Dick Smith Legendärer Maskenbildner von "Pate" und "Exorzist" gestorben

Er prägte mit seiner Make-up-Kunst Filme wie "Der Exorzist" und "Der Pate": Dick Smith ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Der Maskenbilder galt als Experte für Spezialeffekte und die Verwandlung junger Schauspieler in Greise.

ddp images/ interTOPICS/ mptv

Los Angeles - Jahrzehntelang faszinierte und schockierte er Kinofans gleichermaßen: Die von Dick Smith arrangierte Alterung Marlon Brandos zum Patriarchen Vito Corleone in "Der Pate" oder Linda Blairs Verwandlung zum Monster in "Der Exorzist" prägten die Filmgeschichte mit. Nun ist der erste Maskenbildner, der für sein Lebenswerk einen Oscar erhalten hat, in Kalifornien gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

"Der Meister ist von uns gegangen", teilte sein Schüler Rick Baker am Donnerstag auf Twitter mit. "Mein Freund und Mentor Dick Smith ist nicht mehr unter uns", schrieb der 63-jährige Make-up-Künstler und Oscar-Preisträger weiter. "Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein." Baker hatte selbst nach seiner Ausbildung bei Smith an Kinofilmen wie "American Werewolf" und "Men in Black" mitgewirkt.

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Auf Bakers Tweet reagierten auch die Söhne des nun gestorbenen Künstlers. "Unser Leben wurde gesegnet von der unerschütterlichen Liebe unseres Vaters und wir danken aus ganzem Herzen für Ihre freundlichen Worte in Erinnerung an ihn", erklärten David und Douglas Smith mit Blick auf Bakers Tweet.

Dustin Hoffman machte er mit Schaum zum Greis

Ursprünglich soll Smith keinerlei Interesse an Make-up gehabt haben. Erst durch einen Zufall erfuhr er während seiner Zeit an der Universität in Yale von den Möglichkeiten, die es mit Make-up in Filmen gab. Er begeisterte sich dermaßen dafür, dass er sich in seiner Freizeit zum "Glöckner von Notre Dame" verwandelte und damit seine Kommilitonen erschreckte - später spielte er in einer "Frankenstein"-Aufführung das Monster.

Nach seiner Zeit bei der US-Army gab Smith daraufhin dem Make-up fürs Fernsehen eine Chance: In einem seiner ersten Jobs war er als Maskenbildner für die Parteispitzen der US-Demokraten beim Parteitag 1948 verantwortlich, bereits seit 1945 war er beim Sender NBC als erster Make-up-Mann angeheuert. In Hollywood ließ er in den folgenden Jahrzehnten unzählige Stars auf der Leinwand altern und machte so etwa mit Latexschaum aus dem Mittdreißiger Dustin Hoffman in "Little Big Man" einen Hundertjährigen. Auch David Bowie ließ er altern - und verwandelte ihn in "Begierde" in einen greisen Vampir.

1985 erhielt Smith gemeinsam mit Paul LeBlanc einen Oscar für das Make-up in dem Film "Amadeus", 2011 wurde er von der Oscar-Akademie zusätzlich mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

mxw/dpa/AP

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