Deutscher Filmpreis Goldene Lola für "Drei Tage in Quiberon"  

Das Romy-Schneider-Drama "3 Tage in Quiberon" von Emily Atef triumphiert wie erwartet beim Deutschen Filmpreis. Regisseurin, Schauspielerinnen und Schauspieler wurden ausgezeichnet, wie auch der Film insgesamt.

Getty Images

"3 Tage in Quiberon", ein intensives Schwarz-Weiß-Portrait Romy Schneiders in ihrer großen Lebenskrise, ist am Freitagabend in Berlin mehrfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden.

Das Drama gewann auch die Haupttrophäe der Preisverleihung: die Goldene Lola für den besten Film. Regisseurin Emily Atef bekam zudem die Lola für die beste Regie, Hauptdarstellerin Marie Bäumer erhielt den Preis als beste Schauspielerin. Auch Birgit Minichmayr und Robert Gwisdek (beste Nebenrollen) wurden für ihre Leistungen in dem Drama ausgezeichnet. Weitere Preise gab es für Kamera und Filmmusik. "3 Tage in Quiberon" war mit zehn Nominierungen der große Favorit des Abends gewesen und wurde insgesamt sieben Mal bedacht.

Der zweite Preis in der Kategorie "bester Spielfilm" ging an Fatih Akin für sein Drama "Aus dem Nichts". Den dritten Preis in der Hauptkategorie holte "Western" von Valeska Grisebach.

Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Franz Rogowski für sein Wirken in Thomas Stubers Großmarkt-Liebesgeschichte "In den Gängen" geehrt. Sowohl "In den Gängen" als auch "3 Tage in Quiberon" waren bereits bei der Berlinale gefeiert worden, am Ende des Festivals aber leer ausgegangen.

In den weiteren Kategorien gewannen:

Der besucherstärkste Film des Jahres: die Schulkomödie "Fack ju Göhte 3". Autor und Regisseur Bora Dagtekin nahm die Lola dafür entgegen.

Für das beste Drehbuch wurden Fatih Akin und sein Co-Autor Hark Bohm ("Aus dem Nichts") ausgezeichnet.

Hark Bohm wurde gleich ein zweites Mal geehrt: mit der Ehren-Lola für herausragende Verdienste um den deutschen Film.

Der beste Kinderfilm des Jahres war laut den Juroren "Amelie rennt" von Tobias Wiemann.

Die Doku-Lola ging an die Künstlerbiografie "Beuys" von Andres Veiel.

Die Filmschaffenden sprachen im Laufe des Abends immer wieder aktuelle Themen wie die #MeToo-Debatte und ihre Folgen oder den Antisemitismus in der Gesellschaft an. Akademie-Präsidentin Iris Berben sagte, die längst überfällige Debatte um Sexismus und Machtmissbrauch in der Filmbranche müsse ohne Häme und Ausgrenzung geführt werden.

Sie wehre sich dagegen, dass Männer unter Generalverdacht gestellt würden. Aber wo es Einschüchterung und Mobbing gebe, müsse es heißen: "Eure Zeit ist vorbei. Nehmt euch mal 'ne Auszeit", rief die Schauspielerin.

Die Lola in Gold für den besten Spielfilm ist mit 500.000 Euro dotiert, die Nominierungsprämie von 250.000 Euro wird mit angerechnet. Das Preisgeld muss für die Produktion eines neuen Films verwendet werden. Zu der Preisverleihung in Berlin versammelten sich rund 2000 prominente Gäste.

ans/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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spassamarbeiten 27.04.2018
1. mit dem Vorschlaghammer...
schaut man sich alte NDR Talkshows an mit Michael Jürgs, wünscht man sich direkt ein Loch zum Fremdschämen. Es gibt eine legendäre Aufnahme , Gast Falco und Moderator neben der ebenfalls rüden Alida Gundlach, war Michael Jürgs. Es war sein Stil, Gäste und Interview Partner blosszustellen. Das geschah mit einer derartigen Respektlosigkeit das man wie gesagt als Zuschauer das Loch zum Fremdschämen suchte. Auf ähnliche Sensationslust war Michael Jürgs aus, als er Romy Schneider in Quiberon besuchte. 30 Jahre nach ihrem Tod eine international gefeierte Schauspielerin erneut blossstellen zu wollen - nein, das ist nicht unsensibel, das ist typisch deutsch. Stars darf es nicht geben, man muss sie auseinandernehmen. Zum Glück gibt es ja keine Stars mehr - das deutsche Publikum ist mit Helene Fischer und Matthias Schweighöfer auch viel besser bedient. Selbst die Zähne von Jürgen Vogel wirken nicht abschreckend, denn er ist einer wie sie selbst. Da muss nichts mehr demontiert werden. Romy Schneider mit der Darstellung von Jessica Schwarz darzustellen war schon Grips-Theater. Jetzt aber eine kranke , zerbrechliche Romy Schneider auch noch zu demontieren, immerhin hatte man ihr gerade eine Niere entfernt !! mit der Hauptdarstellerin einer Rosamunde Pilcher Schauspielerin, das ist der Tiefste Punkt des Lochs zum Fremdschämen. Und wenn man schon sich an Biografische Stoffe macht, so hat man die Hinterbliebenen um Erlaubnis zu fragen. Auch das hat man mal wieder nicht gemacht. Mit gutem Recht hat die 101 jährige Olivia de Havilland Klage in Los Angeles eingereicht gehabt, weil sie sich falsch portraitiert sah in der Serie "Feud". In Deutschland scheint das Persönlichkeitsrecht erst erfunden werden zu müssen.
flosse66 27.04.2018
2. Die einzigen, die an der Lola interessiert sind...
... sind die Filmschaffenden wg. der Kohle. Oder geht tatsächlich irgendjemand in einen Film, weil der Lolas (Who/What she?) gewonnen hat? Wenn es nicht um viel Geld ginge, könnte man ihn ebenso wie den Echo abschaffen.
dragondeal 28.04.2018
3. @#1
Erstens hat sich Romy Schneider weitestgehend selbst demontiert, ihr war vollkommen bewusst, wie die deutsche Journalie mit ihr umging. Und zweitens ist ihre Titulierung "Pilcher-Schauspielerin" mehr als peinlich. Das sind nicht meine Filme, genauso wenig, wie viele Romy Schneider Filme meins sind, aber man kann nicht vom Filmstoff und den persönlichen Präferenzen auf die schauspielerische Leistung schließen.
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