Box Office: Deutsche mögen's paranormal

Ein Spuk mit Webcams aufgezeichnet: Mit diesem Strickmuster buhlt die Reihe "Paranormal Activity" nun schon zum vierten Mal an den Kinokassen um schockresistente Teenager. In den USA schwächelt das Publikum ein wenig - die Deutschen dagegen lieben es.

Box Office: Teen trifft Poltergeist Fotos
Paramount Pictures

USA

1. Gewinner der Woche

Und wieder sind sie scharfgestellt, die Überwachungskameras in der kalifornischen Vorstadt. Einmal mehr versuchen US-Bürger nächtlichen Spukvorgängen per Webcams auf die Spuren zu kommen. Der vierte Teil von "Paranormal Activity" ist angelaufen. Dieses Mal muss sich das junge Paar Alex (Kathryn Newton) und Ben (Matt Shively) mit dem übersinnlich begabten Kleinkind Robby herumschlagen, das sich als Sohn der besessenen Katie (Katie Featherson) aus dem ersten Teil entpuppt. Klingt verschraubt? Offensichtlich hat auch das US-amerikanische Publikum mittlerweile genug von dem bewegungsmeldergestützten Horror-Franchise. Jedenfalls setzte "Paranormal Activity 4" am Startwochenende nur 30,2 Millionen Dollar um.

Aber was heißt hier nur? Bei einer Low-Budget-Horrorproduktion, die gerade mal sieben Millionen Dollar gekostet hat, ist das eigentlich ein fantastisches Ergebnis. Bei "Paranormal Activity" liegt die Messlatte allerdings hoch. Schließlich hatte der dritte Teil des Teenage-Schockers mit mit 52,6 Millionen vor genau einem Jahr noch einen historischen Oktober-Rekord erzielt.

Der Politthriller "Argo" mit Ben Affleck hält sich auch am zweiten Wochenende wacker mit einem Einspielergebnis von 16,63 Millionen Dollar - ein sensationelles Ergebnis für einen Actionfilm, der außerhalb der Vorweihnachtssaison startet.

2. Verlierer der Woche

Erinnert sich noch jemand an den Washingtoner Detektiv Alex Cross, den Morgan Freeman in den Filmen "Denn zum Küssen sind sie da" (1997) und "Im Netz der Spinne" (2001) verkörperte? Über eine Dekade nach der ersten beiden Filmen gibt's nun mit "Alex Cross" eine dritte Folge. Diesmal stellt Tyler Perry die Spürnase aus den Romanen von James Patterson dar. Zumindest kommerziell enttäuscht das Ergebnis: Am ersten Wochenende spielte der Film in den USA gerade mal 11,75 Millionen Dollar ein.

3. Zahl der Woche

74 Prozent der Kinobesucher, die sich "Alex Cross" anschauten, waren afroamerikanisch - eine Zahl, aus der die US-amerikanische Filmsite "Box Office Mojo" den Schluss zieht, dass der Film eben nur die "typische Tyler Perry-Crowd" interessiere. Und auch die nur mäßig: Für den in den USA hochbeliebten Schauspieler, Autor und Comedian war es der zweitschlechteste Start seit seinem Film "Daddy's Little Girls".

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Satte zweieinhalb Millionen Euro spielte "Paranormal Activity 4" am Startwochenende in deutschen Kinos ein - rund 320.000 Menschen wollten ihn sehen. Das ist der beste Filmstart der "Paranormal Activity"-Reihe. Ganz offensichtlich sind die Deutschen des Geweses um die kalifornischen Teenager und ihren per Webcam aufgezeichneten Levitationen und Geisterwandeleien noch lange nicht müde. Damit löst der "Paranormal"-Film den Zeichentrick-Blockbuster "Madagascar 3" als Nummer Eins an den deutschen Kinokassen ab.

2. Verlierer der Woche

Die Comic-Klassiker "Asterix & Obelix" hingegen mag man im Kino nicht mehr unbedingt sehen: Mit bloß 75.000 Zuschauern hatte "Im Auftrag Ihrer Majestät" den schwächsten Start, seit Gérard Depardieu den übergewichtigen Gallier Obelix verkörpert - immerhin in fünf Filmen seit 1999.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Carmen Losmans ebenso kühle wie finstere Dokumentation "Work Hard Play Hard" über die Untiefen der heutigen Arbeitswelten lief nur wenige Wochen in ausgewählten Programmkinos der Republik: Ein sehenswerter Film über Selbstoptimierung im Büromileu und Personaler, die darauf brennen, einen neuen Arbeitsethos "in die DNA unserer Mitarbeiter zu pflanzen". Das so etwas kein Massenpublikum findet, mag sich von selbst verstehen - um so besser, dass der Film jetzt auf DVD zu haben ist.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Noch verschraubter
Katzenpfote 22.10.2012
Das ist nicht der Sohn von Katie, sondern von ihrer Schwester Kristi aus dem zweiten Teil. Kann man übrigens auch bei Wikipedia nachlesen, wenn man sich für die Filme nicht interessiert und trotzdem was drüber schreiben muss.
2.
spon-facebook-1458354149 24.10.2012
Zitat von KatzenpfoteDas ist nicht der Sohn von Katie, sondern von ihrer Schwester Kristi aus dem zweiten Teil. Kann man übrigens auch bei Wikipedia nachlesen, wenn man sich für die Filme nicht interessiert und trotzdem was drüber schreiben muss.
1. Ist das doch völlig belanglos, weil die Filme einfach nur grässlich überhypter langweiliger Quatsch sind. Das sind halt Filme für kleine Kinder, die sich gerne mal 08/15 schocken lassen wollen. 2. Hat der Autor auch nicht so ganz über den Film geschrieben, da es keine Kritik ist, sondern "nur" die allgemeinen Kinoinformationen in einem Artikel verfasst hat. Klar, man könnte diese Tatsache schon recherschieren aber gerade bei so einem Fließbandkram wie "Paranormal Activity" macht das keinen Unterschied.
3. optional
spon-facebook-1458354149 24.10.2012
Edit: Es ist halt nur Mittel zum Zweck. Genauso gut hätte man den Hund von Rudolf Moshammer nehmen können.
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