Eine Stadt und ihr Witz: "Bielefeld-Verschwörung" wird verfilmt

Gibt es sie, oder gibt es sie nicht: die Stadt oder Nicht-Stadt Bielefeld? Seit Jahren kursieren Gerüchte im Netz, dass Bielefake nur eine Erfindung sei, um beispielsweise die Landung eines Ufos vorzubereiten. Jetzt wird der Verschwörungsscherz verfilmt.

Bielefeld - Allen Menschen, die tatsächlich aus dem Epizentrum Ostwestfalens stammen, muss dieser Witz wie ein hartgekauter Kaugummi vorkommen, der sich zwischen den Zähnen verheddert hat, und einfach nicht aufhören will, einfach da zu sein: Die "Bielefeld-Verschwörung".

Stadt Bielefeld: Können Straßenkarten lügen?
DPA

Stadt Bielefeld: Können Straßenkarten lügen?

Auf Erstsemesterpartys oder in Online-Foren müssen sich Gebürtige, sobald sie ihren Geburtsort preisgeben, den ewiggleichen Satz anhören. "Bielefeld - das gibt's doch gar nicht." Doch jetzt will die Stadt auf den hartnäckigen Mythos reagieren und den selbsternannten Spaßmachern quasi a priori die Argumente aus den Mündern nehmen. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Freitag mitteilte, wird die "Bielefeld-Verschwörung" verfilmt. Und verantwortlich für das Werk sollen Medienwissenschaftler der lokalen Universität und die Marketingagentur der Stadt selbst sein.

Wie konnte es überhaupt soweit kommen? 1994 brachte der damalige Informatikstudent Achim Held via Usenet das Gerücht in die Welt, dass es die Stadt am Teutoburger Wald nicht gebe. Grundlage seiner Theorie war ein bierlauniges Gespräch mit Kommilitonen, an dessen Ende die Vermutung stand, dass die Existenz der Stadt den Menschen nur vorgegaukelt wird, um von den Machenschaften einer nicht näher konkretisierten Geheimorganisation (in Helds Text immer nur "SIE" genannt) abzulenken.

So soll sich auf dem Stadtgebiet beispielsweise der totgeglaubte US-Präsident John F. Kennedy versteckt halten oder eine Ufo-Sekte die Landung von Außerirdischen vorbereiten. Sämtliche realexistierenden Straßenschilder, Autokennzeichen ("BI") oder auch Ortsmarken in Presseartikeln wie bei diesem Text seien nur dazu da, um von den wahren Geschehnissen abzulenken.

Über die Jahre verselbstständigte sich die "Bielefeld-Verschwörung" zu einem der bekanntesten deutschen Internet-Scherze. Heute gibt es diverse Internetseiten und einen eigenen Wikipedia-Eintrag, die den Stadtwitz dokumentieren.

Was in Sachen Ernsthaftigkeit von dem Film über die Verschwörung zu halten ist, lässt sich an den Worten des Filmprojektleiters Fabio Magnifico ablesen. Der Lehrbeauftragte für Film- und Videoproduktionen an der Fachhochschule Bielefeld sagte der dpa, bis zum Frühjahr 2010 solle ein "Agenten-Thriller im Stil von James Bond" entstehen. Gedreht werde in Griechenland - und in Bielefeld.

Nach einem Schlusspunkt des Running Gag hört sich das nicht an.

chc/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
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1. Aus dem Artikel
locate 13.02.2009
---Zitat von Artikel--- Doch jetzt will die Stadt auf den hartnäckigen Mythos reagieren und den selbsternannten Spaßmachern quasi a priori die Argumente aus den Mündern nehmen. ---Zitatende--- Wie ich sehe ist der Spiegel selbst Teil der Verschwörung. Offenbar konnten die "Bielefelder" die Redaktion für ihre Sache gewinnen. Um so wichtiger bleibt der Kampf für die Wahrheit: Bielefeld gibt es nicht, und eine imaginäre "Stadt" kann keinen Film machen lassen!
2. :-)
mbberlin, 13.02.2009
Herrlich! Ich habe mehrere Jahre im grauenhaften Bielefeld gearbeitet. Oder bilde ich mir das nur ein?
3. Erbärmlich
NorQue, 13.02.2009
Wow, eine uralters Intenetmeme wird verfilmt. Das ist ja toll! Unglaublich! Jetzt warte ich auf Hamsterdance, the dancing Baby und All Your Base Are Belong To Us. Von Something Awful kann man sich dann langsam zum 4chan Material vorarbeiten, das reicht dann die nächsten 30 Jahre. Habe in Bielefeld studiert, der fünfmillionste Bielefeldwitz von Leuten die sich für unglaublich originell halten ist einfach nur erbärmlich.
4. ...
gallstone, 13.02.2009
ganau das! mbberlin :D
5. Netter Versuch
yoog, 13.02.2009
aber nein, ich werde hier keine Informationen preisgeben. SIE lesen hier nämlich auch mit.
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