Cannes-Festival Coppola, Almodóvar und Kaurismäki im Wettbewerb

Hochkarätige Besetzung beim diesjährigen Filmfestival in Cannes: Aki Kaurismäki, Pedro Almodóvar und Sofia Coppola präsentieren ihre neuen Filme im Wettbewerb. Ein deutscher Beitrag geht nicht ins Rennen um die Goldene Palme.


Paris - Bis zuletzt hatte sich Volker Schlöndorff, 1979 Palmen-Gewinner mit "Die Blechtrommel", Hoffnungen auf eine erneute Cannes-Teilnahme mit seinen Film "Streik" gemacht. Das aufwändige Drama bebildert den Aufstand der Arbeiter auf der Danziger Lenin-Werft nach dem Rauswurf der Gewerkschafts-Heldin Anna Walentynowicz. Doch das 59. Festival an der Côte d'Azur (17. bis 28. Mai) muss ohne deutsche Beteiligung im Wettbewerb auskommen. Als deutsche Koproduktion läuft der neue Film des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki, "Laitakaupungin valot".

Regisseur Almodóvar: Mit neuem Film nach Cannes
AFP

Regisseur Almodóvar: Mit neuem Film nach Cannes

Außerdem im Wettbewerb vertreten sind der Italiener Nanni Moretti mit seinem Berlusconi-Film "Il Caimano", die amerikanische Regisseurin Sofia Coppola ("Lost in Translation") mit ihrem Historiendrama "Marie-Antoinette", der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar ("Sprich mit ihr") mit seinem neuen Werk "Volver" (mit Penelope Cruz) sowie der Brite Ken Loach mit "The Wind that Shakes the Barley").

Aus Frankreich stammen die drei Beiträge "Selon Charlie" von Nicole Garcia, "Quand j'étais chanteur" von Xavier Giannoli und "Flandres" von Bruno Dumont. Auch der Mexikaner Alejandro González Iñárritu ("21 Grams") ist mit "Babel" im Wettbewerb vertreten. In den Hauptrollen Brad Pitt und Cate Blanchett zu sehen.

Im Nebenprogramm "Un certain Regard" sind zwei Regisseure aus Deutschland vertreten: Oliver Schmitz mit "Place des fetes" und Tom Tykwer mit "True". Außerdem wurden drei Beiträge von deutschen Hochschulen eingeladen: "Firn" von Axel Koenzen (DFFB), "Jaba" von Andreas Bolm (HFF München/weltfilm gmbh) und "Mr. Schwarz, Mr. Hazen & Mr. Horlocker" von Stefan Müller (Fachhochschule Wiesbaden).

"In diesem Jahr gehen wir Risiken ein, wir wollen neue Namen auf die internationale Bühne bringen", erläutert Festivalchef Thierry Frémaux die Tatsache, dass im Vergleich zu Vorjahren weniger ganz große Regisseure präsent sind. Zu den jüngeren Filmemachern, die ein Chance auf die Goldene Palme erhalten, gehört neben dem Türken und dem Algerier auch der 31- jährige Amerikaner Richard Kelly mit seinem Film "Southland Tales".

Jury-Präsident ist der aus Hongkong stammende Regisseur Wong Kar-Wai, der unter anderem durch seine Romanze "In the Mood for Love" bekannt wurde. Zu seinem achtköpfigen Team gehören unter anderem die Schauspielerinnen Monica Bellucci, Helena Bonham Carter und Zhang Ziyi sowie die Regisseure Patrice Leconte und Tim Roth. Auch Hollywood-Darsteller Samuel L. Jackson ist Mitglied der Jury.

Eröffnet wird das Festival mit der Verfilmung des Bestsellers "The Da Vinci Code" (deutscher Buchtitel: "Sakrileg") mit Tom Hanks, Audrey Tautou und Jean Reno. Der amerikanische Thriller läuft außer Konkurrenz.

Nach Informationen der Agentur AFP soll der deutsche Schauspieler Daniel Brühl ("Good bye, Lenin") als Jury-Mitglied für die Sektion Cinéfondation nach Cannes kommen. Vor zwei Jahren waren Brühl und Julia Jentsch mit dem Film "Die fetten Jahren sind vorbei" im Hauptwettbewerb vertreten - die erste deutsche Beteiligung nach elf Jahren. Im vergangenen Jahr lief "Don't Come Knocking" von Wim Wenders im Wettbewerb, der Palmen-Gewinner von 1984 ("Paris, Texas") ging jedoch leer aus.

Die Wettbewerbsfilme im Überblick:

"Volver" - Pedro Almodóvar (Spanien)
"Red Road" - Andrea Arnold (Großbritannien)
"La raison du plus faible" - Lucas Belvaux (Belgien)
"Indigènes" - Rachid Bouchareb (Algerien)
"Iklimler" - Nuri Bilge Ceylan (Türkei)
"Marie-Antoinette" - Sofia Coppola (USA)
"Juventude em Marcha" - Pedro Costa (Portugal)
"El laberinto del fauno" - Guillermo del Toro (Mexiko)
"Babel" - Alejandro González-Iñárritu (Mexiko)
"Laitakaupungin Valot" - Aki Kaurismäki (Finnland)
"Southland Tales" - Richard Kelly (USA)
"Fast Food Nation" - Richard Linklater (USA)
"The Wind that Shakes the Barley" - Ken Loach (Großbritannien)
"Summer Palace" - Lou Ye (China)
"Il caimano" - Nanni Moretti (Italien)
"L'amico di famiglia" - Paolo Sorrentino (Italien)
"Flandres" - Bruno Dumont (Frankreich)
"Selon Charlie" - Nicole Garcia (Frankreich)
"Quand j'étais chanteur" - Xavier Giannoli (Frankreich)

bor/AFP/AP



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