Eine Mutter, die um einen Sohn trauert, den sie angeblich nie hatte: Dies ist die Idee des Psycho-Thrillers "Die Vergessenen", der mit geschätzten 22 Millionen Dollar Einspielergebnis auf Platz eins der US-Kinocharts startete. Die "New York Times" nannte den Film einen "pseudospirituellen Hokuspokus", US-Kritiker-Papst empfahl, ihn trotz der überragenden Hauptdarstellerin Julianne Moore ("Dem Himmel so fern") am besten zu vergessen. Die amerikanischen Verleihmanager freuten sich dennoch: "Überflüssig zu sagen, dass das ein fantastischer Start ist", frohlockte Rory Bruer, Präsident des Sony-Vertriebs, gegenüber dem Nachrichtensender CNN.
Auf Platz zwei landete "Sky Captain and the World of Tomorrow". Das mit viel Trickaufwand produzierte Science-Fiction-Spektakel spielte 6,7 Millionen Dollar ein. Platz drei geht an die in der Vorwoche gestartete Sportkomödie "Mr. 3000", die fünf Millionen Dollar einbrachte. Passend zum US-Wahllkampf startete auf Platz vier die leichte Romanze "First Daughter". Der Film des Regisseurs und Darstellers Forest Whitaker ("Nicht auflegen", "Panic Room") erzählt von der Tochter eines US-Präsidenten und ihres ersten Jahrs am College. Ebenfalls auf Platz vier parkte die Blockbuster-Metzelei "Resident Evil: Apocalypse". Einspielergebnis: enttäuschende vier Millionen Dollar. Die Top Fünf werden von "Cellular" abgerundet. 3,7 Millionen Dollar spielte der Entführungsthriller mit Kim Basinger am Wochenende ein.
Mit dem Bunker ganz nach oben
"Der Untergang" als Aufsteiger: In Deutschland legte Bernd Eichingers Führerbunker-Drama am zweiten Wochenende noch einmal zu und eroberte mit vorerst noch geschätzten 580.000 Besuchern erneut Platz eins der Kino-Charts. Als bester Neuling etablierte sich Michael Manns Thriller "Collateral" mit Tom Cruise. Rund 235.000 Zuschauer bei 467 Startkopien sicherten dem Film den zweiten Platz.
Platz drei geht an den Zeichentrickfilm "Lauras Stern" (190.000 Besucher), Platz vier an die Grusel-Mär "The Village - Das Dorf" (180.000 Zuschauer). Auf Platz fünf ein weiterer Neustart: "Plötzlich Prinzessin 2", die Fortsetzung der Teenager-Komödie aus dem Jahr 2001, kann 150.000 Zuschauer verbuchen.
Außerdem neu in den Top Ten: "Resident Evil: Apocalypse" mit Milla Jovovich als Zombie-Jägerin (140.000 Kinogänger) und "Das Mädchen mit dem Perlenohrring". In Peter Webbers romantischem Drama spielt "Lost In Translation"-Star Scarlett Johansson die Muse des holländischen Malers Johannes Vermeer und lockte bei 77 Startkopien rund 60.000 Besucher an. Die herbstliche Witterung tut dem Kino gut: Etwa 2,2 Millionen Zuschauer hatten am vergangenen Wochenende Lust auf bewegte Bilder.
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