"Ein Käfig voller Narren" Regisseur Edouard Molinaro ist tot

Er drehte mit Louis de Funès und Brigitte Bardot, seine Komödie "Ein Käfig voller Narren" ist ein Klassiker des Kinos. Nun ist der französische Filmemacher Edouard Molinaro im Alter von 85 Jahren in Paris an Lungenversagen gestorben.

Edouard Molinaro (September 2013): Regisseur der Kultkomödie "Ein Käfig voller Narren"
AFP

Edouard Molinaro (September 2013): Regisseur der Kultkomödie "Ein Käfig voller Narren"


Paris - Der französische Filmemacher Edouard Molinaro ist tot. Der Regisseur vieler turbulenter Komödien starb am Samstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Paris an Lungenversagen, wie aus seinem Umfeld mitgeteilt wurde.

Molinaro war Schöpfer von Klassikern wie der Schwulen-Komödie "Ein Käfig voller Narren" (1978) mit Michel Serrault und Ugo Tognazzi sowie "Die Filzlaus" (1973) mit Lino Ventura und Jacques Brel.

Ende der fünfziger Jahre zählte Molinaro zur Nouvelle Vague, der Bewegung junger französischer Filmemacher, die sich gegen die etablierte Ästhetik und Struktur damaliger Filme wendeten und eine neue Stilrichtung prägten. Später drehte er vor allem leichte Komödien.

Die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti würdigte Molinaro als einen "leidenschaftlichen Filmemacher, der seine vielfältigen Talente im Fernsehen und in Spielfilmen zur Geltung brachte". Er habe immer den richtigen Ton getroffen.

Für die Kult gewordenen Komödie "Ein Käfig voller Narren" ("La Cage aux folles") schrieb Ennio Morricone die Filmmusik. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Jean Poiret.

In den neunziger Jahren verfilmte Molinaro erneut mehrere Theaterstücke für die große Leinwand, drehte aber vor allem Filme und Serien für das Fernsehen.

Molinaro, der am 13. Mai 1928 in Bordeaux zur Welt kam, drehte auch mit Brigitte Bardot und Anthony Perkins ("Die Verführerin", 1964), Jean-Paul Belmondo ("Jagd auf Männer", 1964) und Louis de Funès ("Oscar", 1967). Er stammte aus einer bürgerlichen Familie und war bekannt für seinen Perfektionismus bei der Arbeit, aber auch für seine Bescheidenheit.

sun/AFP/dpa



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