Britische "Oscars" Ein Haufen Baftas für den Kiwi-König

Erst die Golden Globes, jetzt die Baftas: Der dritte Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie räumte auch bei der Verleihung der britischen "Oscars" ab. Unter den fünf Auszeichnungen für "Die Rückkehr des Königs" ist auch der begehrte Preis für den "besten Film". Die Schauspieler-Preise gingen an "Lost in Translation".


Szene aus "Die Rückkehr des Königs" (mit Elijah Wood): "Das Bier wird fließen wie Wasser"
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Szene aus "Die Rückkehr des Königs" (mit Elijah Wood): "Das Bier wird fließen wie Wasser"

London - "Die Rückkehr des Königs" gewann die Preise "Bester Film", "Bestes adaptiertes Drehbuch", "Beste Kamera", "Beste visuelle Effekte" und den Publikumspreis. Für den Erfolg seines Films macht Peter Jackson auch die Beliebtheit des Tolkien-Klassikers "Der Herr der Ringe" verantwortlich: "Obwohl wir ein Haufen Kiwis waren, die mit amerikanischem Geld gearbeitet haben, waren wir uns immer bewusst, dass wir auf eines der beliebtesten britischen Bücher schauen."

Allerdings musste Peter Jackson den Preis für "Beste Regie" dem australischen Regisseur Peter Weir überlassen. Jackson hatte gehofft, diesen Preis zu bekommen. Allerdings konnte das dem Neuseeländers den Spaß nicht verderben: "Die Party wird wahrscheinlich riesig sein. Hier sind ein paar Kiwis anwesend und das Bier wird fließen wie Wasser", sagte er in seiner Dankesrede. Die britische Filmakademie zeichnete Weirs Film "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt" außerdem mit den Preisen für das "beste Produktions-Design", das "beste Kostüm-Design" und den "besten Sound" aus.

Die beiden Hauptdarsteller aus Sofia Coppolas "Lost in Translation", Scarlett Johansson und Bill Murray, gewannen die Preise "Beste Schauspielerin" und "Bester Schauspieler". Für die erst 19-jährige Johansson kam der Preis "wirklich unerwartet". Sie dankte ihrer Mutter dafür, dass "sie immer da ist, um sie zum Vorspielen zu bringen und ihre danach Hotdogs zu kaufen." Bill Murray war nicht anwesend bei der Verleihung. Sofia Coppola las jedoch ein schriftliches Statement Murrays vor, der "riesig überrascht" war. "Lost In Translation" bekam außerdem den Bafta für den "besten Schnitt".

"Lost in Translation", Darsteller Johansson (l.), Murray, Regisseurin Coppola (im August 2003 in Venedig): "Riesig überrascht"
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"Lost in Translation", Darsteller Johansson (l.), Murray, Regisseurin Coppola (im August 2003 in Venedig): "Riesig überrascht"

Die Preise der British Academy of Film and Television Arts (Bafta) werden wie die Golden Globes als richtungsweisende Zeichen für die näher rückende Oscar-Verleihung (29. Februar) betrachtet. Für Anthony Minghella mit seinem Bürgerkriegs-Epos "Cold Mountain" war dies ein schlechtes Zeichen. Der Film, der schon bei den Globes trotz vielfacher Nominierung so gut wie leer ausging, ist für sieben Oscars nominiert. Bei den Baftas galt "Cold Mountain" mit 13 Nominierungen als Favorit, der Film gewann jedoch nur zwei Auszeichnungen: "Beste Musik" und "Beste Nebendarstellerin" für Renée Zellweger. Die Schauspielerin ("Chicago"), die schon letztes und vorletztes Jahr für den Bafta als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert war, bedankte sich bei der Crew, besonders aber bei ihren Filmpartnern Jude Law and Nicole Kidman. Es sei ein Privileg gewesen, mit ihnen an einer Seite arbeiten zu dürfen, sagte Zellweger.

In der Kategorie "Bester ausländischer Film" war auch der deutsche Beitrag "Good Bye, Lenin!" in den Wettbewerb gegangen. Der Preis ging jedoch an Michael Winterbottoms "In This World", der im vergangenen Jahr den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hatte.



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