Surffilm-Pionier Bruce Brown ist tot

Seine Doku "The Endless Summer" transformierte das Surfen vom Strandspaß zur Gegenkultur: Regisseur Bruce Brown ist gestorben. Ihm ging es um mehr als um die perfekte Welle.

Szene aus "The Endless Summer"
Getty Images

Szene aus "The Endless Summer"


Der amerikanische Dokumentarfilmer Bruce Brown ist tot. Er starb bereits am Sonntag auf seiner Ranch nahe Santa Barbara. Brown, der sich mit seinem Surffilm "The Endless Summer" einen Namen machte, wurde 80 Jahre alt.

Es lag etwas in der Luft im Sommer 1966, als Brown "The Endless Summer" in den USA in die großen Kinos kam. Im selben Jahr erschien auch das gefeierte Beach Boys-Album "Pet Sounds", auf dem die Partyband über mehr sang als den ewigen Strandurlaub.

Auch Bruce Brown wollte mit "The Endless Summer" mehr drehen als einen weiteren Surffilm. Von denen hatte er zuvor schon fünf gemacht, jeder diente der Bebilderung eines wachsenden Wassersport-Phänomens. Für Brown war Surfen aber kein Sport und keine Plantscherei, sondern eine Lebenseinstellung

Surffilm-Pionier Bruce Brown mit seinem Sohn Dana
Getty Images/ LA Times

Surffilm-Pionier Bruce Brown mit seinem Sohn Dana

Also packte er seine Kamera ein und reiste mit den beiden Surfern Mike Hynson und Robert August um die Welt, immer dem Sommer und der Brandung hinterher. Die beiden surften in den Gewässern vor Hawaii und in Neuseeland, testeten die Wellen vor Ghana und im Indischen Ozean.

Sie überquerten vier Mal den Äquator, und meistens hatte Brown die Kamera im Anschlag. Er filmte auf der Reise rund 14 Kilometer Filmmaterial.

Aus dem Schneideraum tauchte dann ein Film auf, der viel mehr eine innere Einstellung als sportliche Herausforderungen dokumentierte. "The Endless Summer" zeigt eine von Jugendlichen geprägte Gegenkultur, die gegen das Diktat des Erwachsenwerdens einen entspannten, offenen, vergnüglichen Lebensentwurf setzte.

Subjektive Kamera als Markenzeichen

Das macht "The Endless Summer", der zum Vorbild aller späteren Surffilme wurde, noch immer sehenswert. Bei aller Entspanntheit nahm Brown den Zuschauer aber doch mit rasanten Aufnahmen aufs Surfbrett, die subjektive Kamera wurde zu seinem Markenzeichen.

Das setzte er auch eindrucksvoll in seiner Motocross-Doku mit dem schönen deutschen Verleihtitel "Teufelskerle auf heißen Feuerstühlen" von 1971 ein. Im Original hieß der Film weit weniger reißerisch "On Any Sunday". Er wurde für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert.

Danach wurde es still um Brown, der in den Neunzigern eine Fortsetzung zu "The Endless Summer" drehte. Sein Sohn Dana Brown setzte die Familientradition fort und inszenierte 2003 den Surffilm "Step Into Liquid".



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