Cannes-Filmfestival Wettbewerb mit Wenders, Jarmusch und Chéreau

Das Filmfestival von Cannes wartet in diesem Jahr mit hochkarätigen Teilnehmern auf: Am Wettbewerb um die Goldene Palme beteiligen sich unter anderem die Regisseure David Cronenberg, Patrice Chéreau, Jim Jarmusch, Gus Van Sant und Lars von Trier. Auch Wim Wenders ist mit seinem neuen Film dabei.


Regisseur Wenders: Rückkehr nach Cannes
DDP

Regisseur Wenders: Rückkehr nach Cannes

Cannes - Im letzten Jahr durfte das Nachwuchstalent Hans Weingartner mit seinem Rebellen-Film "Die fetten Jahre sind vorbei" nach Cannes fahren, dieses Jahr sind wieder die alten Meister dran: Wim Wenders wurde mit seinem neuen Film "Don't Come Knocking" an die Croisette eingeladen. Ein gutes Omen könnte sein, dass der deutsche Regisseur bei seinem Cowboy-Drama erneut mit dem US-Schauspieler und Poeten Sam Shepard zusammengearbeitet hat. Shepard schrieb einst das Drehbuch für das melancholische Road-Movie "Paris, Texas", mit dem Wenders 1984 die Goldene Palme gewann.

"Don't Come Knocking" erzählt die Geschichte des Hollywoodstars Howard Spence, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Nach einer durchzechten Nacht flieht er eines Morgens vom Set des Westerns, den er gerade dreht, und begibt sich auf die Suche nach sich selbst. Im Zuge des Films entdeckt er ein Leben, das er bisher verpasst hat, und eine Liebe, die er verloren glaubte.

Deutschland ist außerdem mit mehreren Koproduktionen im Wettbewerb vertreten: Lars von Triers neuer Film "Manderlay" wurde von Pain Unlimited in Köln koproduziert. Im Wettbewerbsbeitrag "Caché" von Michael Haneke wird ein erfolgreicher TV-Moderator mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als ein Unbekannter ihn mit mysteriösen Zeichnungen und Videobändern terrorisiert. Ein weiterer deutscher Beitrag ist in der Rubrik "Un Certain Regard" zu sehen: "Falscher Bekenner" von Regisseur Christoph Hochhäusler. Im offiziellen Programm außer Konkurrenz laufe zudem Fatih Akins Dokumentarfilm "Crossing The Bridge - The Sound of Istanbul", teilte die Marketing-Gesellschaft German Films mit.

Mit David Cronenberg, Gus Van Sant, Jim Jarmusch und Patrice Chéreau stellen sich zahlreiche international renommierte Regisseure erneut dem Wettbewerb von Cannes, wie der künstlerische Leiter der Festspiele, Thierry Frémaux, bekannt gab. Jarmusch ("Coffee & Cigarettes") schickt seinen neuen Film "Broken Flowers" ins Rennen, Cronenberg ("Existenz") wird mit seiner Comic-Verfilmung "A History of Violence" dabei sein. Der französische Regisseur Patrice Chéreau ("Intimacy") zeigt seine Joseph-Conrad-Verfilmung "Gabrielle" mit Isabelle Huppert, US-Filmemacher Gus Van Sant ("Elephant") tritt mit seiner fiktiven Musiker-Biografie "Last Days" an. Außerdem im Wettbewerb: Die experimentelle Comic-Adaption "Sin City" von Robert Rodriguez und Frank Miller sowie das Regie-Debüt des US-Schauspielers Tommy Lee Jones, "Three Burials of Melquiades Estrada".

Der Jury steht in diesem Jahr der in Sarajevo geborene Regisseur Emir Kusturica vor. Der Gewinner wird am 21. Mai bekannt gegeben. Das zwölftägige Festival wird mit dem französischen Film "Lemming" von Dominik Moll eröffnet. Außerhalb des Wettbewerbsrahmens laufen zwei US-Filme: "Match Point" von Woody Allen und "Star Wars: Episode III - Revenge of the Sith" von George Lucas.

Die 58. Internationalen Filmfestspiele finden vom 11. bis 22. Mai an der Cote d'Azur statt. Insgesamt gehen 20 Filme in den Hauptwettbewerb. Im vergangenen Jahr hatte Michael Moore mit seinem politischen Dokumentarfilm "Fahrenheit 9/11" die Goldene Palme gewonnen.

Die Wettbewerbsfilme im Überblick:


"Don't Come Knockin'" - Wim Wenders (Deutschland)
"Last Days" - Gus Van Sant (USA)
"A History of Violence" - David Cronenberg (Kanada)
"Manderlay" - Lars Von Trier (Dänemark)
"Broken Flowers" - Jim Jarmusch (USA)
"L'Enfant" - Jean-Pierre et Luc Dardenne (Belgien)
"Where The Truth Lies" - Atom Egoyan (Kanada)
"Free Zone" - Amos Gitaï (Israel)
"The Best of Our Times" - Hou Hsiao-Hsien (Taiwan)
"Three Burials of Melquiades Estrada" - Tommy Lee Jones (USA)
"Bashing" - Masahiro Kobayashi (Japan)
"Sin City" - Frank Miller, Robert Rodriguez (USA)
"Batalla en el cielo" - Carlos Reygadas (Mexiko)
"Kilomètre Zéro" - Hiner Saleem (Irak)
"Election" - Johnny To (China)
"Quando sei nato non puoi più nasconderti" - Marco Tullio Giordana (Italien)
"Shanghai Dreams" - Wang Xiaoshuai (China)
"Lemming" - Dominik Moll (Frankreich)
"Peindre ou faire l'amour" - Arnaud et Jean-Marie Larrieu (Frankreich)
"Caché" - Michael Haneke (Frankreich)



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