Box Office B-Film schlägt Blockbuster-Helden

Die Konkurrenz bot Stars wie Bruce Willis oder Ryan Reynolds, große Budgets und 3-D-Zuschläge: Trotz alledem triumphierte in den US-Kinocharts ein kleiner Horrorfilm - "The Conjuring". Da zeichnet sich ein Trend ab.

Es ist der Horror: Hausbesitzerin Carolyn (Lili Taylor) im Überraschungshit "The Conjuring"
Warner Bros.

Es ist der Horror: Hausbesitzerin Carolyn (Lili Taylor) im Überraschungshit "The Conjuring"


USA

1. Gewinner der Woche

Ein Underdog ist der Gewinner eines Wochenendes, an dem erstmals seit längeren vier weitverbreitete Neustarts um die Gunst des US-Kinopublikums warben. Es gewann der Film mit dem niedrigsten Produktionsbudget, nämlich der Horrorfilm "The Conjuring", der mit dem Untertitel "Die Heimsuchung" am 1. August auch in die deutschen Kinos kommen wird.

Der Schocker von Horrorspezialist James Wan ("Saw" und "Insidious") kostete in der Herstellung nur 20 Millionen Dollar, die Hauptdarsteller (Vera Farmiga, Lili Taylor, Patrick Wilson) sind zwar keine Unbekannten, aber man tut ihnen wohl nicht unrecht, wenn man sie nicht als Stars bezeichnet. Dennoch lockte der Film mit einem Plot über paranormale Geschehnisse, der einen realen Hintergrund haben soll, die meisten Zuschauer ins Kino und spielte an seinem Startwochenende mit 41,5 Millionen Dollar unerwartet viel Geld ein.

2. Verlierer der Woche

Hinter "The Conjuring" musste sich der DreamWorks-Animationsfilm "Turbo" einsortieren, dessen Startwochendumsatz von 21,5 Millionen Dollar nur für Platz drei reichte - vielleicht war mit "Despicable Me 2" und "Monsters University" der Appetit nach großen Cartoon-Filmen für den Sommer bereits gestillt?

Schlimmer erging es allerdings der Senioren-Action-Fortsetzung "Red 2" mit Bruce Willis, die mit 18,5 Millionen Dollar hinter dem vor drei Jahren gestarteten ersten Teil zurückblieb, der damals zum Start 21,8 Millionen einspielte - das ergab diesmal nur den fünften Rang.

Doch der schlimmste Verlierer der Woche kam nur auf Platz 7 - und das trotz Stars wie Ryan Reynolds und Jeff Bridges: "R.I.P.D." kam inklusive 3-D-Zuschlag nur auf einen Umsatz von 12,8 Millionen Dollar. Regie führte der aus Deutschland stammende Robert Schwentke - der zuletzt den ersten Teil von "Red" gedreht hatte.

3. Zahl der Woche

Was "R.I.P.D." zum Flop macht, ist nicht in erster Linie der siebente Rang in den Kinocharts (obwohl der auch enttäuschend ist), sondern dass die Science-Fiction-Komödie Produktionskosten von 180 Millionen Dollar verschlungen haben soll.

Damit reiht sich "R.I.P.D." ein in die Liste der mit großen Budgets ausgestatteten Filme dieses Sommers, die ihre Blockbuster-Erwartungen nicht erfüllen konnten, so wie "After Earth", "The Lone Ranger" oder auch "Pacific Rim".

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Besser laufen hingegen in der Regel die Fortsetzungen bereits eingeführter Geschichten. Gleich zwei davon führen die deutschen Kinocharts in dieser Woche an: "Ich - Einfach unverbesserlich 2" verteidigt seinen Spitzenplatz mit 253.000 verkauften Kinokarten. Doch das Komödiantengipfeltreffen "Kindsköpfe 2" kam dem Animationsfilm ganz schön nah: Adam Sandler, Kevin James, David Spade und Chris Rock wollten zum Start 231.000 Zuschauer sehen.

Ein großer Erfolg ist auch der Neueinstieg der Gesellschaftskomödie "Paulette". Der französische Film über eine Rentnerin, die Haschkekse verkauft, schaffte es direkt auf Platz acht - 25.000 Zuschauer sind eine stolze Zahl für eine eher kleine Produktion.

2. Verlierer der Woche

Mit großem Budget durfte Fantasy-Spezialist Guillermo del Toro bei dem Actionfilm "Pacific Rim" arbeiten. Doch trotz Monstern und Robotern reichte es nur für Platz drei in den deutschen Kinocharts mit 140.000 Zuschauern.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Ein starkes Duo ist wieder vereint: Regisseur Nicolas Winding Refn und Hauptdarsteller Ryan Gosling können zwar den kommerziellen Erfolg ihrer letzten Zusammenarbeit, "Drive", nicht wiederholen. Doch "Only God Forgives" ist bei aller Brutalität ein Meisterwerk - und hätte mehr als die 15.000 Zuschauer verdient, die ihn zum Start auf Platz zehn der Charts brachten.

