Box Office Klassenclown als Kassenstar

Mit den furiosen Einspielergebnissen von "I Am Legend" in Deutschland und den USA wird Will Smith jetzt selbst zur Legende. Der Schauspieler beweist: Er kann nicht nur ernst, sondern er kann vor allem erfolgreicher als jeder andere.


Ein Wissenschaftler, ein Schäferhund und massenweise Mutanten: Wer kann da schon widerstehen? Deutschlands Kinogänger zumindest nicht. Das Endzeit-Epos "I Am Legend" mit Will Smith in der Hauptrolle sicherte sich in 728 deutschen Kinos rund eine Million Besucher. Erstmals seit 2004 kann ein Januar in den Kinos also wieder einen Blockbuster vorweisen. Der Film schaffte sogar den zweitbesten Januarstart aller Zeiten, direkt hinter "Titanic", der im Januar 1998 mit 1,04 Millionen Zuschauern in See gestochen war. Laut "Blickpunkt: Film" war das für Will Smith der elfte Nummer-eins-Erfolg seiner Karriere und der fünfte Film, der mit mehr als einer Million Besucher anlief - kein anderer Schauspieler kann sich über eine vergleichbare Erfolgsbilanz freuen. "I Am Legend" holte sich so auf Anhieb einen Bogey in beiden Kategorien - der erste Bogey des Jahres geht somit, wie im Vorjahr, an Warner Bros.

Schauspieler Smith in "I Am Legend": Keiner hat eine vergleichbare Erfolgsbilanz
Warner Bros.

Schauspieler Smith in "I Am Legend": Keiner hat eine vergleichbare Erfolgsbilanz

Der Hamburger Verleih hat noch weiteren Grund zur Freude: "Keinohrhasen" mit Til Schweiger gab sich trotz des Monsterstarts von "I Am Legend" keine Blöße und sicherte sich am vierten Wochenende 480.000 Kinogänger - zum dritten Mal in Folge mehr als am Startwochenende. Das Beziehungskomödchen steht damit kurz vor dem Sprung über die Drei-Millionen-Besucher-Marke. "Alvin und die Chipmunks", die animierte Lachnummer über drei musizierende Streifenhörnchen, holte sich mit 120.000 Zuschauern Platz drei, gefolgt von Disneys Prinzessinnen-Märchen "Verwünscht" mit 100.000 Besuchern und dem ersten Teil der Fantasy-Trilogie "Der goldene Kompass" mit 80.000 gelösten Tickets.

Gut lief auch "Control" an, Anton Corbijns Film über das Leben von Joy-Division-Sänger Ian Curtis: Mit 46 Kopien gestartet, landete das Biopic auf Platz 14 mit einem beachtlichem Schnitt von 25.000 Kinogängern. Der neue Chabrol, "Die zweigeteilte Frau", musste sich mit 50 Kopien auf Platz 18 mit etwas mehr als 15.000 Zuschauern begnügen. Insgesamt wurden 2,4 Millionen Tickets in den deutschen Kinos gelöst - damit hält der noch junge Kinoboom im neuen Jahr an.

Auch in den USA räumte Warner Bros. ab, vier der acht Top-Filme des Wochenendes kamen aus diesem Hause, darunter der erste Hit des neuen Jahres. Trotz ätzender Kritiken setzte sich Rob Reiners Komödie "Das Beste kommt zum Schluss" in 2911 Kinos mit 19,5 Millionen Dollar auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts. Damit hatte der Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman laut "Blickpunkt: Film" den besten Januar-Start eines Films in der Geschichte von Warner Bros. Und Regisseur Reiner konnte sich nicht nur über den besten Start seiner Karriere freuen, sondern auch über den ersten Hit seit "Hallo, Mr. President" - und der liegt immerhin schon zwölf Jahre zurück.

Dabei fiel das Rennen knapp aus, denn die Black-Cinema-Komödie "First Sunday" mit Ice Cube und dem "30 Rock"-Star Tracy Morgan in den Hauptrollen startete deutlich besser, als es selbst die optimistischsten Analysten prophezeit hatten. In 2213 Kinos kam der von Sony gestartete Film auf erstaunliche 19,0 Millionen Dollar. Platz drei ging an die Jungerwachsenen-Komödie "Juno", der man auch den ersten Platz zugetraut hatte. Bei einem Einspielergebnis von 14,0 Millionen Dollar am sechsten Wochenende brauchen sich die Macher aber nicht zu ärgern; besonders nicht, wenn der Gesamtumsatz bei nunmehr 71,2 Millionen Dollar liegt.

Der Vorwochenspitzenreiter "Das Vermächtnis des geheimen Buches" belegte mit 11,5 Millionen Dollar Platz vier und schraubte sein Gesamteinspiel auf sensationelle 187,3 Millionen Dollar. Das Action-Abenteuer im Stil der "Indiana Jones"-Filme ist damit der erfolgreichste Titel in der Karriere von Nicolas Cage. "Alvin und die Chipmunks" setzte sich mit 9,1 Millionen Dollar auf Platz fünf und hält nunmehr gesamt bei 187,7 Millionen Dollar - ein unfassbar gutes Ergebnis für einen Film, den vor zwei Monaten niemand auf der Rechnung hatte. Ganz im Gegensatz zu "I Am Legend": Der räumt nicht nur in Deutschland ab, sondern hat auch als erfolgreichster Film der Wintersaison mittlerweile 240,2 Millionen Dollar in den USA eingespielt.

tdo



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