Box Office Matt Damon auf der Insel der Seligen

Vier neue Hochkaräter wetteiferten um die Gunst der US-Kinozuschauer. Doch trotz Konkurrenz von Jennifer Aniston, sprechenden Flugzeugen und einem Fantasy-Serienhelden gewann der Actionfilm "Elysium" mit Matt Damon. In Deutschland teilten sich "Die Schlümpfe" und der "Lone Ranger" das Feld auf.

Matt Damon als Max in "Elysium": Starker Start in den US-Kinos
Sony Pictures

Matt Damon als Max in "Elysium": Starker Start in den US-Kinos


USA

1. Gewinner der Woche

An den meisten Wochenenden achten die großen Filmstudios darauf, dass ihre wichtigsten Produktionen sich nicht in die Quere kommen. Doch diesmal gab es in den USA vier große, im ganzen Land in den Kinos platzierte Produktionen, die gleichzeitig anliefen. Klar, es war kein Mega-Film dabei, aber eine Konkurrenz, bei der Spannung herrschte, wer als Erstes durchs Ziel gehen würde.

Insofern ist der Gewinner der Woche natürlich die neue Nummer eins: "Elysium", der Science-Fiction-Actionfilm mit politischen Anklängen von dem südafrikanischen Regisseur Neill Blomkamp. 30,4 Millionen Dollar spielte der Film mit Matt Damon und Jodie Foster in den Hauptrollen ein - und blieb damit zurück hinter Blomkamps vorigem Film "District 9", der ohne große Stars 2009 37,4 Millionen Dollar umsetzte, wie das Fachblatt "Blickpunkt:Film" zu Bedenken gibt. Der Gewinner ist also auch ein bisschen ein Verlierer.

2. Verlierer der Woche

Und umgekehrt sind zumindest zwei der Verlierer in dem Vierkampf irgendwie auch Gewinner: "We're the Millers", eine Komödie mit dem "Saturday Night Live"-Komiker Jason Sudeikis als Drogendealer und Jennifer Aniston als Stripperin, kam mit 26,6 Millionen Dollar auf Platz zwei - doch mit den Einnahmen aus Previews seit Mittwoch sind es schon über 38 Millionen Umsatz, und das bei einem Film, der laut "Los Angeles Times" nur 37 Millionen Dollar in der Herstellung kostete.

Dass mit "Planes" eine Art Spin-off des Kindergartenjungsklassikers "Cars" nur auf Platz drei kommt, klingt erst mal auch eher enttäuschend. Doch der Animationsfilm über sprechende Flugzeuge wurde ohne Zutun des Pixar-Studios für nur 50 Millionen Dollar gemacht und sollte eigentlich direkt auf DVD erscheinen. Der kurzfristig entschiedene Kinostart brachte dann doch immerhin 22,5 Millionen Dollar ein.

Nur bei "Percy Jackson: Sea of Monsters" ist nichts schönzureden: Platz vier mit 14,6 Millionen Dollar Einspiel sind eines Fantasy-Helden nicht würdig, der vor dreieinhalb Jahren zum Start des ersten Films nach den Büchern von Rick Riordan als potentieller Harry-Potter-Nachfolger gehandelt wurde.

3. Zahl der Woche

502,6 Millionen Dollar weltweit - das ist kein schlechtes Ergebnis für eine Chaos-Produktion. Als solche wurde nämlich "World War Z" nach den Dreharbeiten gehandelt. Doch die neuesten Zahlen bedeuten, dass das Zombie-Spektakel jetzt der umsatzstärkste Film in der illustren Karriere des Hauptdarstellers Brad Pitt ist, noch vor "Troja". Natürlich sind bei solchen Zahlen immer Inflationseffekte zu beachten, aber eindrucksvoll ist es doch. Auch in den USA ist "World War Z" mit bisher 197 Millionen Dollar Pitts größter Erfolg - hier vor "Mr. & Mrs. Smith", in dem er 2005 an der Seite von Angelina Jolie spielte.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

In Deutschland war es ganz eng: Äußerst knapp verteidigte "Die Schlümpfe 2" die Spitzenstellung in den Kinocharts. 319.000 Besucher meldet Media Control für die kleinen blauen Wesen, während das Western-Spektakel "Lone Ranger" mit 312.000 verkauften Tickets für Johnny Depp und Co. in die Kinos startete. Bei einem so knappen Ausgang wollen sich die Marktforscher auch nicht endgültig festlegen und weisen darauf hin, dass es sich hierbei um vorläufige Zahlen handelt.

2. Verlierer der Woche

"Ich - einfach unverbesserlich 2", "Kindsköpfe 2", "Wolverine" - all diese schon länger in den Kinos laufenden Filme fanden mehr Zuschauer als der Neustart "Das ist das Ende" von Seth Rogen, dessen Weltuntergangskomödie 95.000 Kinogänger sehen wollten - Platz sechs in den Charts.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Jeweils rund 17.000 Tickets wurden verkauft für zwei Leckerbissen im Kinoprogramm. Doch während das für das chilenische Drama "Gloria" ein sehr ordentliches Ergebnis ist, kann Starregisseur Danny Boyle für den Hypnosethriller "Trance - Gefährliche Erinnerung" damit eigentlich kaum zufrieden sein - schließlich startete er mit mehr als doppelt so vielen Kopien wie "Gloria".

feb

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
xcver 12.08.2013
1. Omg
Fantastisch das sich in Deutschland so hochwertige Produktionen wie die Schlümpfe 2 sogar auf Platz 1 halten können.
taffy-61 12.08.2013
2. Trance
"Trance" ist ok, aber kein wirklicher Leckerbissen... als Danny Boyle-Fan ich hätte (weit) mehr erwartet.
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