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Deutscher Filmpreis: "Gegen die Wand" räumt ab

Nach dem Triumph bei der Berlinale ist Fatih Akins "Gegen die Wand" nun auch der große Sieger beim Deutschen Filmpreis 2004. Das Beziehungsdrama gewann bei der 54. Verleihung des höchstdotierten nationalen Kulturpreises am Freitagabend in Berlin fünf goldene "Lolas". Eine bekam Hauptdarstellerin Sibel Kekilli.

Schauspielerin Kekilli: "Lola" für "Gegen die Wand"
AP

Schauspielerin Kekilli: "Lola" für "Gegen die Wand"

Berlin - Akins Streifen erhält nicht nur den mit bis zu 500.000 Euro verbundenen Filmpreis in Gold als bester Spielfilm, der türkischstämmige Hamburger Filmemacher setzte sich auch in der Kategorie Regie durch. Die "Gegen die Wand"-Protagonisten Sibel Kekilli und Birol Ünel wurden von der Jury als beste Hauptdarsteller gekürt. Für die Kameraarbeit in dem Streifen wurde Rainer Klausmann ebenfalls mit einem Filmpreis in Gold ausgezeichnet.

Der Film "Gegen die Wand", der bei der diesjährigen Berlinale den Goldenen Bären gewonnen hatte, zeichnet eine raue Liebes- und Eifersuchtsgeschichte innerhalb der zweiten türkischen Einwanderergeneration in Deutschland. Die 20-jährige Sibel (Kekilli) überredet den doppelt so alten Alkoholiker Cahit Tomruk (Ünel) zu einer Scheinheirat, um ihrem überkommenen Traditionen verhaftetem Elternhaus zu entfliehen.

 Peter Lohmeyer in "Das Wunder von Bern": Schauspieler des Jahres
SENATOR FILM

Peter Lohmeyer in "Das Wunder von Bern": Schauspieler des Jahres

Filmpreise in Silber in der Kategorie Spielfilm und eine Prämie bis 400.000 Euro gingen an "Kroko" von Sylke Enders und "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann. Der Fußball-Film ist auch Gewinner des undotierten Publikumspreises "Deutscher Kinofilm des Jahres", und Hauptdarsteller Peter Lohmeyer wurde von den Zuschauern als Schauspieler des Jahres gewählt.

Schauspieler Mario Adorf erhält als Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film ebenfalls einen Filmpreis in Gold. Der beste ausländische Streifen ist "Lost in Translation" von Oscar-Preisträgerin Sofia Coppola. Zwei Filmpreise in Gold gingen an "Herr Lehmann" von Leander Haußmann: Detlev Buck setzte sich bei den Nebendarstellern durch, und der Autor des gleichnamigen Kultbuches, Sven Regener, in der Kategorie verfilmtes Drehbuch. Eine goldene "Lola" geht auch an Aelrun Goettes Dokumentation "Die Kinder sind tot".

Zu der Gala im Tempodrom waren rund 2000 Gäste geladen, darunter viel Prominenz aus Film und Fernsehen. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) lobte in ihrer Eröffnungsansprache die neue Generation deutscher Filme und sprach sich zugleich gegen Kürzung von Filmförderungen. Die jungen Regisseure sähen ihre Rolle nicht mehr darin, die "Selbstdarstellungsrituale Hollywoods zu kopieren", sondern besäßten Mut, eigenwillige Geschichten in ihrer eigenen Sprache zu erzählen, betonte Weiss.

Die Auszeichnungen wurde in 18 Kategorien vergeben. Der Deutsche Filmpreis ist mit einer Gesamtprämie von fast 2,9 Millionen Euro ausgestattet. Ab 2005 soll die Anfang September 2003 gegründete Deutsche Filmakademie den Preis ausrichten.

Nathalie Waehlisch, ddp

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