Cannes 82 Film-Frauen protestieren auf dem roten Teppich

Beim Filmfestival in Cannes haben Dutzende Frauen aus der Filmbranche ein Zeichen für mehr Chancengleichheit gesetzt - unter ihnen Cate Blanchett und Marion Cotillard.

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Jury-Präsidentin Cate Blanchett hat beim Filmfestival in Cannes Chancengleichheit und gleiche Bezahlung für Frauen gefordert. Im Namen von insgesamt 82 Frauen aus der Filmbranche verlas die Oscar-prämierte Schauspielerin den Appell gemeinsam mit der französischen Regisseurin Agnès Varda auf dem roten Teppich.

Dass sich 82 Frauen an dem Appell beteiligten, ist kein Zufall. Seit dem ersten Filmfestival in Cannes im Jahr 1946 stammten nur der 82 Filme im Wettbewerb von Frauen - gegenüber 1688 Beiträgen von männlichen Kollegen. Neben 71 Männern seien bislang nur zwei Frauen mit der Goldenen Palme geehrt worden: 1993 die neuseeländische Regisseurin Jane Campion für "Das Piano" sowie Varda im Jahr 2015 mit einer Ehren-Palme.

Die Schauspielerinnen und Regisseurinnen hielten symbolisch auf der Hälfte der Treppe inne, um zu zeigen, wie schwierig es für Frauen ist, in der Filmbranche erfolgreich zu sein. "Wir stehen gemeinsam auf diesen Stufen als Symbol für unsere Entschlossenheit. Die Stufen unserer Industrie müssen für alle erreichbar sein. Lasst sie uns erklimmen", sagte Blanchett.

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Blanchett, die wie ihre Mitstreiterin schwarz gekleidet auftrat, las den Appell auf Englisch vor, Varda auf Französisch. "Wir fordern unsere Regierungen und unsere Staatsgewalten auf, die Gesetze für Einkommensgleichheit anzuwenden", sagten die Frauen. Es sei an der Zeit, dass alle Positionen in der Filmbranche für Frauen geöffnet werden. Die 82 Frauen forderten zudem Transparenz in den Entscheidungsgremien.

"Frauen sind nicht in der Minderheit in der Welt und dennoch sagt unsere Branche das Gegenteil", beklagten Blanchett und Varda, die auf dem roten Teppich von Filmgrößen wie Claudia Cardinale, Jane Fonda und Marion Cotillard umgeben waren.

Die 71. Filmfestspiele in Cannes stehen im Zeichen der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche. Auch in Frankreich hatte die Affäre um den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hohe Wellen geschlagen. Rund hundert Frauen werfen dem früheren Filmproduzenten Belästigung oder Vergewaltigung vor. Mehrere der Fälle sollen sich in Cannes ereignet haben.

Dieses Jahr stammen von 21 Filmen, die um die Goldene Palme konkurrieren, nur drei von Regisseurinnen. In der Jury sind die Frauen dafür mit fünf zu vier in der Mehrheit.

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Blanchett hatte das Festival am Dienstag bereits mit einem Appell für Gleichberechtigung in der Filmbranche eröffnet. "Will ich mehr Frauen im Wettbewerb sehen? Natürlich", sagte die australische Schauspielerin. "Wird das bald passieren? Ich hoffe es." Die Gäste begrüßte sie mit den Worten: "Meine Damen, meine Damen, meine Damen, meine Herren...".

koe/AFP/AP



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