Box Office "Gravity" entschwebt allen

Clooney und Bullock ganz allein im All. Das wollen alle sehen. Sowohl in Deutschland als auch in Amerika schoss das Science-Fiction-Drama "Gravity" an die Chartspitze - in den USA sogar mit einem Rekordergebnis. Der Lauda-Film "Rush - Alles für den Sieg" muss hingegen an die Box.

Warner Bros.

USA

1. Gewinner der Woche

Eindeutig "Gravity". Bullock, Clooney, Drama, Weltall, Kritikerlob - Das dürften die Elemente sein, die dem Weltraumthriller zu seinem Spitzenerfolg am ersten Wochenende verhalfen. 55 Millionen Dollar spülte der Film in Nordamerikas Kinokassen. Das ist mehr, als je zuvor ein Film im Monat Oktober geschafft hat.

Auch die beiden Hauptdarsteller dürfen sich freuen: Das Ergebnis des Startwochenendes stellt alle ihre bisherigen Leinwanderfolge weit in den Schatten.

Der Film, bei dem Sandra Bullock und George Clooney ohne Kontakt zur Erde im All um ihr Überleben kämpfen, gilt schon jetzt vielen als neuer Science-Fiction-Klassiker. Schon vor dem Start überschüttete die Kritik den Film mit Lob. Auf diversen Festivals wurde er begeistert beklatscht. Schon allein die grandiosen 3D-Bilder sowie der satte Sound machen den Film zu einem einzigartigen Erlebnis.

Regisseur Alfonso Cuarón wollte "pures Kino" schaffen. Anders als andere Hollywood-Regisseure wolle der Mexikaner Filme machen, die auch stumm wirken, in denen die Schauspieler dem Zuschauer nicht alles erzählen.

Weiter erfolgreich ist auch der frikadellenhaltige Animationsfilm "Cloudy With a Chance of Meatballs 2". Das Team von Sony Animation kann sich über ein Einspielergebnis von 21,5 Millionen Dollar freuen.

2. Verlierer der Woche

Rush, Rush, ins Körbchen! Das Lauda-Drama "Rush - Alles für den Sieg" halbierte seine Einnahmen im Vergleich zur Vorwoche. Mit 4,4 Millionen Dollar fuhr der Formel-1-Historienfilm mit Daniel Brühl und Chris Hemsworth zwar immer noch auf Platz fünf der nordamerikanischen Charts, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Der Film war beim Festival von Toronto sehr gut beim Publikum angekommen, deshalb dürften die Produzenten hoffen, dass es sich bei den schlechten Zahlen nur um einen Boxenstopp handelt.

Offenbar hat Regisseur Brad Furmann die Poker-Leidenschaft seiner Mitbürger überschätzt. Das Zockerdrama "Runner Runner" mit Ben Affleck und Justin Timberlake startete mit bescheidenen 7,6 Millionen Dollar Umsatz und landete damit auf Platz drei.

3. Zahl der Woche

In 3150 Kinos startete Warner Brothers "Gravity" in Nordamerika in der 3-D-Version. Nur in 425 Kinos lief er in 2D an. Ganz schön mutig angesichts der oft bemängelten 3-D-Müdigkeit der Amerikaner.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Auch in Deutschland schoss "Gravity" auf Platz eins und (fast) alle Konkurrenten ins All. 255.000 Besucher sahen sich das Science-Fiction-Drama am Startwochenende an. Es fuhr damit souveräne 2,57 Millionen Euro ein.

Ein nahezu ebenso großes Publikum - wenn auch wahrscheinlich ganz anders strukturiert - fand der ebenfalls neu gestartete Familien-Animationsfilm "Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum". 252.000 große und kleine Zuschauer wollten der Geschichte um die kleine Weinbergschnecke Turbo und ihrer Verwandlung zur PS-starken Rennschnecke beiwohnen. Umsatz: 1,85 Millionen Euro.

"Rush - Alles für den Sieg" stößt in Deutschland auf größeres Interesse. 138.000 Besucher wollten das Drama um Niki Lauda und James Hunt sehen. Platz drei.

