Box Office Lieber Vampire als Walküre

Trotz Werbung auf breitester Front: Tom Cruises Film "Operation Walküre" konnte sich am Startwochenende nicht gegen die Vampirromanze "Twilight" durchsetzen. Auch in den USA lief die Nummer eins der Vorwoche den Neustarts den Rang ab.


Los Angeles/Hamburg - Man könnte meinen, Tom Cruise habe in den vergangenen Wochen alles dafür getan, dass sein neuer Film "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" in Deutschland die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommt. Zuletzt setzte sich der amerikanische Schauspieler sogar neben Thomas Gottschalk auf das "Wetten, dass ...?!"-Sofa, um Promotion zu machen.

Schauspieler Cruise in "Operation Walküre": Platz zwei für Stauffenberg
REUTERS

Schauspieler Cruise in "Operation Walküre": Platz zwei für Stauffenberg

Die Anstrengungen wurden am Startwochenende des Films belohnt, allerdings nicht gerade reichlich: Nur 330.000 Zuschauer lockte der Stauffenberg-Film laut "Blickpunkt: Film" in die Kinos, das ist ein magerer Wert, gemessen an den 665 Kopien, mit denen der US-Thriller in Deutschland anglaufen ist. Auch wenn "Operation Walküre" in den USA für einen Historienfilm ungewöhnlich erfolgreich ist; für den ersten Platz der deutschen Kinocharts reichten die Zuschauerzahlen nicht.

Dort steht, wie schon in der vergangenen Woche, noch immer die Vampirromanze "Twilight - Biss zum Morgengrauen". 400.000 Zuschauer wollten die Liebesbeziehung eines Highschool-Mädchens mit einem Blutsauger sehen.

Auf Platz drei am deutschen Box Office landete der neu gestartete Disney-Film "Bolt". Rund 310.000 Kinogänger wollten dem Cartoon-Hund bei seinen animierten Abenteuern zuschauen. Direkt dahinter folgt der Actionfilm "Transporter III" mit 150.000 Besuchern. Große Nachfrage also nach Action und Unterhaltung, da haben es anspruchsvollere Dramen schwer: Clint Eastwoods Drama "Der fremde Sohn", in dem sich Angelina Jolie als verzweifelte Mutter auf die Suche nach ihrem verlorenen Kind begibt, wollten am Startwochenende nur 60.000 Zuschauer sehen.

Insgesamt war es jedoch erneut ein erfolgreiches Wochenende für die deutschen Kinos: Rund 2,2 Millionen Eintrittskarten wurden verkauft.

Wie in Deutschland konnte sich auch in den USA kein Neustart auf dem ersten Rang der Kinocharts plazieren. Dort steht immer noch die Komödie "Der Kaufhaus Cop". Der Film mit "King of Queens"-Star Kevin James spielte 21,5 Millionen US-Dollar ein.

Der höchste Neustart der vergangenen Woche, der dritte Teil der "Underworld"-Fantasy-Saga "Underworld: Aufstand der Lykaner", schaffte es mit 20,7 Millionen US-Dollar nur auf Platz zwei.

Clint Eastwood baute indes seinen Erfolg mit seinem Film "Gran Torino" weiter aus: Mit weiteren 16 Millionen US-Dollar Einspielergebnis steht das Drama über einen greisen Koreakrieg-Veteranen, bei dem Eastwood Regie führte und die Hauptrolle spielt, auf Platz drei der Charts - und das, obwohl das Alterswerk bei den Oscar-Nominierungen übergangen wurde. Gefolgt wird er von der Komödie "Das Hundehotel", die 12,4 Millionen US-Dollar umsetzen konnte.

"Slumdog Millionaire", der bereits hochdekorierte Film des britischen Filmemachers Danny Boyle mit besten Aussichten auf einen Oscar, steht in den USA auch finanziell weiterhin erfolgreich da. Das Sozialdrama über den Aufstieg eines indischen Straßenkindes erspielte 10,6 Millionen US-Dollar und steht damit auf Platz fünf der US-Filmcharts - ein deutlicher Umsatzaufschwung nach den Golden Globes und den zahlreichen Oscar-Nominierungen.

Sein größter Konkurrent bei den Oscars, "Der seltsame Fall des Benjamin Button" mit Brad Pitt, konnte ebenfalls noch einmal zulegen und spielte sechs Millionen US-Dollar ein. Auch andere Oscar-Anwärter, darunter "The Wrestler", "Frost/Nixon" und "Revolutionary Road", die zum Teil mit limitierter Kopienzahl im Umlauf sind, konnten ihre Ergebnisse nach der Bekanntgabe der Nominierungen deutlich steigern.

Verlierer des US-Wochenendes war die Cornelia-Funke-Verfilmung "Inkheart" ("Tintenherz") von Iain Softley mit Brendan Fraser, Helen Mirren und Paul Bettany: Die Kinderbuch-Adpation spielte trotz Massenstart nur 7,7 Millionen Dollar ein.

sta

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.