Box Office Sex statt Indiana

Frauen an die Macht: Nur eine Woche hielt sich Indiana Jones an der Spitze der deutschen und amerikanischen Kino-Charts, dann übernahmen überraschend die Großstadtamazonen von "Sex and the City" die Herrschaft am Box Office.


Hamburg - Von Misserfolg kann natürlich keine Rede sein: Nach zehn Tagen hat "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" weltweit bereits 363,8 Millionen Dollar eingespielt und gilt damit als erfolgreichster Teil der Abenteuer-Franchise von George Lucas und Steven Spielberg. Allein in den USA liegt das Gesamtergebnis bei rund 216 Millionen Dollar.

Dennoch reichten die stattlichen 46 Millionen Dollar, die "Indy 4" an seinem zweiten US-Wochenende einspielte, nicht aus, um die neu angelaufene Konkurrenz in Schach zu halten: "Sex and the City - der Film" startete überraschend stark mit 55,7 Millionen Dollar Umsatz in 3285 Kinos - Branchenexperten hatten lediglich mit rund 30 Millionen Dollar gerechnet. Anscheinend ist die Zielgruppe der erfolgreichen TV-Serie doch größer als vermutet - oder zahlreiche Boyfriends und Ehemänner wurden zum Kinobesuch zwangsverpflichtet und beförderten so den Ticketverkauf. "Sex and the City" hatte den besten Start einer Komödie mit Altersbeschränkung (R-Rating) und ist die bis dato erfolgreichste Leinwandadaption einer TV-Serie.

Den größten Umsatz hatte "Sex and the City" am tatsächlichen Starttag, dem vergangenen Freitag. Offenbar hatten sich viele immer noch loyale Fans der 2004 beendeten Serie zu regelrechten Partys verabredet, deren Höhepunkt der Kinobesuch bildete. 26,5 Millionen spielte der Film um vier smarte New Yorkerinnen am Freitag in den US-Kinos ein.

Auf Rang drei konnte sich ein weiterer Neustart plazieren, der die an ihn gestellten Erwartungen ebenfalls übertraf: Der Horrorfilm "The Strangers" mit Liv Tyler spielte in 2467 Kinos überraschend 20,7 Millionen Dollar ein, ein Ergebnis, das an Blockbuster-losen Wochenenden gut und gerne für den Spitzenplatz gereicht hätte.

Platz vier behauptet der erstaunlich hartnäckige "Iron Man": 14 Millionen Dollar spielte die Comic-Adaption an seinem fünften Wochenende ein und schraubte sein US-Gesamtergebnis auf 276,6 Millionen Dollar. Das Schlusslicht der Top fünf bildet das Fantasy-Spektakel "Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia" mit 13 Millionen Dollar Umsatz am dritten Wochenende (115,7 Millionen gesamt).

Auch in Deutschland gelang den vier Damen von "Sex and the City" der Machtwechsel in den Kinocharts. Laut "Blickpunkt: Film" lockte die Serien-Adaption am Wochenende mit 770 Kopien rund 460.000 Zuschauer an - natürlich vorwiegend weibliche. Vermutlich wären sogar noch mehr Besucher möglich gewesen, wenn nicht die sommerlichen Temperaturen für Kino-Abstinenz gesorgt hätten.

Mit dem Wetter dürfte auch der Umsatzeinbruch und Besucherrückgang von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" in deutschen Kinos zusammenhängen. An seinem zweiten Wochenende kam das Archäologenspektakel nur noch auf 385.000 Zuschauer (minus 60 Prozent).

Die romantische Komödie "Love Vegas " büßte ebenfalls fast zwei Drittel seiner Kinogänger ein und versammelte rund 75.000 Besucher - Rang drei. Als zweiter Neustart schaffte es der Thriller "The Eye" unter die ersten fünf Plätze: Rund 40.000 Zuschauer wollten Jessica Alba in dem China-Horror-Remake sehen - Platz vier. Auf Rang fünf hält sich "Verliebt in die Braut " mit 30.000 Besuchern. Die Neustarts "Things We Lost in the Fire" und "Funny Games U.S." mussten sich mit Platzierungen außerhalb der Top Ten begnügen.

bor/AP



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