Box Office Silber statt gold

Kein goldener Start für den "Goldenen Kompass": Zwar platzierte sich das Fantasy-Epos sowohl in Deutschland, als auch in den USA auf Platz eins der Kino-Charts, aber an der Kasse wollte der Rubel nicht so recht rollen.


München, New York - Top am Box Office, aber dennoch eine Enttäuschung - wie geht das zusammen? Im Fall des aufwendigen Fantasy-Films "Der goldene Kompass" ist dieser seltene Fall eingetreten: Zwar setzte sich die 180 Millionen Dollar teure Romanverfilmung mit Nicole Kidman und Daniel Craig in den Hauptrollen souverän auf Platz eins der Kinocharts, aber trotzdem blieb das Einspielergebnis deutlich hinter den hohen Erwartungen zurück.

Szene aus "Der Goldene Kompass": Kurs auf die Spitze
DPA / Warner Bros.

Szene aus "Der Goldene Kompass": Kurs auf die Spitze

Bei seinem flächendeckenden Einsatz in 834 Kinos kam der Film laut "Blickpunkt:Film" auf 475.000 Besucher. Das ist zwar das beste Startergebnis seit dem Bully-Herbig-Klamauk "Lissi und der wilde Kaiser", liegt aber dennoch weit hinter den Jahresbesten "Harry Potter und der Orden des Phönix" (2,1 Millionen Besucher allein am Startwochenende) und "Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt" (1,9 Besucher am Startwochenende).

Vor allem, wenn man bedenkt, dass "Der Goldene Kompass" als potentieller "Herr der Ringe"-Nachfolger ("Die Gefährten" war mit 1,7 Millionen Besuchern angelaufen) eingestuft worden war, ist dieses Ergebnis vergleichsweise enttäuschend.

Auf dem zweiten Platz hielt sich wacker Leander Haußmanns Geschlechter-Komödie "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" mit etwa 175.000 Besuchern.

Es folgten "American Gangster" mit 75.000 Kinogängern und "Die Schwerter des Königs" mit 60.000 Besuchern. Der zweite Neuling "Mr. Magoriums Wunderladen" lockte in 331 Kinos etwa 60.000 Zuschauer an.

In den USA sieht die Lage, was den "Goldenen Kompass" betrifft, ähnlich aus: Das Fantasy-Epos nach dem britischen Bestseller-Autor Philip Pullman spielte nach Studioschätzungen vom Montag am ersten Wochenende nur 26 Millionen Dollar ein. Vorbilder wie etwa "Der Herr der Ringe" oder "Der König von Narnia" waren jeweils mit deutlich über 60 Millionen Dollar gestartet.

Den zweiten Platz in den amerikanischen Kino-Charts belegte die Märchen-Komödie "Verwünscht". Der Streifen aus der Disney-Schmiede mit Amy Adams als verwunschener Prinzessin konnte am dritten Wochenende immerhin noch gut 10 Millionen Dollar einfahren und hat damit insgesamt schon fast 84 Millionen Dollar in die Kinokassen gebracht.

Auf dem dritten Platz landete mit 5 Millionen Dollar der ebenfalls seit drei Wochen laufende Überraschungshit "This Christmas", der tragisch und komisch zugleich von dem verunglückten Weihnachtsfest einer schwarze Mittelstandsfamilie erzählt. Rang vier belegte die Komödie "Die Gebrüder Weihnachtsmann" (4,6 Millionen Dollar), gefolgt von Robert Zemeckis' Heldensaga "Die Legende von Beowulf" (4,4 Millionen Dollar). Das Epos hat es damit bisher auf 76 Millionen Dollar gebracht.

hoc/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.