte.

Schauspieler Lawrence in "Big Momma's House 2": Erfolg als fette Supernanny

Schauspieler Lawrence in "Big Momma's House 2": Erfolg als fette Supernanny

Der Schauspieler und Komiker Lawrence spielt in "Big Momma's House 2" erneut einen FBI-Agenten, der sich als sehr füllige Supernanny tarnt, um eine Mordverdächtige zu beschatten. Der Film läuft in Deutschland am 13. April an.

Auf Platz zwei schaffte es die ebenfalls neu gestartete britische Produktion "Nanny McPhee" ("Eine zauberhafte Nanny") mit Emma Thompson in der Titelrolle. Die englische Charakterdarstellerin ("Howard's End") schrieb auch das Drehbuch für den Kinderfilm. Als zaubernde Nanny McPhee ist die Oscar-Gewinnerin mit Knollennase, Warzen und vorstehendem Zähnen kaum zu erkennen. Der Film, der in Großbritannien bereits 15 Millionen Pfund umsetzte, brachte am Wochenende 14 Millionen Dollar in die US-Kinokassen. Deutscher Start ist an diesem Donnerstag.

An dritter Stelle folgte der Spitzenreiter der vergangenen Woche, der Vampirfilm "Underworld: Evolution", der in seiner zweiten Woche rund 59 Prozent des Vorwochen-Umsatzes einbüßte und nur noch mit 11 Millionen Dollar zu Buche schlägt.

Platz vier belegt ebenfalls ein Neustart: Das von Disney produzierte Navy-Drama "Annapolis" setzte 7,7 Millionen Dollar um. Rang fünf ging an das Animations-Märchen "Hoodwinked" mit 7,4 Millionen Dollar. Neu unter den Top Ten ist auch die Krimisatire "The Matador" (rund vier Millionen Dollar Umsatz), in der Pierce Brosnan einen in die Jahre gekommenen Auftragskiller spielt.

In Deutschland setzte sich derweil wie erwartet der mit 758 Kopien gestartete Animationsfilm "Himmel und Huhn" ("Chicken Little") mit dem bislang besten Startergebnis des Jahres an die Spitze der deutschen Kinocharts.

Auf Platz zwei folgt Steven Spielbergs mit 384 Kopien angelaufener Politthriller "München", der laut "Blickpunkt: Film" mit rund 175.000 Besuchern den schwächsten Start eines Spielberg-Films seit "Amistad" (1998) hatte. Platz drei ging an den Vorwochenspitzenreiter "Couchgeflüster", der sich mit etwa 155.000 Zuschauern behauptete und "Die Geisha" auf Distanz hielt, die noch einmal ungefähr 120.000 Kinogänger anlockte. Die Top fünf werden von "Herr der Diebe" abgeschlossen, der noch einmal knapp 75.000 Besucher lockte.

In die Top Ten schaffte es mit dem Horrorfilm "The Dark" (102 Startkopien) ein weiterer Neustart (40.000 Zuschauer, Platz zehn). An der Top-Ten-Hürde scheiterte indes Peter Thorwarths "Goldene Zeiten" (153 Startkopien), der mit ungefähr 30.000 Besuchern Platz 14 belegte. Michael Hanekes "Caché" kam mit 59 Kopien auf knapp 30.000 Besucher; der türkische Kino-Erfolg "Keloglan gegen den schwarzen Prinzen" lockte bei 41 Kopien rund 25.000 Besucher.

