Filmfestspiele Cannes Ein "Party Girl" und viele ältere Herren

Jean-Luc Godard, Mike Leigh oder Ken Loach: Der Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes wird 2014 von Altmeistern beherrscht. Regisseurinnen sind in die Nebensektion verbannt.

Eröffnungsfilm 2014: "Grace de Monaco" mit Nicole Kidman in der Titelrolle
DPA/ Gaumont

Eröffnungsfilm 2014: "Grace de Monaco" mit Nicole Kidman in der Titelrolle


Paris - Altmeister bestimmen das Programm der Filmfestspiele von Cannes 2014. Wie Festivalpräsident Gilles Jacob und der Generaldelegierte Thierry Frémaux am Mittag in Paris bekanntgegeben haben, werden sowohl Jean-Luc Godard, 83, und Ken Loach, 77, als auch Mike Leigh, 71, ihre neuen Filme im Wettbewerb zeigen. Fast zum Ausgleich scheint Xavier Dolan eingeladen worden zu sein: Mit 25 Jahren ist der Kanadier einer der jüngsten Regisseure, denen Cannes je die Ehre hat angedeihen lassen.

Zu den 18 Beiträgen, die ins Rennen um die Goldene Palme gehen, gehören auch die neuen Arbeiten von Atom Egoyan, Tommy Lee Jones, David Cronenberg, Olivier Assayas und Nuri Bilge Ceylan. Wie allgemein erwartet sind auch die zweifachen Cannes-Gewinner Jean-Pierre and Luc Dardenne sowie Michel Hazanavicius, dessen späterer Oscar-Gewinnerfilm "The Artist" seinen Siegeszug 2011 in Cannes begann, vertreten.

Seitdem das Künstlerinnen-Kollektiv La Barbe zusammen mit den Filmschaffenden Coline Serreau, Virginie Despentes und Fanny Cottençon 2012 in einem Brandbrief beklagte, dass Regisseurinnen im Wettbewerb von Cannes marginalisiert würden, gilt dem Frauenanteil im Wettbewerb besonderes Augenmerk. Mit zwei Regisseurinnen, Naomi Kawase und Alice Rohrwacher, liegt er in diesem Jahr wieder sehr niedrig.

Akin hat Film zurückgezogen

Wie Festivalleiter Frémaux aber betonte, sind von den 49 Filmen, die bislang für alle Sektionen des Festivals ausgesucht worden sind, 15 von Frauen. Diese Arbeiten sind jedoch vor allem in der Nebensektion "Un Certain Regard" zu sehen: Hier zeigen unter anderem Asia Argento und Jessica Hausner ihre Filme. "Party Girl", der Eröffnungsfilm der Sektion, stammt ebenfalls überwiegend von Frauen. Hier teilen sich Marie Amachoukeli, Claire Burger und Samuel Theis die Regie. Gut möglich aber, dass das Regiedebüt eines Hollywoodstars alle Aufmerksamkeit auf sich zieht: Ryan Gosling, der an der Croisette bislang nur als Schauspieler ("Drive", "Only God Forgives") auftrat, ist mit seiner ersten Regiearbeit "Lost River" zu "Un Certain Regard" eingeladen.

Deutsche sind in diesem Jahr nicht vertreten. Ursprünglich hatte auch Fatih Akin seinen neuen Film "The Cut" über den Völkermord an den Armeniern für den Wettbewerb eingereicht. Am vergangenen Wochenende war jedoch bekannt geworden, dass Akin den Film zurückgezogen hat und nun einen Festivalstart im Herbst anpeilen soll.

Das 67. Filmfestival an der Côte d'Azur findet vom 14. bis 25. Mai statt. Die Jury wird von der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion, 59, geleitet, der bislang einzigen Regisseurin, die jemals die Goldene Palme gewonnen hat. Eröffnet wird das renommierte Festival mit dem Biopic "Grace de Monaco" mit Nicole Kidman über Fürstin Gracia Patricia. 2013 hatte das hochgelobte Liebesdrama "Blau ist eine warme Farbe" (Originaltitel: "La Vie d'Adèle") den Hauptpreis gewonnen.

hpi/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Criticz 17.04.2014
1. Verbannung
Zitat von sysopDPA/ GaumontJean-Luc Godard, Mike Leigh oder Ken Loach: Der Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes wird 2014 von Altmeistern beherrscht. Regisseurinnen sind in die Nebensektion verbannt. http://www.spiegel.de/kultur/kino/cannes-programm-2014-mit-loach-leigh-godard-gosling-a-965001.html
Wieso wurden denn RegisseurInnen verbannt" ? Vielleicht waren die Filme einfach nicht geeignet. Was soll diese Aufteilung nach Geschlechtern? Ein Film ist gut - oder schlecht. Egal ob von Mann oder Frau gemacht. Und Frauen haben keinen Anspruch, nur weil sie Frauen sind, in bessere Sektionen zu kommen, obwohl der Artikel mit der üblichen Beleidigtattitüde und Andeutung von Diskriminierung uns offensichtlich genau das einreden will. Wo wird das enden? Frauenquoten in Cannes? 50% aller goldenen Palmen für den besten Film ab 2014 an Filme von Frauen. Egal ob der Film gut oder schlecht ist? Und bei den Norbelpreisen machen wir doch gleich weiter.... "Schöne" neue Genderwelt.....
tylerdurdenvolland 18.04.2014
2. ALso, ich muss schon bitten!
Zitat von CriticzWieso wurden denn RegisseurInnen verbannt" ? Vielleicht waren die Filme einfach nicht geeignet. Was soll diese Aufteilung nach Geschlechtern? Ein Film ist gut - oder schlecht. Egal ob von Mann oder Frau gemacht. Und Frauen haben keinen Anspruch, nur weil sie Frauen sind, in bessere Sektionen zu kommen, obwohl der Artikel mit der üblichen Beleidigtattitüde und Andeutung von Diskriminierung uns offensichtlich genau das einreden will. Wo wird das enden? Frauenquoten in Cannes? 50% aller goldenen Palmen für den besten Film ab 2014 an Filme von Frauen. Egal ob der Film gut oder schlecht ist? Und bei den Norbelpreisen machen wir doch gleich weiter.... "Schöne" neue Genderwelt.....
Wie kann man nur zwanzigstes Jahrhundert sein..... "Filme gibt es viele, politische Korrektheit nur eine!" Und jetzt setzen sie sich und schreiben den Satz 100 mal...
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