Box Office Spartaner-Witze gegen Rambo

Pech für Sylvester Stallone: Sein vierter Auftritt als "Rambo" kam bei den amerikanischen Kinogängern nicht so gut an wie die "300"-Parodie "Meet the Spartans". In Deutschland wurden die "Keinohrhasen" vom "Vermächtnis des geheimen Buches" abgelöst.


Los Angeles/Hamburg - "300", die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Frank Miller, gehörte zu den erfolgreichsten Blockbustern des vergangenen Jahres. Vielleicht liegt also eine gewisse Logik darin, dass die Parodie des Spartaner-Schlachtengetümmels nun ebenfalls am Box Office punktet. 18,6 Millionen Dollar setzte "Meet the Spartans" (deutsch: "Meine Frau, die Spartaner und ich") am Wochenende in den USA um, dafür gab es den Spitzenplatz der Kinocharts und einen Vorsprung vor dem anderen hochkarätigen Neustart der Woche, Sylvester Stallones viertem Auftritt als Vietnam-Veteran John Rambo.

Szene aus "Meet the Spartans" (mit Carmen Electra, Sean Maguire, Kevin Sorbo): Erfolgreiche "300"-Parodie
20th Century Fox

Szene aus "Meet the Spartans" (mit Carmen Electra, Sean Maguire, Kevin Sorbo): Erfolgreiche "300"-Parodie

"Rambo" (2751 Kopien) setzte von Freitag bis Sonntag 18,1 Millionen Dollar um, ein solides Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sich der mit einem "R-Rating" altersbeschränkte Film eher an ein älteres Publikum richtet, das sich an die ersten Filme der Reihe aus den achtziger Jahren noch erinnert. "Meet the Spartans" (2605 Kopien) hingegen begeisterte vor allem jüngere Zuschauer. Für Stallone persönlich dürfte es trotzdem eine Enttäuschung sein: Mit seinem Comeback als "Rocky Balboa" hatte es der 61-Jährige gleich in den ersten fünf Tagen auf 26,7 Millionen Dollar Umsatz gebracht. Die "Spartans"-Macher Jason Friedberg und Aaron Seltzer hatten zuvor bereits die enorm erfolgreichen Parodien "Epic Movie" und "Scary Movie" in die Kinos gebracht.

Die Komödie "27 Dresses" mit Katherine Heigl rutschte mit einem Umsatzrückgang von 40 Prozent vom zweiten auf den dritten Platz und hat nach zwei Wochen solide 45,3 Millionen Dollar eingespielt. Rasend bergab ging es indes mit dem Monsterfilm "Cloverfield", der am vergangenen Wochenende einen neuen Januarrekord aufgestellt hatte. An seinem zweiten Wochenende verzeichnete der von "Lost"-Schöpfer JJ Abrams produzierte Katastrophenthriller Umsatzeinbußen von 68 Prozent und spielte nur noch 12,7 Millionen Dollar ein (gesamt: 64,3 Millionen). Der Neustart "Untraceable", ein Forensiker-Thriller mit Diane Lane, spielte in 2368 Kinos 11,2 Millionen Dollar ein - und komplettiert die Top fünf.

Dauerhafte Keinohrhasen

Deutsche Zuschauer müssen auf "Rambo" (14. Februar), "Meet The Spartans" (28. Februar) und "Cloverfield" (31. Januar) noch ein paar Tage warten und vertrieben sich die Wartezeit mit dem US-Blockbuster "Das Vermächtnis des geheimen Buches".

Die Fortsetzung des Schatzsucher-Erfolgs "Das Vermächtnis der Tempelritter" schaffte es laut "Blickpunkt: Film" auf Anhieb an die Spitze der deutschen Kinocharts. Das Abenteuer mit Nicolas Cage und Diane Kruger kam mit 641 eingesetzten Kopien auf rund 530.000 Besucher.

Auf Platz zwei halten sich unverändert umsatzstark die "Keinohrhasen" von und mit Til Schweiger. Die Komödie steuert nach weiteren 320.000 Besuchern in der sechsten Woche auf die Vier-Millionen-Zuschauer-Marke zu. Dahinter folgt die romantische Komödie "P.S. Ich liebe Dich" mit 310.000 Zuschauern, während "I Am Legend" nach weiteren 210.000 Besuchern endgültig die Zwei-Millionen-Zuschauer-Hürde nahm - Rang vier. Auf Platz fünf startete die rührselige Rentnerkomödie "Das Beste kommt zum Schluss" mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, die mit 175.000 Besuchern bei 354 Kopien durchaus solide anlief.

Auf Platz sechs landete der Kinderfilm "Die rote Zora", der es in 300 Kinos auf rund 125.000 Zuschauer brachte. Wong Kar-wais neuer Film "My Blueberry Nights" schaffte mit großzügigen 127 Kopien ebenfalls den Sprung unter die ersten zehn Filme der Charts. 50.000 Zuschauer, das ist das bisher beste Ergebnis für den Regisseur aus Hongkong, der erstmals einen Film in englischer Sprache und mit westlichen Darstellern inszenierte. Insgesamt wurden am Wochenende in Deutschland erneut rund 2,3 Millionen Kino-Tickets verkauft - der Aufwärtstrend hält also an.

bor/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.