SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

07. Dezember 2009, 12:41 Uhr

Box Office

Til Schweiger lässt Vampire blass aussehen

Bis(s) der Ludo kommt: Die Vampir-Saga "New Moon" muss für Til Schweigers zweiohriges Plüschküken die Spitze der Kinocharts räumen. In den USA gelingt Sandra Bullock ein überraschender Touchdown.

Los Angeles/Hamburg - Til Schweiger lässt seinen Macho Ludo wieder auf die Frauenwelt los und fährt damit aller schlechten Kritik zum Trotz an der Kinokasse einen großen Erfolg ein: Laut Branchendienst "Blickpunkt:Film" lockte "Zweiohrküken" inklusive Previews 850.000 Besucher in 712 Kinos. Die Komödie - geschrieben, produziert und in Szene gesetzt von Hauptdarsteller Schweiger - lief damit doppelt so gut an wie ihr Vorgänger "Keinohrhasen", der vor zwei Jahren mit 450.000 Kinogängern gestartet war.

Der erste Teil, in dem Schweigers Ludo und die Kindergärtnerin Anna (Nora Tschirner) zueinanderfanden, hatte nach dem ersten Wochenende jedoch auf 730.000 Zuschauer zugelegt und schaffte es in seiner Laufzeit so auf ein Gesamtergebnis von 6,3 Millionen Besuchern. Daran muss der Nachfolger erst einmal anknüpfen. Immerhin: "Zweiohrküken" verbucht das zweitbeste Auftaktergebnis eines deutschen Films in diesem Jahr; ein ganz persönlicher Startrekord für Til Schweiger.

Den zweiten Platz holte sich in dieser Woche "New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde", das Sequel zum Kinohit "Twilight", mit weiterhin starken 525.000 Besuchern; der Film hat inzwischen 2,4 Millionen Kinogänger gelockt. Damit dürfte die Fortsetzung der Liebesgeschichte zwischen Vampir Edward (Robert Pattinson) und der Schülerin Bella (Kristen Stewart) in Kürze den ersten Teil (2,8 Millionen Zuschauer) übertrumpfen.

Dahinter landeten Roland Emmerichs Katastrophenspektakel "2012" mit 200.000 verkauften Tickets - insgesamt inzwischen fast drei Millionen - und der sechste Teil des "Saw"-Franchises mit 150.000 Karten in 319 Kinos. Wie schon in den USA blieb der Horrorfilm weit hinter dem Erfolg seiner Vorgänger zurück: "Saw V" hatte zum Deutschlandstart im Januar dieses Jahres immerhin rund 250.000 Besucher, die beiden vorherigen Filme sogar weit über 300.000.

Das animierte Science-Fiction-Abenteuer "Planet 51" beschließt die Top Fünf. 75.000 Besucher sahen in 320 Kinos dabei zu, wie der Posterboy-Astronaut Charles T. Baker in einer außerirdischen Welt mit biederem Fünfziger-Jahre-Charme landet. Ein weiterer Neueinsteiger schaffte es auf den zehnten Rang: Altmeister Woody Allen (Drehbuch, Regie) kehrt mit "Whatever Works" nach fünf Jahren an seinen angestammten Schauplatz New York zurück. Die Komödie zeigt die ungewöhnliche Romanze zwischen dem Quantenphysiker Boris Yellnikoff ("Seinfeld"-Schöpfer und Comedy-Star Larry David) und der wesentlich jüngeren Melodie (Evan Rachel Wood, "The Wrestler") - und lockte 45.000 Zuschauer in 81 Kinos, ein guter Schnitt.

Weniger Zuschauer für Vampire, mehr Oscar-Futter

Am traditionell schwachen Kinowochenende nach Thanksgiving musste "New Moon" auch in den USA den Thron räumen, neuer Spitzenreiter: das Football-Drama "The Blind Side", das auf der wahren Geschichte des schwarzen Sportlers Michael Oher beruht. Mit 16 Jahren nahm die Familie von Leigh Anne Tuohy (gespielt von Sandra Bullock) den obdachlosen Jungen auf, heute ist er Profispieler in der NFL. Schon in der Vorwoche hatte das Drama deutlich zugelegt, an diesem Wochenende wurden 20,4 Millionen Dollar eingenommen.

Auf Platz zwei spielte "New Moon" 15,7 Millionen Dollar ein und kommt damit bereits auf 255,6 Millionen - deutlich mehr als die 193 Millionen, die Vorgänger "Twilight" insgesamt erreichte. Dahinter: das Kriegsdrama "Brothers" des Regisseurs Jim Sheridan ("Get Rich or Die Tryin'"), das 9,7 Millionen Dollar in 2088 Kinos umsetzte. Der Film mit Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain"), Natalie Portman ("Star Wars") und Tobey Maguire ("Spider Man") ist ein Remake des gleichnamigen dänischen Films von Susanne Bier, einem Festival-Abräumer von 2004.

Disneys 3-D-animierte "Eine Weihnachtsgeschichte" kommt in ihrer fünften Woche noch auf 7,5 Millionen Dollar in 2546 Kinos; gefolgt von der Familienkomödie "Old Dogs" mit 6,9 Millionen Dollar in 3425 Kinos.

Platz sechs geht an den zweiten Neueinsteiger, den Actionfilm "Armored" mit Matt Dillon, Jean Reno und Laurence Fishburne. 6,6 Millionen Dollar spielte der Bankraub-Thriller in 1915 Kinos ein - ein solider Schnitt für den ungarisch-amerikanischen Regisseur Nimród Antal ("Kontroll").

Außerdem neu in den US-Kinocharts: "Everybody's Fine", der dritte Film von Kirk Jones ("Eine zauberhafte Nanny"), mit vier Millionen Dollar Einspiel in 2133 Kinos. Jason Reitmanns ("Juno") potentieller Oscar-Kandidat "Up in the Air" mit George Clooney und Newcomerin Anna Kendrick ("Twilight") spielte sensationelle 1,2 Millionen Dollar in nur 15 Kinos ein.

can

URL:


Mehr auf SPIEGEL ONLINE:


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH