USA
1. Gewinner der Woche
Fast nur Gewinner in dieser Woche. Da wären zuerst mal die Kinobetreiber selbst: Sie konnten sich über einen Umsatz von 290 Millionen Dollar über das fünftägige Thanksgiving-Wochenende freuen. Noch nie zuvor ließen die Amerikaner rund um den Feiertag so viel Geld in den Kinokassen. Vor einem Jahr waren es nur 232 Millionen Dollar gewesen, der Rekord aus dem Jahre 2009 stand bei 273 Millionen Dollar.
Damals war ein Film aus der "Twilight"-Reihe die Nummer eins der US-Kinocharts - nun wurde der Rekord gebrochen dank des Abschlussfilms der Vampir-Saga. "Breaking Dawn - Teil 2" verteidigte mit einem Einspielergebnis von 64 Millionen Dollar souverän die Spitze vor "Skyfall" - der aber auch ein Gewinner der Woche ist: Denn nun ist klar, dass er der umsatzstärkste aller Bond-Filme in den USA ist. Platz drei hält "Lincoln", auch ein Gewinner! Denn der Historienfilm von Steven Spielberg hat, ungewöhnlich genug, in seiner zweiten großen Kinowoche sein Einspielergebnis sogar noch gesteigert.
Neustarts wie Ang Lees aufwendige Romanverfilmung "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" (Platz fünf mit 30,15 Millionen Dollar Umsatz über fünf Tage) und das Kalte-Kriegs-Remake "Red Dawn" (Rang sieben mit 22,0 Millionen) verfehlten zwar die Spitzenplätze, hielten sich aber besser als erwartet. "Life of Pi" hatte einen starken 3-D-Zuschaueranteil, während die Neuverfilmung von "Die rote Flut" sich vernichtender Kritiken erwehrte und besonders in Gegenden mit viel Bevölkerung im Militärdienst reüssierte.
2. Verlierer der Woche
Zwar spielte "Rise of the Guardians" zum Start mehr Geld ein als die beiden anderen Neustarts in den Top Ten, doch trotzdem ist der Animationsfilm die einzige Enttäuschung des Wochenendes. Denn die 32,6 Millionen Dollar über fünf Tage sind weniger Geld als jeder andere Film aus den Dreamworks-Studios an normalen, drei Tage langen Wochenenden umsetzte.
3. Zahl der Woche
Doch selbst für den Verlierer der Woche gibt es noch Hoffnung - und die liegt nicht in einer Zahl, sondern in unserem Buchstaben der Woche: Mit "A" bewerteten die Zuschauer von "Rise of the Guardians" den Marktforschern von CinemaScore zufolge den Film - im deutschen Notensystem wäre das eine glatte Eins. Da "Die Hüter des Lichts" (so der deutsche Verleihtitel) zudem ein weihnachtliches Thema hat, könnte er also in den kommenden Wochen noch Boden gutmachen.
Deutschland
1. Gewinner der Woche
564.000 Zuschauer lockte James Bond am vierten Kino-Wochenende von "Skyfall" immer noch an - ein ganz immenses Ergebnis. Und doch musste sich der Geheimagent in den deutschen Kinocharts nun geschlagen geben: Auch in Deutschland sind jetzt die Blutsauger aus dem "Twilight"-Universum wieder ganz vorne. 1,26 Millionen Zuschauer sahen von Donnerstag bis Sonntag den letzten Film der Reihe, in Deutschland mit dem kompakten Titel "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht, Teil 2" im Verleih. Rechnet man, wie es das Fachorgan "Blickpunkt:Film" tut, noch die 410.000 Besucher der mittwöchlichen Previews hinzu, so bricht er sogar den Zuschauerrekord von "New Moon" (1,54 Millionen Zuschauer).
Doch auch die Bond-Verantwortlichen können sich mit einer Rekordmarke über den Verlust der Spitzenposition hinwegtrösten: Das Daniel-Craig-Vehikel "Skyfall" hat mit nun insgesamt 6,05 Millionen Kinogängern das größte Publikum in einen 007-Film gelockt seit "Der Spion, der mich liebte" aus dem Jahre 1977.
2. Verlierer der Woche
Bei zwei solchen Kassenschwergewichten haben es andere Neustarts natürlich schwer. So kann nicht verwundern, dass die romantische Komödie "Love Is All You Need" mit Pierce Brosnan (30.000 Zuschauer) und der Horrorfilm "Sinister" (27.000 Besucher) auf den Plätzen neun und zehn nur gerade so in die Top Ten kamen.
3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?
Das vielfältige Leben eines Politikers von heute zeigt der französische Film "Der Aufsteiger". KulturSPIEGEL-Kritiker Daniel Sander lobte daran besonders, dass der Film seinen Zuschauern nicht vorschreiben wolle, ob die Hauptfigur "ein Held ist, ein Versager oder ein Arschloch". Vielleicht war so viel Interpretations-Spielraum abträglich für das Publikumsinteresse? Jedenfalls verfehlte "Der Aufsteiger" die Top Ten, ist aber einen zweiten Blick wert.
feb/AP/Reuters
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