"Der Duft der Frauen" Regisseur Dino Risi gestorben

Er galt als Altmeister der italienischen Komödie und drehte mit den großen Stars seiner Epoche - der Film "Der Duft der Frauen" war sein Meisterstück. Nun ist der talienische Regisseur Dino Risi 91-jährig in Rom gestorben.


Rom - Dino Risi war einer der namhaftesten Regisseure Italiens - und ein Meister der Komödie. In seinen mehr als 50 Filmen spielten unzählige italienische und ausländische Stars mit, darunter Sophia Loren, Lino Ventura, Marcello Mastroianni und Vittorio Gassmann sowie Romy Schneider, Catherine Deneuve, Anita Ekberg und Roger Moore. Am Samstag starb der Filmregisseur im Alter von 91 Jahren in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Sophia Loren nannte Risis Tod einen "großen Verlust für das italienische Kino".

Regisseur Risi: Desillusionierter Beobachter, Altmeister der Komödie
AP

Regisseur Risi: Desillusionierter Beobachter, Altmeister der Komödie

Der am 23. November 1916 in Mailand geborene Risi studierte zunächst Medizin und spezialisierte sich auf die Psychiatrie, bevor er sich der Filmbranche zuwandte - zunächst als Kritiker, dann als Dokumentarfilmproduzent und schließlich als Regisseur.

Risi drehte Ende der vierziger Jahre einige Kurzfilme und seit den fünfziger Jahren Langfilme. Die junge Sophia Loren wirkte 1955 in einem seiner ersten Spielfilme mit, "Liebe, Brot und tausend Küsse". Besonders bekannt wurde Risi mit "Der Duft der Frauen", der 1974 für den Oscar nominiert wurde und der mit dem französischen Filmpreis César für den besten ausländischen Fillm prämiert wurde. Hauptdarsteller Vittorio Gassmann wurde in Cannes geehrt. 18 Jahre später drehte Hollywood ein Remake des Films mit Al Pacino in der Hauptrolle.

Risis Filme zeigen meist eine Fröhlichkeit, die sich ins Dramatische verkehrt, so auch das Roadmovie "Verliebt in scharfe Kurven" aus dem Jahr 1962 mit Gassmann und Jean-Louis Trintignant, der in Italien als das bedeutendste Werk des Filmemachers gilt. 2002 drehte und schrieb Risi für das italienische Fernsehen seinen letzten Film, die Komödie "Die Mädchen von Miss Italien", die Schönheitswettbewerbe auf die Schippe nimmt. Im selben Jahr wurde Risi beim Filmfestival von Venedig mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Als im Juli vergangenen Jahres Risis Landsmann und Kollege Michelangelo Antonioni und der schwedische Regisseur Ingmar Bergman am selben Tag starben, sagte der damals 90-Jährige mit der für ihn typischen Ironie: "Ich könnte auch jederzeit gehen, aber ich warte lieber noch, denn momentan würden sie meinen Tod gleich nach den Sportergebnissen verkünden."

Risi zeigte sich noch wenige Tage vor seinem Tod in der Öffentlichkeit: Am Mittwoch nahm er bei einem Filmfestival in Castelvolturno bei Neapel einen Preis entgegen. Bei der Gelegenheit besuchte er auch seinen Sohn Marco, der ebenfalls Regisseur ist und in der Gegend drehte.

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano würdigte Risi am Samstag als "aufmerksamen und desillusionierten Beobachter der Tatsachen und des Verhaltens, der dem italienischen Film eine sehr persönliche Prägung gegeben hat".

Risis Leiche soll am Montag im Haus des Kinos in Rom aufgebahrt werden, wo nach Angaben der Familie des Toten eine "streng laizistische" Zeremonie stattfinden soll.

hoc/AFP



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