Diane Kruger und Kendrick Lamar Oscar-Academy lädt 928 neue Mitglieder ein

Die Academy will kein Verein alter, weißer Männer mehr sein. Deshalb lädt sie 928 Künstler neu ein, um über Oscar-Gewinner abzustimmen - ein Rekord. Auch Deutsche erhielten Post aus Hollywood.

REUTERS

Wer über die Oscar-Gewinner abstimmen will, muss Mitglied in einem exklusiven Klub sein: der Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences. Allerdings handelt es sich um einen sehr großen exklusiven Klub: Die Academy lud jetzt 928 Filmschaffende neu ein, akzeptieren sie alle, wächst die Anzahl der Mitglieder auf 9226.

Post aus Hollywood erhielten unter anderen die Schauspieler und Schauspielerinnen Daniel Kaluuya ("Get Out"), Blake Lively, Emilia Clarke ("Game of Thrones", "Terminator: Genisys") Timothee Chalamet ("Call My By Your Name"), Rashida Jones und Evan Rachel Wood("Westworld").

Fotostrecke

8  Bilder
Oscar-Academy: Die Klasse von 2018

Aus Deutschland dabei sind Diane Kruger ("Aus dem Nichts") und der Musiker Hauschka (Filmmusik zu "1000 Arten Regen zu beschreiben"). Auch die Regisseure Jean-Pierre Jeunet ("Die fabelhafte Welt der Amélie"), Sean Baker ("The Florida Project") und Michel Gondry erhielten Einladungen.

Die Academy unternimmt seit dem Skandal um die Oscar-Verleihung 2016 Anstrengungen, unter ihren Mitgliedern für mehr Diversität zu sorgen. Damals waren wichtige Leistungen schwarzer Künstler nicht gewürdigt worden, der Ärger über die als Verein alter weißer Männer wahrgenommene Academy entlud sich in sozialen Netzwerken unter #OscarsSoWhite.

Bis 2020 will die Academy vielfältiger werden und die Anzahl von Frauen, Schwarzen und Angehörigen von Minderheiten deutlich steigern. Nehmen alle Künstler die Einladung an, wächst die Anzahl von Frauen auf 31 Prozent, "People of color" haben dann einen Anteil von 16 Prozent.

2017 lud die Academy 774 neue Mitglieder ein, 2016 waren es 638 - so viele wie in diesem Jahr waren es aber noch nie.

kae



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fabsel123 26.06.2018
1.
Ihr habt es vielleicht noch nicht mitbekommen aber People of Colour wird mittlerweile nicht mehr verwendet. Da der Begriff es so aussehen lässt als wären POC alle gleich mit den selben Erfahrungen, da dem nicht so ist soll man nun die einzelnen Ehtnien aufzählen.
runningstar 26.06.2018
2. Und die Regeln werden sicher auch geändert
Wenn ein Weißer einen Oskar bekommt, muss beim nächsten mal ein Farbiger den Oscar bekommen. Wenn ein Film schön bunt ist, muss er Vorteile bekommen, ungeachtet des Drehbuches, der Leistung des Regisseurs und der Schauspieler.
Newspeak 26.06.2018
3. ...
Es ist ironisch. Wäre man wirklich divers, dann würde man nicht bei jeder Gelegenheit irgendwelche Körper- oder Herkunftsmerkmale zur Einteilung von Menschen in Gruppen benutzen und die Leistung von Menschen daran messen. Vor allem aber würde man das Individuum sehen, und nicht die Statistik. Ansonsten handelt man nämlich nicht sehr viel anders, als es die Faschisten tun.
varphi 26.06.2018
4. Wenn ich so etwas lese ...
„Ihr habt es vielleicht noch nicht mitbekommen aber People of Colour wird mittlerweile nicht mehr verwendet.“ ... legt sich’s quer bei mir. Das ist genau der Grund warum diese Debatte einfach nervig wird. Wie man‘s macht...kann man es nicht einfach mal positiv stehen lassen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.