Box Office Kinogänger im Gelbfieber

In den USA ist es der beste Start eines Nicht-Sequels in diesem Jahr, in Deutschland der erfolgreichste Zeichentrickfilm-Start aller Zeiten: "Die Simpsons" haben den Sprung vom TV-Schirm auf die große Leinwand am Wochenende erfolgreich vollzogen.


Los Angeles/Hamburg - Mit unvorhergesehenen 71,8 Millionen Dollar Umsatz schoss "Die Simpsons - the Movie" an die Spitze der nordamerikanischen Box-Office-Charts - das ist der beste Start eines Nicht-Sequels in diesem Jahr, der fünftbeste insgesamt in diesem Jahr, der drittbeste Start eines Animationsfilms überhaupt, wobei "Die Simpsons" in 2D handgezeichnet wurde und streng genommen ein Zeichentrickfilm ist.

Die Simpsons: Amerikas erfolgreichste TV-Familie - jetzt auch im Kino top
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Die Simpsons: Amerikas erfolgreichste TV-Familie - jetzt auch im Kino top

Gute Neuigkeiten für das Filmstudio Fox, das in diesem Sommer bereits mit "Live Free or Die Hard" und "Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer" erfolgreich war. Für den Transport der längsten TV-Sitcom aller Zeiten auf die Kinoleinwand hatte sich Fox allerdings auch ganz schön ins Zeug gelegt - und einen Marketing-Deal mit der amerikanischen Kiosk-Kette 7-Eleven geschlossen, die zum Filmstart seriengerecht in "Kwik-E-Marts" unbenannt wurden und Homer Simpsons Lieblings-Junkfood wie Buzz Cola oder Squishees im Sortiment führten.

Auf Platz zwei Vorwochenspitzenreiter "I now Pronounce you Chuck and Larry", der seit seinem guten Start 44 Prozent Umsatz einbüßte und am Wochenende 19 Millionen Dollar einspielte. Dahinter platzierte sich "Harry Potter and the Order of the Phoenix" mit 17 Millionen Dollar und 48 Prozent Verlust gegenüber der Vorwoche. Das US-Gesamtergebnis für den fünften Potter-Film beträgt allerdings schon nach drei Wochen 241,8 Millionen Dollar. laut "Blickpunkt: Film" haben die "Harry Potter"-Filme nunmehr insgesamt 4,24 Milliarden Dollar eingespielt und sind damit nach James Bond das zweiterfolgreichste Franchise der Filmgeschichte.

Das in der Vorwoche gestartete Musical "Hairspray" belegt mit 15,4 Millionen Dollar Platz vier, gefolgt von einem Neustart: "No Reservations" (Deutscher Titel: "Rezept zum Verlieben"), das amerikanische Remake von "Bella Martha" mit Catherine Zeta-Jones, kam mit 2425 Kopien auf 11,7 Millionen Dollar Umsatz. Zum Vergleich: "The Simpsons" liefen in knapp 4000 Kinos an. Einen veritablen Flop muss der neue Film mit Lindsay Lohan, "I Know Who Killed Me", hinnehmen: Der Thriller setzte lediglich 3,4 Millionen Dollar um und belegt Platz neun. Insgesamt kann sich das US-Kino nicht über mangelnden Zuspruch beklagen: Die Top-12 des Wochenendes spielten 168,6 Millionen Dollar ein, das ist eine Steigerung um 45 Prozent gegenüber demselben Wochenende vor einem Jahr, als unter anderem "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest" und "Miami Vice" liefen.

Auch in deutschen Kinos sind die gelben Cartoon-Figuren gut angekommen: "Die Simpsons - Der Film" legte am Wochenende den besten Start eines traditionellen Zeichentrickfilms hin und setzte sich an die Spitze der Charts. Laut "Blickpunkt: Film" wurden in 754 Kinos nicht weniger als 1,5 Millionen Tickets für die Simpsons gelöst, genaue Zahlen gibt es noch nicht. Auf jeden Fall dürften Homer und Co. den drittbesten Kinostart in diesem Jahr (nach "Harry Potter und der Orden des Phönix" und "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt") geschafft haben. Ein Schnitt von wenigstens 2000 Besuchern pro Kino dürfte als sensationell gelten.

Auf Platz zwei rangiert "Harry Potter und der Orden des Phönix" mit rund 660.000 Besuchern und hievte sein Gesamtergebnis nach nur 17 Tagen über die Fünf-Millionen-Besucher-Hürde. "Shrek der Dritte" belegte mit etwa 140.000 Zuschauern Platz vier, gefolgt von "Stirb langsam 4.0", der auf 120.000 Zuschauer kam. Den Abschluss der Top fünf liefert Quentin Tarantinos "Death Proof - Todsicher" mit 90.000 Besuchern.

Neustarts abseits der Simpsons konnten nicht viel bewirken: "Beste Zeit", der dritte Film von Regisseur Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot"), kam mit 53 Kopien auf etwa 25.000 Besucher. Insgesamt ging es aber auch hierzulande steil nach oben, was den Absatz von Kinotickets betrifft: 2,9 Millionen Eintrittskarten wurden am vergangenen Wochenende gelöst.

bor/AP



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