Box Office Drei Engel mit gestutzten Flügeln

Die Fortsetzung des Action-Spektakels "Drei Engel für Charlie" konnte am Wochenende zwar den ersten Platz der amerikanischen Kinocharts erobern, spielte aber weniger ein als erwartet. Der auf den zweiten Platz verdrängte Comic-Held "Hulk" musste eine Umsatzeinbuße von 70 Prozent gegenüber der Vorwoche verkraften.


"Drei Engel für Charlie - Volle Power": Mäßiger Start für das Action-Sequel
REUTERS

"Drei Engel für Charlie - Volle Power": Mäßiger Start für das Action-Sequel

Los Angeles/Hamburg - Anscheinend war es kein Wochenende, an dem die Amerikaner gerne ins Kino gingen. Während "Terminator 3" und die Fortsetzung der Erfolgskomödie "Legally Blonde", die beide in der kommenden Woche in Nordamerika anlaufen, bereits ihre Schatten voraus werfen, mussten sich "Charlie's Angels" mit ihrem zweiten Kino-Abenteuer mit einem unspektakulären Start begnügen. "Drei Engel für Charlie - Volle Power" (Deutschland-Start am 10. Juli) setzte sich zwar auf den ersten Platz der Box-Office-Charts, spielte aber nur magere 38 Millionen Dollar ein. Der erste Film um die drei lustigen Agentinnen, gespielt von Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore, war vor drei Jahren mit einem Umsatz von 40 Millionen Dollar gestartet.

Der schwache Einstand der Engel lag wohl nicht an der Qualität der Action-Komödie (Regie: McG), sondern vielmehr an einem generellen Rückgang der Ticket-Verkäufe, die von einer Woche auf die andere um 22 Prozent sanken. Da nützte Charlies Engeln auch die massive Medienkampagne, die seit Wochen durch die amerikanischen Medien gehetzt wird, nichts mehr. US-Medien spekulieren gar, ob der um die Engel-Fortsetzung kreierte Hype nicht gar überreizt worden ist.

Doch auch der Spitzenreiter der vergangenen Woche, Ang Lees Comic-Verfilmung "Hulk", musste einen Rückschlag einstecken. Der von der Kritik misstrauisch betrachtete Film (Deutschland-Start am 3. Juli) verlor an seinem zweiten Wochenende beispiellose 70 Prozent seines Start-Umsatzes von 62,1 Millionen Dollar und landete mit 18,4 Millionen Dollar auf dem zweiten Platz der Charts. "Hulk" spielte in den ersten zehn Tagen "nur" 100,2 Millionen Dollar ein, ob die geschätzten Produktionskosten von 150 Millionen Dollar am Ende gedeckt sein werden, wird zumindest von US-Medien bezweifelt.

Britischer Seuchen-Thriller "28 Days Later": Guter Start dank verstörender TV-Spots
20th Century Fox

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Auf dem dritten Platz rangiert der Anwärter auf den bisher erfolgreichsten Film: Disney Trick-Abenteuer "Findet Nemo" setzte in der vierten Woche noch einmal 13,9 Millionen Dollar um und kommt nun auf ein Gesamt-Einspielergebnis von 253,9 Millionen Dollar - nur 15 Millionen hinter dem bisher erfolgreichsten US-Film des Jahres, dem Action-Spektakel "Matrix Reloaded". In den nächsten zwei Wochen könnten die niedlichen Unterwasser-Wesen diesen Konkurrenten hinter sich gelassen haben.

Platz vier ging an den neu gestarteten Seuchen-Thriller "28 Days Later". Ein eindrucksvoller Start für einen britischen Film, der in den USA nur auf 1250 Leinwänden gezeigt wurde. 9,7 Millionen Dollar setzte der Zombie-Film von "Trainspotting"-Regisseur Danny Boyle um - offenbar hatten einige verstörende TV-Spots, die in den vergangenen Wochen als Werbetrailer im US-Fernsehen liefen, ihre Wirkung gezeigt. Möglich auch, dass sich viele jüngere männliche Kinogänger eher für "28 Days Later" als für "Drei Engel für Charlie" entschieden haben.

Den fünften Platz belegt Jim Carrey mit seiner Komödie "Bruce Almighty", die in der fünften Woche noch einmal 6,2 Millionen Dollar umsetzte und damit auf ein Gesamt-Einspiel von 221,3 Millionen Dollar kommt.

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