Box Office Nur Zwerge trotzen Borat

Kinogänger auf der ganzen Welt liegen dem politisch unkorrekten Humor des Komikers Sacha Baron Cohen und seiner Figur Borat zu Füßen. In den USA behauptet die anarchische Komödie den Spitzenplatz der Charts. Nur in Deutschland findet man die sieben Zwerge lustiger.


New York - Wenig Neues gibt es vom amerikanischen Box Office zu melden: "Borat", die filmischen Abenteuer des britischen Komikers Sacha Baron Cohen als kasachischer Reporter in den USA, konnte sich auch an seinem zweiten Wochenende an der Spitze der Kinocharts behaupten und setzte 29 Millionen Dollar (rund 23 Millionen Euro) um (insgesamt: 67,8 Millionen Dollar). Es scheint, als wenn die Amerikaner nachhaltig Gefallen daran gefunden haben, von Borat durch den Kakao gezogen zu werden. Die Anzahl der eingesetzten Kopien des Films wurde von 800 auf 2500 erhöht.

Komiker Cohen (als Borat bei der Filmpremiere in Sydney): Allein gegen sieben Zwerge
Getty Images

Komiker Cohen (als Borat bei der Filmpremiere in Sydney): Allein gegen sieben Zwerge

Auf den beiden folgenden Plätzen gab es ebenfalls keine Bewegung: "Santa Clause 3" mit Tim Allen als Weihnachtsmann blieb mit 16,9 Millionen Dollar Umsatz auf Rang zwei, gefolgt von dem Zeichentrickfilm "Flushed Away" mit den Stimmen von Kate Winslet und Hugh Jackman (16,7 Millionen Dollar Umsatz).

Neustarts hatten keine großen Chancen gegen dieses Top-Trio: Die Tragikomödie "Stranger Than Fiction" mit Will Ferrell, Emma Thompson und Dustin Hoffman landete mit 14,1 Millionen Dollar Umsatz nur auf Platz vier. Regie führte Marc Forster ("Monster's Ball", "Finding Neverland"). Die Geschichte um einen Steuerprüfer (Ferrell), der Stimmen hört, soll in Deutschland im Februar starten. Der Gruselthriller "The Return" mit Sarah Michelle Gellar und Sam Shephard setzte 4,78 Millionen Dollar um und belegt Platz 8.

Als Flop dürfte Ridley Scotts beschauliche Literaturverfilmung "A Good Year" gelten: Trotz Hauptdarsteller Russell Crowe, der zum ersten Mal seit "Cinderella Man" (2005) wieder auf der Leinwand zu sehen ist, setzte die Adaption des gleichnamigen Romans von Peter Mayle nur 3,8 Millionen Dollar um (Rang 10). Die Geschichte eines knallharten Brokers, der auf einem Weingut in der Provence sein Glück findet, wurde von den Kritikern einhellig verrissen. Auch "Harsh Times", ein Straßengangster-Drama mit Christian Bale, fand kein größeres Publikum am vergangenen Wochenende: Nur 1,8 Millionen Dollar setzte das Regie-Debüt von "Training Day"-Autor David Ayer um.

Auch in Deutschland blieben die beiden Top-Filme gleich: Allerdings schaffte es "Borat" auch an seinem zweiten Wochenende nicht, den deutschen Klamauk "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" vom Spitzenplatz zu vertreiben. Otto Waalkes' Zwerge-Sequel baute zwar ab, hatte aber laut "Blickpunkt: Film" mit rund 430.000 Besuchern die Nase (oder besser: die Zipfelmütze) vorn. "Borat", inzwischen von 234 auf 296 Kopien aufgestockt erzielte mit etwa 310.000 Zuschauern fast das gleiche Ergebnis wie an seinem Startwochenende. Die Zuschauer-Million könnte in der nächsten Woche übersprungen werden. "7 Zwerge" steuert indes auf die Drei-Millionen-Marke zu.

Als bester Neustart kam Sonys erster Animationsfilm "Jagdfieber" ("Open Season", 696 Kopien) mit rund 270.000 Zuschauern auf Platz drei. "Der Teufel trägt Prada" landete mit 170.000 Besuchern auf Platz vier. Dahinter folgt Ridley Scotts "Ein gutes Jahr" ("A Good Year", 200 Kopien), der prozentual gesehen hierzulande besser abschnitt als in den USA und es zum Start auf rund 115.000 Besucher brachte. Der Horror-Thriller "Der Fluch - The Grudge 2" (200 Kopien) landete mit etwa 65.000 verkauften Tickets auf Platz sieben. Alfonso Cuaróns düstere Utopie "Children of Men" schaffte es mit rund 50.000 Zuschauern gerade noch in die TopTen (165 Kopien).

Der Kino-Zuspruch blieb rege: Insgesamt wurden am Wochenende rund zwei Millionen Tickets gelöst.

bor/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.