Spanischer Filmemacher: Bigas Luna ist tot

Regisseur Bigas Luna: Wegbereiter des spanischen Films Fotos
AFP

Penélope Cruz verhalf er zu ihrer internationalen Karriere, Javier Bardem gab er dessen erstes Drehbuch in die Hand: Der katalanische Regisseur Bigas Luna gehörte zu den einflussreichsten Figuren der spanischen Filmbranche. Jetzt ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

Hamburg/Barcelona - Spaniens Filmbranche trauert um einen ihrer größten Macher: Der Regisseur Bigas Luna, Entdecker der Hollywood-Stars Penélope Cruz und Javier Bardem, ist tot. Wie die Familie des Katalanen mitteilte, erlag er am Samstag in seiner Wohnung in La Riera de Gaià bei Tarragona den Folgen einer Krebserkrankung.

Wie Lunas Pressesprecherin Pilar Morillo erklärte, hätten nur seine engsten Angehörigen von dem Krebsleiden gewusst. Trotz seiner Krankheit habe der 67-Jährige bis zuletzt gearbeitet und einen neuen Film vorbereitet. Gemäß Lunas letztem Willen solle nun sein Enkel das Filmprojekt zum Abschluss bringen.

Die spanische Tageszeitung "El País" feiert Bigas Luna für seine "ansteckende Vitalität", er habe für die irdischen Genüsse gelebt, und seine Filme seien voll von dieser Liebe zum Leben. Lunas Leinwandgeschichten waren geprägt von Sex, Gewalt und Leidenschaft. Sein internationaler Durchbruch kam im Jahr 1978 mit dem erotischen Werk "Bilbao". Als einer seiner größten Erfolge gilt das Melodram "Jamón, jamón" ("Lust auf Fleisch") von 1992, für das er beim Filmfestival Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde.

In dem Werk spielten die damals noch relativ unbekannten Schauspieler Cruz und Bardem die Hauptrollen. Der Film markierte für sie den Beginn einer internationalen Karriere. Erst 2008 holte Woody Allen die beiden spanischen Darsteller für seinen Film "Vicky Cristina Barcelona" wieder gemeinsam an ein Set. Seit 2010 sind die beiden Hollywood-Stars sogar miteinander verheiratet. Bardem hatte spanischen Medien 2001 gesagt, er verdanke Luna seine gesamte Filmkarriere. Der Regisseur sei der Erste gewesen, der ihm ein Drehbuch zu lesen gegeben habe.

Bigas Luna galt als einer der bedeutendsten Filmemacher der vergangenen Jahrzehnte in Spanien. Für "La teta y la luna" ("Die Titte und der Mond") erhielt er 1994 in Venedig einen Preis für das beste Drehbuch. Der aus Barcelona stammende Regisseur feierte sein Debüt 1976 mit dem Film "Die tätowierte Leiche". Das Werk basierte auf einem Roman des Krimiautoren Manuel Vázquez Montalbán.

Für das spanische Kino bedeutet der Tod des Regisseurs den zweiten großen Verlust innerhalb einer Woche. Am Montag war der Filmemacher Jesús "Jess" Franco gestorben, der mehr als 200 Filme gedreht hatte und als Außenseiter vor allem von einem Fachpublikum geschätzt worden war.

bos/dpa/AFP

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