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lejuge, 15.12.2005
1. Es ist schlimm ...
---Zitat von sysop--- Einer der teuersten Filme aller Zeiten lief an: Regisseur Peter Jacksons Mega-Unternehmen "King Kong" soll Maßstäbe setzen. Wie hat Ihnen die aktuelle Version des Monster-Stoffes gefallen? ---Zitatende--- ... dass die europäische Filme im Weihnachtszeiten von den Kinosälen vertrieben werden.
Mirrior 15.12.2005
2. Überraschend gut...
Mit gemässigten Erwartungen schaute ich den Film und muss zugeben, dass ich doch recht positiv überrascht war. Zwar darf man von dem Remake keine spektakulären Neuerungen erwarten, doch die Spezialeffekte waren beeindruckend. Auch wenn die Logik zuweilen böse auf der Strecke bleibt, so handelt es sich bei dem Film ja auch um "Popcornkino" und nicht um eine Naturdokumentation. Da darf dann auch die Hauptdarstellerin (im dünnen Abendkleid) durch das verschneite New York der dreissiger Jahre laufen, ohne dass ihr auch nur etwas kühl an den Schultern wird :-) Dennoch ist der Film unterhaltsam und sehenswert (nach meiner subjektiven Meinung)
georgeskoch, 15.12.2005
3. Überflüssiges Remake
Ein weiterer Beweis, dass der Filmindustrie die Ideen ausgehen. Ich verstehe auch nicht wieso sich die Medien, der Spiegel eingeschlossen,an diesem Film so hochziehen. Diese neue Version kann meiner Meinung nach niemals Kultstatus erreichen, den der alte Film bereits erlangt hat. Wir kennen inzwischen diese Computeranimationen in- und auswendig. Sie tragen einen Grossteil zur Langweile bei, die Hollywood verbreitet. Ich bin für jeden gut gemachten Film dankbar, der auf diesen Technik-Quatsch verzichtet.
HussVomBosporus, 15.12.2005
4.
---Zitat von georgeskoch--- Ich bin für jeden gut gemachten Film dankbar, der auf diesen Technik-Quatsch verzichtet. ---Zitatende--- Dem kann ich nur zustimmen. Computergraphik-Effekte sind nicht alles. Als ich im Kino "Stealth" gesehen habe, bin ich einige Male eingeschlafen und habe davon geträumt wie es denn wäre wenn ich auf meine Freundin gehört hätte und wir "Melinda & Melinda" geguckt hätten. Super-Effekte. Geile Explosion... aber ja und? Wen juckt das wenn die Geschichte nicht stimmt. Jedoch stört es mich nicht wenn die Effekte als Mittel zum Zweck benutzt werden, wie es zum Beispiel bei "Kung Fu Hustle" der Fall war. Da haben die Effekte Sinn ergeben. Gestern habe ich "King Kong" im Cinedom in Köln gesehen. Also echt klasse Film und er kann auch mit dem Original mithalten. Damals waren die Effekte ja auch revolutionär und ich denke, dass man über die Animation des Riesengorillas das gleiche sagen kann. Was mich jedoch stört ist was Kollege lejuge schon vorher schrieb. Filme aus anderen ländern werden vertrieben. Ich konnte meinen Augen nicht glauben, als ich sah, dass "King Kong" im Cinedom in etwa 8 von den 15 Kinosäälen lief. Da wundert es mich nicht, dass sich weder in Köln noch in Bonn ein einziges Kino finden lässt, in welchem der französische Film "Le Grand Voyage" ("Die große Reise") läuft, welcher offiziell am 24.11.2005 angelaufen sein sollte. Was bleibt da einem anderes übrig als sich den Film woandersher zu besorgen. Der Film war dann aber auch so, dass ich mir die DVD kaufen werde, was ich aber bei "King Kong" nicht behaupten kann. Auch ist mir das asiatische Kino zu wenig vertreten. Brilliante Filme wie "Ke Ke Xi Li" läuft in Köln in bloß einem Kino mit einer einzigen Vorstellung pro Tag. Gerne hätte ich mir gewünscht, dass so großartige Filme wie die "Infernal Affairs"-Trilogie im Kino gelaufen wäre. "Kung Fu Hustle" war ja ganz nett, aber muss man sich Asiakino immer nur auf Kung Fu und Jackie-Chan-Filme zurückgreifen. Ich halte Jackie Chan für einen großen Meister des Unterhaltungskino, aber es gibt so großartige Dramen aus Asien, die hier leider extrem vernachlässigt werden und wenn überhaupt mal auf DVD erscheinen.
mitglied, 15.12.2005
5. Hallo Hollywood, es gibt auch noch mehr Geschichten
Ich bin ja dafuer, dass massiv High Tech verwendet wird. Vermutlich werde ich den Film auch schauen, nur deswegen. Aber eine Story wird nicht besser, wenn man sie zweimal erzaehlt. Diese ist sooo was von kitschig, dass sie fast schon wieder gut ist. An Peter Jacksons stelle hätte ich aber doch lieber an einem eigenen Kult gearbeitet anstatt alte Kloesse aufzuwaermen. Deckel zu, Affe tot.
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