Filmfestspiele von Cannes Cate Blanchett wird Jurypräsidentin

Die Vergabe der Goldenen Palme beim Filmfestival von Cannes wird 2018 die Schauspielerin Cate Blanchett verantworten. Die Australierin engagiert sich stark gegen Sexismus im Filmbetrieb.

Cate Blanchett (2015 in Cannes)
AFP

Cate Blanchett (2015 in Cannes)


Die australische Schauspielerin Cate Blanchett ("Der Herr der Ringe") wird die Jury des diesjährigen Filmfestivals in Cannes leiten. Das teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. "Ich fühle mich geehrt durch das Privileg und die Verantwortung, der diesjährigen Jury vorzusitzen", sagte die 48-Jährige demnach. Sie sei schon in vielen verschiedenen Rollen zum Festival gekommen - "aber nie allein wegen des Vergnügens, das Füllhorn an Filmen anzuschauen, dass dieses großartige Festival birgt".

Festivalpräsident Pierre Lescure zeigte sich demnach "erfreut" über die Zusage der zweifachen Oscar-Gewinnerin (für ihre Rollen in Martin Scorseses "The Aviator" und "Blue Jasmine" von Woody Allen). Sie werde eine engagierte Präsidentin und eine großherzige Zuschauerin sein, so Lescure.

Beobachter werten Blanchetts Berufung auch als ein Statement. Die Australierin hatte zu den ersten Schauspielerinnen gehört, die im Zuge des Weinstein-Skandals sexuelle Übergriffe auf Frauen am Arbeitsplatz anprangerten. Sie gehört zu den Mitbegründern der Intiative "Time's Up" ("Die Zeit ist vorbei"), in der sich mehr als 300 Schauspielerinnen gegen sexuellen Missbrauch engagieren.

Cate Blanchett ist die zwölfte Jurypräsidentin in der 70-jährigen Geschichte des Festivals. Die Festspiele an der Côte d'Azur beginnen am 8. Mai und enden am 19. Mai mit der Vergabe der Goldenen Palme und der anderen Preise. Vergangenes Jahr hatte der spanische Regisseur Pedro Almodóvar der internationalen Jury vorgesessen. Der Hauptpreis ging damals an die schwedische Gesellschaftssatire "The Square" von Ruben Östlund.

feb/dpa/AFP/AP



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Seite 1
rka001 04.01.2018
1. ...
Das Wichtigste ist, daß sie sich stark gegen Sexismus im Filmbetrieb engagiert :>
io_gbg 04.01.2018
2.
Zitat von rka001Das Wichtigste ist, daß sie sich stark gegen Sexismus im Filmbetrieb engagiert :>
Es gibt sicher nicht *das* Wichtigste, aber dass sie sich dagegen auch in diesem Amt engagiert, ist wichtig und richtig. Dagegen kann außer Sexisten wohl keiner etwas haben.
paulvernica 04.01.2018
3. Unterstellung
Zitat von io_gbgEs gibt sicher nicht *das* Wichtigste, aber dass sie sich dagegen auch in diesem Amt engagiert, ist wichtig und richtig. Dagegen kann außer Sexisten wohl keiner etwas haben.
Ja, wenn man unterstellt dass Frauen sich nicht gegen sexuelle Übergriffe wehren könnten. Leider braucht es dazu offensichtlich eine MeToo Bewegung oder eine Jury-Präsidentin die sich auch darum kümmern. So entmündigen sich Frauen selbst, wenn wie im Falle Wedel noch 27 Jahre später Vorwürfe erhoben werden.
io_gbg 04.01.2018
4.
Zitat von paulvernicaJa, wenn man unterstellt dass Frauen sich nicht gegen sexuelle Übergriffe wehren könnten. Leider braucht es dazu offensichtlich eine MeToo Bewegung oder eine Jury-Präsidentin die sich auch darum kümmern. So entmündigen sich Frauen selbst, wenn wie im Falle Wedel noch 27 Jahre später Vorwürfe erhoben werden.
Nein, erstens unterstellt "man" das nicht, und selbst wenn es so wäre, änderte es nichts an der Wichtigkeit, gegen Sexismus vorzugehen. dass Frauen sich nicht gegen sexuelle Übergriffe wehren könnten. "Leider braucht es dazu offensichtlich eine MeToo Bewegung oder eine Jury-Präsidentin die sich auch darum kümmern." Ja, das braucht es offenbar. "So entmündigen sich Frauen selbst, wenn wie im Falle Wedel noch 27 Jahre später Vorwürfe erhoben werden." Nein, so entmündigen Frauen sich nicht. Im Gegenteil.
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