Chronik Chronik - Die Höhepunkte der Berlinale

Mehr als 1000 Filme haben seit der ersten Berlinale 1951 an dem Wettbewerb um den Goldenen Bären teilgenommen. Stars und Sternchen, Glanz und Glamour, Skandale und Eklats gab es genug seitdem.


1951

Die ersten Internationalen Filmfestspiele Berlin werden am 6. Juni im Titania-Palast eröffnet. Mit dem Goldenen "Berliner Bären" werden unter anderen Leopold Lindtbergs "Die Vier im Jeep" und die Walt-Disney-Produktion "Cinderella" ausgezeichnet.

1954
Glanz und Glamour halten Einzug: Mit Sophia Loren, Gina Lollobrigida und Yvonne de Carlo kommen drei "Filmgöttinnen" gleichzeitig nach Berlin.

1955
Erstmals geht der Goldene Bär an eine deutsche Produktion: Robert Siodmaks Literaturverfilmung "Die Ratten".

1956
Die Berliner Filmfestspiele erhalten den so genannten "A-Status", mit dem sie formal den Festivals in Cannes und Venedig gleichgestellt werden.

1957
Erstmals wird der Wettbewerb im Zoo-Palast ausgetragen. Über mehr als vier Jahrzehnte wird das Kino den Mittelpunkt der Festspiele bilden.

1970
Das Jahr des großen Skandals: Ein Streit um die Aufführung der Vietnam-Parabel "O.K." von Michael Verhoeven fuhrt zum Abbruch des Festivals und der Selbstauflösung der Jury.

1971
Nach dem Skandal von 1970 wird das "Internationale Forum des jungen Films" als Ergänzung und Gegenpol zum Wettbewerb gegründet. Ziel der neuen Sektionen ist laut Reglement, "über avantgardistische und progressive Entwicklungen des Films in allen Ländern zu informieren sowie diese Entwicklungen zu unterstützen".

1976
Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt den Film "Im Reich der Sinne" von Nagisa Oshima wegen des Verdachts der Pornografie und verhindert damit eine Aufführung im Internationalen Forum. Das Ermittlungsverfahren wird nach fünf Monaten eingestellt.

1978
Nach langjähriger Debatte wird die Berlinale vom Sommer in den Winter verlegt. Damit will sich die Festspielleitung vor allem vom Sommerfestival in Cannes abheben.

1979
Wieder sorgt ein Vietnam-Film für einen Skandal. Nach der Aufführung von Michael Ciminos "The Deer Hunter" ziehen mehrere sozialistische Länder ihre Wettbewerbsbeiträge zurück.

1985
Mit Rainer Simons "Die Frau und der Fremde" wird zum ersten und einzigen Mal ein Film aus der DDR mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

1986
Reinhard Hauffs RAF-Film "Stammheim" gewinnt den Goldenen Bären. Die Jury-Vorsitzende Gina Lollobrigida erklärt bei der Bekanntgabe der Preisträger, dass sie gegen den Film gestimmt habe und verstößt damit gegen ihre Schweigepflicht - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Berlinale.

1990
Nach Öffnung der Mauer finden die Festspiele erstmals auch im Ostteil Berlins statt.

1999
Die Berlinale nimmt Abschied vom Zoo-Palast. Der letzte Goldene Bär, der in dem Kino verliehen wird, geht an das amerikanische Kriegsepos "Der schmale Grat".

2000
Die Berlinale zieht zum 50. Jubiläum an den Potsdamer Platz um. Für die Festspiele beginnt eine neue Ära.



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