Nach Missbrauchsvorwürfen "Red Sonja" wohl ohne Bryan Singer

Lange schien es so, als würde ihn sein Erfolg auch vor schweren Missbrauchsvorwürfen schützen. Doch nun hat Regisseur Bryan Singer offenbar seinen Job beim Remake von "Red Sonja" verloren.

Bryan Singer
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Es ist still geworden um Bryan Singer. So still, dass eine potenziell explosive Neuigkeit über den umstrittenen "Bohemian Rhapsody"-Regisseur fast unterzugehen scheint: In einem Artikel über die Affäre von Warner Bros. CEO Kevin Tsujihara mit einer Schauspielerin hat der Branchendienst "Hollywood Reporter" am Mittwoch beiläufig erwähnt, dass Singer sein neuestes Filmprojekt verloren habe und nicht mehr Regie beim Remake des Achtzigerjahre-Actionfilms "Red Sonja" führen werde.

Damit wäre eine Entscheidung gefallen, auf die in der Branche seit Wochen gedrungen worden war. Erst im Januar hatte das Magazin "Atlantic" über neue Vorwürfe gegen Singer wegen des Missbrauchs von minderjährigen Jungen berichtet. Gerüchte über sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige kursieren seit über zwanzig Jahren über Singer, mehrere Anzeigen endeten jedoch ohne Gerichtsverfahren.

Der 53-Jährige hatte die Vorwürfe stets bestritten und sich dabei auf die Unterstützung von Studios wie Warner oder 20th Century Fox verlassen können, die mit ihm diverse Superhelden-Filme wie "Superman Returns" oder jüngst "X-Men: Apocalypse" umsetzten.

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Auch nachdem Singer vom Set des Freddie-Mercury-Biopics "Bohemian Rhapsody" gefeuert worden war - unter anderem soll er sich mit Hauptdarsteller Rami Malek überworfen haben - , hielten wichtige Produzenten an ihm fest: "Die 800 Millionen Dollar, die 'Bohemian Rhapsody' eingespielt hat und die den Film zum erfolgreichsten Drama aller Zeiten gemacht haben, sind Beleg für [Singers] bemerkenswerten Weitblick und Scharfsinn", begründete Avi Lerner von Millennium Films seine Entscheidung, weiterhin mit Singer bei "Red Sonja" zusammenzuarbeiten.

Bei den Oscars war die gespaltene Haltung der Branche zu Singer jedoch unübersehbar. "Bohemian Rhasody" gewann vier Trophäen, unter anderem für Malek als bestem Hauptdarsteller, Singer war jedoch nicht bei der Gala zugegen und wurde in keiner Dankesrede erwähnt. Obwohl die Dreharbeiten von Dexter Fletcher zu Ende geführt wurden, gilt Singer nach den Richtlinien der Directors Guild of America als alleiniger Regisseur des Erfolgsfilms.

Nach den Oscars wurde dann bekannt, dass die Entwicklung von "Red Sonja" bei Millennium Films bis auf Weiteres verschoben sei. Mehr Hintergründe liefert nun der "Hollywood Reporter". Er schreibt, dass Produzent Lerner keinen nationalen Verleiher für den Film finden konnte und Singer deshalb feuerte. Ob er nun auch von anderen Studios gemieden wird, wird sich erst in den nächsten Jahre zeigen. Bis auf Weiteres sind keine neuen Projekte, weder als Regisseur noch als Produzent, bei Singer angesetzt.

hpi



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