2. Verlierer der Woche

Auch in der zweiten Woche konnte Til Schweigers erster Animationsfilm "Keinohrhase und Zweiohrküken" nicht überzeugen. Zwar lockte der Film mit 62.000 mehr Zuschauer als in der Vorwoche in die Kinosäle und war damit auch der bestbesuchte deutsche Film. Doch für einen Schweiger-Film ist Platz acht in den Kinocharts in der zweiten Woche natürlich dürftig.

Alternde Rocker in 3D auf großer Leinwand? Offenbar nicht die attraktivste Vorstellung für Kinobesucher. Da kann auch eine eingewobene Emo-Story um einen jungen Roadie nicht helfen. 14.500 wahrscheinlich langhaarige Kinozuschauer wollten "Metallica -Through the Never" am Premierenwochenende sehen.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Nicht nur eine zweite, auch eine dritte, vierte und fünfte Chance hat Edgar Reitz' nächstes Kapitel seiner "Heimat"-Reihe verdient. Das Drama "Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht" zeigt das Leiden eines Dorfes im Hunsrück Mitte des 19. Jahrhunderts. Armut, Hunger und Drangsalierung durch die Herrschenden zwingen die Bewohner in die Knie und führen zu Überlegungen, die geliebte Heimat zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. 200 atemberaubende epische Schwarzweiß-Kinominuten, mit denen Reitz meisterhaft ein fast vergessenes Stück deutscher Geschichte aufdeckt.

seh/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
irrsinn 07.10.2013
1.
Zitat von sysopWarner Bros.Clooney und Bullock ganz allein im All. Das wollen alle sehen. Sowohl in Deutschland als auch in Amerika schoss das Science-Fiction-Drama "Gravity" an die Chartspitze - in den USA sogar mit einem Rekordergebnis. Der Lauda-Film "Rush - Alles für den Sieg" muss hingegen an die Box. http://www.spiegel.de/kultur/kino/box-office-gravity-mit-clooney-und-bullock-ueberfluegelt-alle-a-926412.html
autorennen sind nicht mehr interessant seit vettel immer gewinnt
eschbaum 07.10.2013
2. Eigentlich schade ...
... denn Rush ist ein toller Film. Nicht nur über die Formel 1 und das Jahr 1976, sondern über zwei gänzlich unterschiedliche Menschen, die dem selben Ziel verfolgen aber mit einer ganz anderen Herangehensweise. Erst nachdem der eine - Lauda - fast verbrannt ist und der andere sein Privatleben verloren hat lernen sie, sich gegenseitig zu respektieren. Und ein jeder von uns wäre gerne James Hunt - mit den schönsten Frauen, rauchend, trinkend einfach ein cooler Typ den wir alle aus dem Studium kennen oder im Freundeskreis beneiden. Nur um dann festzustellen, daß wir "nur" ein kleines bisschen Lauda sind. Neben der Spannung des Rennjahres vervollständigt ein toller Soundtrack den Filmgenuss. Leider war nach 120 Minuten Schluss. Chris Hemsworth als James Hunt und Daniel Brühl als Niki Lauda können hier überzeugend ihren Kindheitstraum erfüllen. Wie gerne wäre ich da auch Schauspieler.
theenthusiast 07.10.2013
3. Irrtum
Matt Damon spielt in Runner Runner nicht mit. Die Hauptdarsteller sind Ben Affleck, Justin Timberlake und Gemma Arterton. Matt Damon spielt in Liberace zusammen mit Michael Douglas. Vielen Dank für den Hinweis! Wir haben den Fehler korrigiert. Schönen Gruß aus der Redaktion
jseeger1956 07.10.2013
4. Matt Damon?
Liebe SPON Redaktion. Bitte prüfen Sie doch Ihre Berichte, bevor Sie veröffentlicht werden. Nicht Matt Damon hat in Runner, Runner neben Justin Timberlake die Hauptrolle, es ist Ben Affleck.
jetlag chinaski 07.10.2013
5. runner runner mot matt damon
matt damon und ben affleck zu verwechseln passiert gerne... macht auch nichts eigentlich. in dogma waren sie sogar ein prima team.
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