Eklat bei der Oscar-Ausrichtung: Top-Produzent Brian Grazer übernimmt

Stühlerücken bei der Oscar-Gala 2012: Nachdem Regisseur Brett Ratner wegen schwulenfeindlicher Äußerungen zur Kündigung gedrängt wurde, übernimmt "24"-Produzent Brian Grazer die Ausrichtung der Show. Offen ist, wer den ebenfalls abgesprungenen Eddie Murphy als Gastgeber ersetzen wird.

Produzent Brian Grazer: Übernimmt die Oscar-Show Zur Großansicht
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Produzent Brian Grazer: Übernimmt die Oscar-Show

Hamburg/Los Angeles - Die Entscheidung fiel schnell: Nachdem Regisseur Brett Ratner (42, "Rush Hour") seine Kündigung als Produzent der Oscar-Gala bekanntgegeben hatte, wurde binnen kürzester Zeit Top-Produzent Brian Grazer ("24", "A Beautiful Mind") für den freigewordenen Job gewonnen. Ob Grazer das schwierige Vorspiel zur wichtigsten Feier des Filmbetriebs bis zur Veranstaltung im Februar 2012 vergessen machen kann, bleibt abzuwarten.

Grazers Vorgänger Ratner, Regisseur der gerade angelaufenen Action-Komödie "Aushilfsgangster", war in den letzten Tagen wegen schwulenfeindlicher Äußerungen unter Beschuss geraten. Deshalb sagte er letztlich selbst beim Oscar ab; wenig später zog Ratners Freund und Hauptdarsteller Eddie Murphy nach, der als Gastgeber für die Gala engagiert gewesen war.

Wer Murphys Platz einnehmen wird, ist noch unklar. Mit Brian Grazer hat man immerhin für den ausgefallenen Ausrichter einen würdigen Ersatz gefunden. Der 60-Jährige ist einer der smartesten Köpfe der Branche, der sowohl intelligente Fernsehserien wie "Arrested Development" als auch Blockbuster wie "Cowboys & Aliens" produziert hat. Mit dem von ihm produzierten Drama "A Beautiful Mind" gewann er einen Oscar. "Er wird ganz bestimmt sein enormes Talent, seine Kreativität und seine Verbundenheit zu den Oscars einbringen", sagte Akademie-Chef Tom Sherak über die Wahl Grazers.

Die Suche nach einem neuen Gastgeber dürfte derweil auf Hochtouren laufen. Schließlich steht und fällt mit ihm die Oscar-Gala. Er wird in die Fußstapfen von profilierten und souveränen Präsentatoren wie Billy Crystal, Whoopi Goldberg und Steve Martin treten. Allerdings liegt die Messlatte aktuell nicht ganz so hoch: Dieses Jahr führten die Schauspieler James Franco und Anne Hathaway gemeinsam als Moderatoren durch die Show - verbreiteten dabei allerdings nur bescheidenen Glanz. Die Oscars werden am 26. Februar 2012 zum 84. Mal vergeben.

cbu/dpa

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1. Ganz einfach:
Nellodee 10.11.2011
Nehmt Neil Patrick Harris. Dann wird´s legen...
2. Unverständnis!
athinai 10.11.2011
Zitat von sysopStühlerücken*bei der Oscar-Gala 2012: Nachdem Regisseur Brett Ratner wegen schwulenfeindlicher Äußerungen zur Kündigung gedrängt wurde, übernimmt "24"-Produzent Brian Grazer die Ausrichtung der Show. Offen ist, wer den ebenfalls abgesprungenen Eddie Murphy als Gastgeber ersetzen wird. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,796954,00.html
Ich verstehe nicht das ein jüdischer Regisseur diese schwulenfeindlichen Äußerungen von sich geben konnte.Als Sohn jüdisch-osteuropastämmiger Eltern hätte man von ihm doch mehr Sensibilität erwartet.Oder sprach aus ihm nicht der Verstand sondern nur der Macho?
3. Das darf man nicht!
Röschen44 10.11.2011
Aber man darf gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis man auch gegen Pädos nichts mehr sagen darf. Scheint ja alles genetisch vorbestimmt zu sein und daher einfach normal. Irgendwie schafft es die westliche Gesellschaft, immer weiter im freien Fall. Ein Boden ist nicht in Sicht.
4. 1
Rockker 10.11.2011
Zitat von athinaiIch verstehe nicht das ein jüdischer Regisseur diese schwulenfeindlichen Äußerungen von sich geben konnte.Als Sohn jüdisch-osteuropastämmiger Eltern hätte man von ihm doch mehr Sensibilität erwartet.Oder sprach aus ihm nicht der Verstand sondern nur der Macho?
Ja...und...wie könnte dann auch noch der schwarze Eddie Murphy der Nachfare der Sklaven, Ratner beistehen und aus Protest, die Moderation aufgeben? Das Ganze ist doch lächerlich... Wie monströs die Politica-Correctness-Walze in den letzten Jahren gewachsen ist- da wird einem unheimlich... Da wird sofort abgesagt, gekündigt, rausgeschmissen...ist einfach unglaublich und die Leute werden dabei für immer brandmarkt...egal wie wieviel sie sich entschuldigen.. Mel Gibson, Lars von Trier...Brett Ratner... Sogar die Katholische Kirche vergibt...nur die gnadenlose Political-Correctness-Walze nicht..sie vergibt niemandem. Also mehr Gelassenheit wäre bei solchen Affärchen gefragt, statt die ganze Hysterie...
5. ...
sol invictus 10.11.2011
Genau, da man Sohn jüdisch-osteuropastämmiger Eltern ist kann man keinen dummen Spruch ablassen. Sehe auch nichts "schwulenfeindliches" in den Spruch "nur Schwuchtel proben", es ist schlicht und ergreifend Niveaulos, man muss nicht immer alles auf die Goldwaage legen.
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