Box Office Jacko moonwalkt sich an die Spitze

Michael Jackson begeistert mit "This is it" auch Monate nach seinem Tod die Massen: Weltweit über 100 Millionen Dollar hat die Dokumentation von den Konzertproben des King of Pop bisher eingespielt. Ebenfalls erfolgreich: Eine Frau auf dem Heiligen Stuhl.

Sony Pictures

Los Angeles/Hamburg - Ein Erfolg, aber keine Sensation: Der Michael-Jackson-Konzertfilm "This is it" hat sich in Deutschland und in den USA Platz eins der Kinocharts gesichert. Seit dem Start am Mittwoch kamen hierzulande laut Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" rund 600.000 Besucher in 782 Kinos.

In den USA spielte der Konzertfilm im gleichen Zeitraum 32,5 Millionen Dollar in 3481 Locations ein, von Freitag bis Sonntag waren es 21,3 Millionen Dollar. Ein solides Ergebnis, zumal für eine Musik-Dokumentation, aber von einem Rekord weit entfernt. An den Erfolg eines früheren Hannah-Montana-/Miley-Cyrus-Konzertfilms reichte "This is it" jedenfalls nicht heran. Auch die vom Verleiher Sony Pictures erhofften 250 Millionen Dollar binnen fünf Tagen wurden verfehlt: Weltweit spülte der Film rund 101 Millionen Dollar in die Kassen. Damit sind allerdings die 60 Millionen Dollar schon eingenommen, die allein der Ankauf des Dokumaterials kostete.

Dem Film von Kenny Ortega ("High School Musical"), zusammengeschnitten aus über 100 Stunden Videomaterial der Proben zu Jacksons Comeback-Tour, dürfte die massive Marketingkampagne geholfen haben: Weltweit wurde die Kino-Auferstehung des verstorbenen Superstars vergangene Woche als Premierenevent mit Tausenden Fans gefeiert.

Nach seinem offiziellen Start sollte der Film nur zwei Wochen laufen. Doch kaum waren die ersten Zahlen da, verkündete Sony Pictures auch schon eine Verlängerung. In den USA soll "This is it" bis zum beliebten Kino-Wochenende an Thanksgiving Ende November laufen, im Rest der Welt sind unterschiedliche Laufzeiten geplant.

Päpstliche Verfolgerin

Den zweiten Rang in den deutschen Kinocharts sicherte sich Sönke Wortmanns Bestseller-Verfilmung "Die Päpstin", die nur 10.000 Kinogänger im Vergleich zur Vorwoche verlor und 330.000 Tickets verkaufte.

Mit deutlichem Abstand dahinter landeten Simon Verhoevens Episodenfilm "Männerherzen", der 180.000 Besucher lockte, und die Animationsproduktion von Jerry Bruckheimer, "G-Force - Agenten mit Biss", mit 160.000 Zuschauern. Auch Bully Herbigs Wikinger schafften es unter die ersten fünf: "Wickie und die starken Männern" hatte noch mal knapp über 100.000 Zuschauer.

In den USA blieb auf Rang zwei die Herbstüberraschung "Paranormal Activity" weiterhin stark. Der Homemade-Horrorfilm im Stil von "Blair Witch Project" spielte laut Branchendienst boxofficemojo.com 16,5 Millionen Dollar ein. Insgesamt summieren sich die Einnahmen der Pseudo-Doku inzwischen auf 84,8 Millionen Dollar - angesichts eines niedrigen fünfstelligen Budgets ein Ausnahmeerfolg.

Auf dem dritten Platz holt Gerard Butler ("Gamer") zum Schlag gegen das amerikanische Rechtssystem aus. F. Gary Garys ("The Italian Job") Thriller "Das Gesetz der Rache" (Originaltitel: "Law Abiding Citizen") kam auf 7,3 Millionen Dollar. Einen Rang hoch ging es für die romantische Komödie "All Inclusive" (Originaltitel: "Couples Retreat") mit Vince Vaughn, die 6,1 Millionen Dollar einspielte.

Dem sechsten "Saw"-Film brachte derweil auch das Halloween-Wochenende kein Glück: Nach enttäuschenden 14,8 Millionen Dollar zum Start kam die Fortsetzung der erfolgreichen Horrorfilm-Reihe an diesem Wochenende nur noch auf 5,6 Millionen Dollar. Deutlich schlechter als in der Vorwoche lief es auch für Spike Jonzes ("Being John Malkovich") Kinderbuch-Verfilmung "Wo die wilden Kerle wohnen" (Originaltitel: "Where the Wild Things are"), die etwa 5,1 Millionen Dollar umsetzte.

Auf Platz sieben landete das Horror-Remake "Stepfather" mit 3,4 Millionen Dollar, dahinter mit jeweils rund drei Millionen Dollar Umsatz der Superhelden-Animationsfilm "Astro Boy" und "Amelia". Die Biografie der legendären amerikanischen Pilotin Amelia Earhart mit Oscar-Preisträgerin Hilary Swank ("Million Dollar Baby") in der Hauptrolle, verzeichnete die geringsten Verluste aller US-weit gezeigten Filme und schaffte es so noch unter die Top Ten - auf Platz neun.

Paul Weitz' ("About a Boy") "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire" (Originaltitel: "Cirque du Freak: The Vampire's Assistant") beschließt die Top Ten, hat aber von seinem ohnehin schwachen Ergebnis 55 Prozent einbüßen müssen. Der Fantasyfilm, der eigentlich vom Vampir-Hype getragen werden sollte, spielte nur maue 2,8 Millionen Dollar ein.

can/dpa



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