feb/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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SchwesterPolyester 22.07.2013
1. Anglizismen ...
"Box Office: B-Film schlägt Blockbuster-Helden" Ich denke 'man' darf hier den B-Film auch als das benennen was er ist, ein B-Movie und die Helden können auch Heros sein, es geht schließlich um das us-amerikanische Kino und der Rest der Headline nutzt ohnehin schon ausgiebig die englische Sprache ;)
kork22 22.07.2013
2. Only God Forgives
Wie üblich gilt: Immer in den Film gehen, der von SPON verrissen wird und umgekehrt.
Demokrator2007 22.07.2013
3. Re: Only God forgives
Zitat von kork22Wie üblich gilt: Immer in den Film gehen, der von SPON verrissen wird und umgekehrt.
Kino: Only God Forgives von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/kino/kino-only-god-forgives-von-nicolas-winding-refn-mit-ryan-gosling-a-910776.html) Wenn das ein Verriß ist, dann würde ich auf ein Lob von SpON verzichten wollen. Ansonsten scheint zu gelten, je unglaubwürdiger die Stories werden umso beliebter sind sie bei den Amis. Mit dem Marvel-Schrott und dem ganzen "Sequelgedöns" beweist die Traumfabrik außerdem nicht gerade das sie noch in der Lage ist, Träume zu verarbeiten-eher Alpträume. Umso erfreulicher wenn Außenseiter (geplante) Blockbuster "weghauen".
Stelzi 22.07.2013
4.
Zitat von Demokrator2007Kino: Only God Forgives von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/kino/kino-only-god-forgives-von-nicolas-winding-refn-mit-ryan-gosling-a-910776.html) Wenn das ein Verriß ist, dann würde ich auf ein Lob von SpON verzichten wollen. Ansonsten scheint zu gelten, je unglaubwürdiger die Stories werden umso beliebter sind sie bei den Amis. Mit dem Marvel-Schrott und dem ganzen "Sequelgedöns" beweist die Traumfabrik außerdem nicht gerade das sie noch in der Lage ist, Träume zu verarbeiten-eher Alpträume. Umso erfreulicher wenn Außenseiter (geplante) Blockbuster "weghauen".
Widersprüchliches Gesülz. Anders kann mans nicht nennen. Erst sollen Fantasy/Sci-Fi Themen weg, weil sie deiner (bescheidenen) Meinung nach nicht glaubwürdig genug sind, und dann rufst du doch nach der Umsetzung von Träumen - wer ist gestorben, dass du hier die Deutungshoheit für dich reklamierst? Und dieses SPON geswurbel von Aussenseiters und Flops ist ja ohnehin lächerlich. Tatsächlich hat The Conjuring auch nicht weniger als 70 Millionen Dllar gekostet - 50M fürs Marketing und Landesweiten verleih, sonst geht nämlich nicht nur kaum wer hin weil den Film niemand kennt, sondern auch weil er nur in ein paar Kinos läuft. Diese "Aussenseiter" sind in wahrheit auch geplante Erfolge mit kleinem Produktionsbudget aber riesiegem Marketing und Verleih. Über Erfolg oder Flop entscheidet übrigens nicht as Startwochenende alleine. Viel mehr als mit Kinokarten wird ohnehin mit DVD und BR verdient.
Demokrator2007 22.07.2013
5. @Stelzi Meine persönliche Meinung (ohne Deutungshoheit)
Zitat von StelziWidersprüchliches Gesülz. Anders kann mans nicht nennen. Erst sollen Fantasy/Sci-Fi Themen weg, weil sie deiner (bescheidenen) Meinung nach nicht glaubwürdig genug sind, und dann rufst du doch nach der Umsetzung von Träumen - wer ist gestorben, dass du hier die Deutungshoheit für dich reklamierst? Und dieses SPON geswurbel von Aussenseiters und Flops ist ja ohnehin lächerlich. Tatsächlich hat The Conjuring auch nicht weniger als 70 Millionen Dllar gekostet - 50M fürs Marketing und Landesweiten verleih, sonst geht nämlich nicht nur kaum wer hin weil den Film niemand kennt, sondern auch weil er nur in ein paar Kinos läuft. Diese "Aussenseiter" sind in wahrheit auch geplante Erfolge mit kleinem Produktionsbudget aber riesiegem Marketing und Verleih. Über Erfolg oder Flop entscheidet übrigens nicht as Startwochenende alleine. Viel mehr als mit Kinokarten wird ohnehin mit DVD und BR verdient.
Wie ich schon an anderer Stelle bei SpON schrieb: Was für eine Deutungshoheit unterstellst du mir hier, auf die du dann zusätzlich klugscheißt? Das alles weiß ich ebenfalls, brauche deswegen diese altklugen Ratschläge nicht. Mit "Träumen" meinte ich vielmehr das Filme auch mal ohne Kriegswaffen auskommen können und ohne das haufenweise Leute abkratzen- z.B. sowas wie "Ziemlich beste Freunde" oä. und keinen grenzdebilen Schwachsinn ala "Hangover 1,2,3" oder eben "Red 2" Ciao DerDemokrator P.S. Wieder nur meine persönliche Meinung ohne Deutungshoheit;-)
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