Box Office: Echte Soldaten besiegen weibliche Stars

Rekrutenwerbung auf Platz eins der US-Kinocharts? Die Actionszenen in"Act Of Valor" stammen aus dem Training der Elite-Einheit Navy Seals. Jennifer Aniston und Amanda Seyfried mussten derweil Flops ihrer Filme hinnehmen. In Deutschland führt ein französischer Film - nein, es ist nicht "The Artist".

Fallschirmspringer im Navy-Seals-Film "Act Of Valor": 71 Prozent männliche Zuschauer Zur Großansicht
AP/ Relativity Media

Fallschirmspringer im Navy-Seals-Film "Act Of Valor": 71 Prozent männliche Zuschauer

Los Angeles/Hamburg - Die US-Navy hat die nordamerikanischen Kinokassen erobert: Mit 24,7 Millionen Dollar Umsatz aus den Ticketverkäufen hat der Actionfilm "Act Of Valor" mit großem Vorsprung den Sprung an die Spitze der Kinocharts geschafft.

Darüber dürfte sich auch das US-Militär freuen, denn das Filmprojekt wurde vom Pentagon angeschoben, wie die "Huffington Post" berichtete. In "Act Of Valor" sind neben einigen ziemlich unbekannten professionellen Schauspielern auch Mitglieder der Elite-Einheit Navy Seals zu sehen, die spätestens beim Einsatz gegen Osama Bin Laden weltweit bekannt wurde. Die Actionszenen des Films wurden beim Training der Spezialkräfte gefilmt.

Zu 71 Prozent männlich war das Publikum des Actionfilms, in dem eine Elite-Truppe während der Mission zur Befreiung eines verschleppten CIA-Agenten geplante Terror-Verschwörungen gegen die USA aufdeckt. Die Produktionsfirma Relativity Media hatte mit gleich vier Werbespots im Umfeld des Super Bowl für "Act Of Valor" geworben, berichtet der Branchendienst Box Office Mojo.

Dahinter schafft der afroamerikanische Kassenmagnet Tyler Perry mit "Good Deeds" den Sprung auf Platz zwei mit einem Einspiel von 16 Millionen Dollar. Perry schlüpft darin erstmals nicht in die Rolle der Großmutter Madea, sondern spielt einen Manager mit dominanter Mutter, den die Freundschaft zu einer Putzfrau zum Rebellieren animiert.

Wesentlich schwächer startete "Wanderlust", ein von Komödien-Profi Judd Apatow produzierter Film, in dem Jennifer Aniston und Paul Rudd ein gestresstes Paar aus Manhattan spielen, das in einer Kommune den Neuanfang sucht. Nur 6,6 Millionen Dollar an den Kinokassen bedeuten Platz acht in den Charts, während es Amanda Seyfried noch heftiger erwischte. Der Thriller "Gone", in dem sie einen Serienkiller sucht, der ihre Schwester entführt hat, kam auf den neunten Platz mit 5,0 Millionen Umsatz - und ist damit der bisher schwächste große Neustart des Jahres.

Insgesamt kann Hollywood aber mit dem Jahresstart 2012 weiter zufrieden sein: Das Wochenende war das achte in Folge, an dem eine bessere Kassenbilanz als im Vorjahr gezogen werden konnte. Auch dank sich stark behauptender Filme wie "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" mit Action-Star Dwayne Johnson (Rang drei mit 13,5 Millionen Dollar), Vorwochensieger "Safe House" (11,4 Millionen Dollar, Position vier) und die Romanze "Für immer Liebe" mit Rachel McAdams und Channing Tatum (10 Millionen Einnahmen auf Platz fünf).

Duell um Platz zwei in Deutschland

In der Oscar-Nacht räumte "The Artist" die Trophäen ab, an den deutschen Kinokassen dominiert aber ein anderer französischer Film: Mit 465.000 verkauften Tickets behauptet "Ziemlich beste Freunde" auch in der siebten Woche souverän die Spitze der deutschen Kinocharts. Insgesamt haben damit schon mehr als 5,5 Millionen Kinobesucher die französische Komödie gesehen, wie die Marktforscher von Media Control am Montag mitteilten.

Auf Platz zwei setzte sich der Agenten-Thriller "Safe House" mit 156.000 Besuchern von Donnerstag bis Sonntag, ganz knapp dahinter folgt "Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance" mit 154.000 Zuschauern. Platz vier ging an die 3-D-Version von "Star Wars: Episode 1", auch "Für immer Liebe" und "Yoko" erreichten noch sechsstellige Besucherzahlen. Der von der Kritik gelobte Film "Young Adult" verpasste hingegen mit 28.000 Zuschauern deutlich die Top Ten.

"The Artist" kam in Deutschland abgeschlagen auf nur 37.000 verkaufte Karten; in den USA kam der Stummfilm in seiner 14. Woche im Kino auf 3 Millionen Dollar Umsatz - doch der große Oscar-Marketing-Schwung wird sich wohl am nächsten Wochenende erst auswirken.

feb/dpa/AP/Reuters

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1. rtyu
sverris 27.02.2012
Alles schon gesehen. :) Die genannten franz. Filme sind ganz gut, auch der deutsche. Die amerikanischen so ziemlich alle eher schwach bis noch schlechter.
2.
BlakesWort 27.02.2012
"The Artist" ist ein großartiger Film, ohne Frage. Aber er richtet sich vor allem an ein Kino-affines Publikum. Filmwissenschaftler, Festival-Gänger, Filmnerds, Menschen die etwas Besonderes suchen. All die haben ihn sowieso bereits gesehen. So schön er in seiner Einfachheit ist, so wenig werden die berechtigten Oscars plötzlich zu Besuchermassen führen.
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