Deutscher Filmpreis "Vincent will Meer" räumt bei Lola-Verleihung ab

Bester Film und bester männlicher Hauptdarsteller - das Roadmovie "Vincent will Meer" ist der große Gewinner des Deutschen Filmpreises. Aber auch "Drei" und "Poll" wurden gleich mehrfach mit den begehrten Lola-Statuen ausgezeichnet.

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Berlin - Der 61. Deutsche Filmpreis in Gold geht an das Roadmovie "Vincent will Meer". In dem Film erzählt Regisseur Ralf Huettner die Geschichte von drei schwer therapiebedürftigen jungen Menschen und den vielen komischen Momenten, die ihr Aufbruch vom Rand der Gesellschaft mit sich bringt.

Außer dem Deutschen Filmpreis in Gold als besten Film ging auch die Auszeichnung für den besten männlichen Schauspieler an die Tragikomödie "Vincent will Meer": Florian David Fitz freute sich am Freitagabend im Berliner Friedrichstadtpalast über seine Lola. Damit folgte die Deutsche Filmakademie dem Geschmack des Kinopublikums - mehr als eine Million Menschen haben "Vincent will Meer" bislang gesehen.

Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde Sophie Rois für ihre Rolle in der Beziehungsgeschichte "Drei" von Regisseur Tom Tykwer ausgezeichnet - sie konnte die Lola wegen einer Erkrankung nicht persönlich entgegennehmen. Für den Film bekam Tykwer auch die Auszeichnung für die beste Regie.

Das Historiendrama "Poll" erhielt die Preise für die beste männliche Nebenrolle (Richy Müller), die beste Kamera, das beste Kostüm- und das beste Szenenbild. Als beste weibliche Nebendarstellerin bekam Beatriz Spelzini für ihre Rolle in "Das Lied in mir" die Lola.

Deutsche Filmakademie stiftet Bernd-Eichinger-Preis

Über die Auszeichnung für das beste Drehbuch konnten sich die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli freuen - sie schrieben das Skript für "Almanya - Willkommen in Deutschland". Die Einwandererkomödie erhielt zudem den Deutschen Filmpreis in Silber. "Wir sind wirklich platt", sagten die Schwestern Samdereli.

Die bronzene Lola ging an das RAF-Drama "Wer wenn nicht wir" von Regisseur Andreas Veiel.

Das Gedenken an den im Januar überraschend gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger zog sich durch den gesamten Gala-Abend. "Ich denke, während ich hier spreche, sehr stark an Bernd, weil er auch so eine Art Heimat war", erinnerte Tom Tykwer in seiner Dankesrede an Eichinger, der ein enger Freund von ihm war. Akademie-Präsidentin Iris Berben sagte, Eichinge fehle unglaublich, als Filmemacher, aber auch als Freund. Künftig sollten alle drei Jahre Teams mit dem Bernd-Eichinger-Preis geehrt werden, die Filme in seinem Sinne machten.

Einen undotierten Ehrenpreis erhielt der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase (u.a. "Solo Sunny", "Sommer vorm Balkon") für sein Lebenswerk. "Ich bin nicht nur erfreut, sondern auch ermutigt - und das braucht man in jedem Alter", sagte der 80-Jährige.

Die Goldene Lola ist die höchste Auszeichnung für die deutschen Filmschaffenden. Zur Verleihung des 61. Deutschen Filmpreises waren am Freitagabend mehr als 1800 Prominente gekommen. Insgesamt werden in den 16 Kategorien knapp 2,9 Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.

fdi/dpa/dapd



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