Box Office: Afflecks "Argo" stürmt an die Spitze

Hurrikan "Sandy" zum Trotz: Ben Afflecks "Argo" beweist, dass ein trashiger Hollywoodstreifen manchmal Leben retten kann und erobert damit doch noch die Spitze der US-Kinocharts. Den deutschen Zuschauern steht die Laune dagegen eher nach animierter Kurzweil.

Box Office: Affleck beweist Stehvermögen Fotos
AP/ Warner Bros.

USA

1. Gewinner der Woche

Die Ruhe vor dem Sturm: Die drohenden Verwüstungen durch den Hurrikan "Sandy", verdarb den meisten US-Bürgern die Kinolaune. Dem Thriller "Argo" genügte daher ein verhältnismäßig dünner Umsatz von 12,4 Millionen Dollar, um nach zwei Wochen in Lauerstellung nun an die Spitze der Kinocharts vorzustoßen. Ben Afflecks dritte Regiearbeit profitiert allerdings auch davon, dass in der vergangenen Woche kein starker Konkurrent angelaufen ist.

Der Film basiert auf wahren Ereignissen im Jahr 1979. Um eine Gruppe Amerikaner aus dem Iran zu befreien, entwickelt CIA-Agent Tony Mendez (Affleck) einen ungewöhnlichen Plan: Unter dem Vorwand eines fingierten Hollywood-Blockbusters, der in Teheran gedreht werden soll, plant Mendez die sechs Landsleute als Crew-Mitglieder zu tarnen und so aus dem umkämpften Gebiet zu schleusen. Die Absurdität des Plots bietet dem Zuschauer ein abwechslungsreiches Gemisch aus Spannung und Humor - mit dezenten Seitenhieben auf die Traumfabrik Hollywood.

Der Animationsfilm "Hotel Transylvania" hält sich derweil wacker auf dem zweiten Platz. Mit einem Gesamteinspielergebnis von 130,4 Millionen Dollar ist die kinderfreundliche Monsterkomödie der erfolgreichste Film von Sony Animation ("Jagdfieber", "Die Schlümpfe") aller Zeiten.

Und "Cloud Atlas", das neue Werk von Tom Tykwer ("Lola rennt") und den Wachowski-Geschwistern ("Matrix")? Der Film spielte am Premierenwochenende zwar nur 9,6 Millionen Dollar ein. Dafür erreichte das prominent besetzte Epos (Tom Hanks, Halle Berry, Susan Sarandon, Hugh Grant) aber den besten Kopienschnitt aller Top-Ten-Filme am Wochenende.

2. Verlierer der Woche

Von allen guten Geistern verlassen ist der Gruselschocker "Paranormal Activity 4" sowieso. Doch nun bleiben auch noch die Zuschauer aus. Der Gewinner der Vorwoche rutschte auf den vierten Platz ab und erreichte nur noch einen Umsatz von 8,5 Millionen Dollar - das entspricht einem Verlust von 70 Prozent gegenüber dem Startwochende. Der dritte Teil der Horrorreihe verzeichnete im letzten Jahr einen ähnlich drastischen Abstieg.

3. Zahl der Woche

Die 13 ist für Abergläubige eine unheilvolle Zahl. Kein Wunder, dass sie den Spukprofis um Graf Dracula und Frankenstein dagegen Glück bringt. Der animierte Kassenschlager "Hotel Transylvania" ist der erfolgreichste im September gestartete Film seit dreizehn Jahren.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Die deutschen Kinocharts werden gleich von zwei Animationsfilmen angeführt. "Madagascar 3" hat "Paranormal Activity 4" wieder von der Spitze verdrängt und lässt auch den neu gestarteten "Hotel Transsilvanien" an sich abprallen. Das Europa-Abenteuer der tierischen Bande um den Löwen Alex hat damit die Zahl von drei Millionen Zuschauern geknackt - es ist erst der fünfte Film in diesem Jahr, dem das gelang.

2. Verlierer der Woche

In Deutschland schwächelt die Adaption eines populären Buches zur Premiere. Detlev Bucks Verfilmung von Daniel Kehlmanns Bestseller "Die Vermessung der Welt" lockte nur 120.000 Zuschauer ins Kino. Zehntausend weniger als der Action-Hit "96 Hours - Taken 2", der schon seit drei Wochen auf der Leinwand zu sehen ist.

Abwärts geht es auch für "Paranormal Activity 4": Nach einem kurzen Intermezzo an der Spitze fanden sich letzte Woche nur noch 155.000 Horror-Voyeure, die sich von dem Kameraspuk schocken lassen wollten.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Die französische Produktion "Holy Motors" hat vor allem auf diversen Filmfesten Aufsehen erregt. In den Kinosälen huschte das jüngste Werk von Leos Carax eher unauffällig durch die Programmkinos. Dabei ist "Holy Motors" eine vergnügliche und bildstarke Hommage ans Kino, die auch genau dort angeschaut werden sollte. Doch es wird Zeit: Der Film läuft nur noch in wenigen Häusern - und der nächste Film des Regisseurs lässt wahrscheinlich wieder mehr als ein Jahrzehnt auf sich warten.


Korrekturhinweis: In einer ersten Version dieses Artikels wurde "Cloud Atlas" ein eher mauer Start bescheinigt und der Film als Verlierer der Woche in den USA eingruppiert. Die spät am Montag eingetroffenen Zahlen zum Kopienschnitt widersprechen dieser Einschätzung jedoch. Wir haben dies korrigiert und bitten um Entschuldigung.

ajz/dpa

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1. Fehler.
gruschenko 29.10.2012
"Cloud Atlas" läuft in weniger Kinos als der Rest der Top10. "Argo läuft in fast 3000, "Hotel Transilvania" in über 3200. Trotzdem kein gutes Ergebnis.
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