Box Office Hu! Horton hört die Kassen klingeln

Animationsfilme gehen immer: Die Kinderbuch-Verfilmung "Horton hört ein Hu!" hat sich souverän an die Spitze der amerikanischen und deutschen Charts gesetzt. Eher überraschenden Erfolg kann hierzulande der Schul-Thriller "Die Welle" verbuchen.


Los Angeles/Hamburg - "Horton hears a Who!" heißt das in den USA immens populäre Kinderbuch von Dr. Seuss, das bereits in den siebziger Jahren einmal erfolgreich als TV-Serie verfilmt wurde. Jetzt hat sich Hollywood mit allen Mitteln der modernen Animationstechnik dem etwas einfältigen und tollpatschigen Elefanten Horton gewidmet, der die mikroskopisch kleine Gemeinde Whoville vor dem Untergang retten will. Ein schöner Erfolg für Fox und die Macher der "Ice Age"-Filme, die auch Horton produzierten: Das CGI-Spektakel mit den Stimmen von Jim Carrey und Steve Carell belegt mit 45,1 Millionen Dollar (3945 Kopien) den ersten Platz der amerikanischen Kinocharts und legte den bislang besten Start des laufenden US-Kinojahres hin.

Szene aus "Horton hört ein Hu!": Elefant im Miniaturladen
DPA

Szene aus "Horton hört ein Hu!": Elefant im Miniaturladen

Gegen so viel Niedlichkeit und Komik kam Roland Emmerich mit seinen putzigen Mammuts nicht mehr an: "10.000 B.C." büßte am zweiten US-Wochenende 54 Prozent seines Umsatzes ein und belegt mit 16,4 Millionen Dollar Platz zwei. Nach zehn Tagen liegt das Steinzeit-Abenteuer bei lediglich 61,2 Millionen Dollar Umsatz und läuft Gefahr, als erster Emmerich-Film seit "Stargate" an der 100-Millionen-Dollar-Hürde zu scheitern. Vor wenigen Wochen hatte der schwäbische Hollywood-Regisseur im Interview mit dem SPIEGEL die Befürchtung geäußert, dass der erste Flop seiner Karriere irgendwann kommen würde.

Noch gibt es allerdings nicht wirklich Grund zur Sorge: International, also außerhalb der USA, ist "10.000 B.C." mit über 70 Millionen Dollar Umsatz derzeit der erfolgreichste Film. Und die DVD-Auswertung hat noch nicht mal begonnen.

Emmerich ging es in den US-Kinos immerhin noch besser als den anderen Neustarts der Woche: Denn der in 2729 Kinos gestartete Martial-Arts-Film "Never Back Down" spielte - vielleicht dank fehlender Star-Besetzung - nur 8,4 Millionen Dollar ein. Auf Rang vier folgt die Familienkomödie "College Road Trip" mit Martin Lawrence, die an ihrem zweiten Wochenende bei Einbußen von 42 Prozent 7,9 Millionen Dollar umsetzte. Der Thriller "Vantage Point" ("8 Blickwinkel") beschließt die Top fünf mit 5,4 Millionen Dollar in der dritten Woche. Verlierer der Woche ist die neu gestartete Kino-Apokalypse "Doomsday" mit Bob Hoskins, die in 1936 Kinos nur auf 4,7 Millionen Dollar Umsatz kam.

Auch deutsche Kinobesucher strömten begeistert in den neuesten Animationsfilm: "Horton hört ein Hu!", so der etwas kryptische deutsche Titel des Dr-Seuss-Märchens, belegt laut "Blickpunkt: Film" mit 340.000 Besuchern (731 Kopien) den ersten Platz der Charts. Die Stimmen-Synchronisation übernahmen unter anderem Christoph Maria Herbst und Anke Engelke.

Mit wesentlich weniger Kopien, 279, startete Dennis Gansels Schulthriller "Die Welle", lockte aber dennoch mehr als 280.000 Zuschauer an, was einen Kopienschnitt von mehr als 1000 Besuchern bedeutet - die eigentliche Erfolgsstory des Wochenendes. Für Regisseur Gansel ist es der dritte Erfolg in Reihe nach "Mädchen Mädchen!" und "Napola - Elite für den Führer".

Auf Platz drei der deutschen Charts hält sich die enorm populäre Natur-Dokumentation "Unsere Erde" , die am inzwischen sechsten Wochenende noch einmal 220.000 Zuschauer begeisterte. Roland Emmerichs "10.000 B.C.", Spitzenreiter der Vorwoche, kam mit 175.000 Zuschauern nur noch auf Platz vier, gefolgt vom Teenie-Tanz-Spektakel "Step Up to the Streets", das an seinem zweiten Wochenende rund 160.000 Fans in Verzückung versetzte. Die türkische Erfolgskomödie "Recep Ivedik" folgt mit mehr als 80.000 Besuchern auf Platz sechs - bei nur 62 Kopien im Einsatz ein erstaunlicher Erfolg. Neustart "Lars und die Frauen " wurde mit 64 Kopien nur von 12.000 Besuchern gesehen - Platz 19.

bor/AP



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