Filmfestspiele Türkisches Drama "Winter Sleep" gewinnt Goldene Palme in Cannes

Ein türkischer Film hat den Hauptpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen: "Winter Sleep" von Nuri Bilge Ceylan ist mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.

AFP

Cannes - Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht in diesem Jahr an den türkischen Film "Winter Sleep" von Nuri Bilge Ceylan. Das gab die Jury am Samstagabend zum Abschluss der 67. Festspiele bekannt. In "Winter Sleep" seziert der Regisseur über drei Stunden lang die Lethargie der türkischen Intellektuellen.

Es ist die zweite Palme für einen Film aus der Türkei. 1982 hatte das Drama "Yol - Der Weg" von Serif Gören und Yilmaz Güney den begehrten Preis gewonnen. Mit "Once Upon A Time In Anatolia" (Es war einmal in Anatolien) hatte Ceylan bereits 2011 in Cannes begeistert und wurde für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging in diesem Jahr an das Sozialdrama "Le meraviglie" der Italienerin Alice Rohrwacher. Der Brite Timothy Spall wurde für seine Leistung in "Mr. Turner" von Mike Leigh als bester Schauspieler ausgezeichnet. Die US-Amerikanerin Julianne Moore gewann für ihr Spiel in "Maps to the Stars" von David Cronenberg die Trophäe als beste Schauspielerin.

Der als großer Favorit gehandelte junge Regisseur Xavier Dolan bekam für "Mommy" den Preis der Jury - der dieses Mal zu gleichen Teilen auch an Jean-Luc Godard für dessen 3D-Experiment "Adieu au langage" gibt. Der deutsche Regisseur Wim Wenders war am Freitagabend für die Dokumentation "The Salt of the Earth" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ausgezeichnet worden. Der Film, den Wenders zusammen mit Salgados Sohn Juliano gedreht hatte, gewann den Spezialpreis der Sektion Un Certain Regard.

Das Filmfestival an der Côte d'Azur findet vom 14. bis 25. Mai statt. Die Jury wurde in diesem Jahr von der Neuseeländerin Jane Campion, 59, geleitet, der bislang einzigen Regisseurin, die jemals die Goldene Palme gewonnen hat. Eröffnungsfilm war das Biopic "Grace de Monaco" mit Nicole Kidman über Fürstin Gracia Patricia. 2013 hatte das hochgelobte Liebesdrama "Blau ist eine warme Farbe" (Originaltitel: "La Vie d'Adèle") den Hauptpreis gewonnen.

vks/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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muri321 24.05.2014
1. Immer gewinnt
Der Filmbeitrag aus dem Land , das politisch aktuell in der öffentlichen Kritik steht. Ob gerechtfertigt differenziert ist oder nicht und dann noch aus der zweifelhaften sucht des Westens
oli1893 24.05.2014
2. Politisch aktuell
Mit "Leviathan" hat auch ein russischer Beitrag im Wettbewerb teilgenommen. Dieser Titel hat aber nicht gewonnen. "The Search" hat den Tschetschenien-Konflikt zum Thema - ebenfalls keine Palme. "Winter Sleep" hat Publikum und Kritik begeistert und fasziniert. Die Jury-Entscheidung ist m. E. nachvollziehbar und gerechtfertigt.
euronote 24.05.2014
3. Immer gewinnt
Zitat von muri321Der Filmbeitrag aus dem Land , das politisch aktuell in der öffentlichen Kritik steht. Ob gerechtfertigt differenziert ist oder nicht und dann noch aus der zweifelhaften sucht des Westens
Ist mir auch schon aufgefallen,ist aber bestimmt nur Zufall,an dem ich nicht glaube.
Tades75 24.05.2014
4.
Nur Bilge Ceylan hat in den letzten 20 Jahren schon viele Preise in Cannes gewonnen, beste Regie, großer Preis der Jury und das beste Drehbuch, d. h. der Preis war NICHT politisch motiviert, es war eben an der Zeit, er war ?reif? für den Hauptpreis.
kuac 25.05.2014
5.
Zitat von muri321Der Filmbeitrag aus dem Land , das politisch aktuell in der öffentlichen Kritik steht. Ob gerechtfertigt differenziert ist oder nicht und dann noch aus der zweifelhaften sucht des Westens
Aktuell stehen auch die USA (Snowden/NSA) und Russland ( Ukraine) in der öffentlichen Kritik! Haben Sie den Film schon gesehen?
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