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Europäischer Filmpreis 2015: "Ewige Jugend" räumt in Berlin ab

Europäischer Filmpreis: Die Ältesten sind die Besten Fotos
Wild Bunch

Klarer Sieger bei der Gala zum Europäischen Filmpreis 2015: Gleich drei Preise gehen an Paolo Sorrentinos Tragikomödie "Ewige Jugend". Der deutsch Echtzeit-Thriller "Victoria" ging leer aus.

Die Tragikomödie "Ewige Jugend" mit Michael Caine und Harvey Keitel ist der große Gewinner beim 28. Europäischen Filmpreis. Der Film des Italieners Paolo Sorrentino wurde am Samstagabend in Berlin von der Europäischen Filmakademie als bester europäischer Film ausgezeichnet. Sorrentino wurde außerdem als bester Regisseur geehrt, Hauptdarsteller Caine als bester Schauspieler. Zudem erhielt der 82-Jährige noch eine Ehrenauszeichnung der Filmakademie.

Der Oscar-Preisträger Sorrentino hatte bereits vor zwei Jahren mit "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" die Trophäe für den besten Spielfilm beim Europäischen Filmpreis geholt. Der diesmal in der Königskategorie ebenfalls nominierte deutsche Echtzeit-Thriller "Victoria" von Sebastian Schipper ging leer aus

Doppelte Ehre wurde hingegen der britisch-französischen Schauspielerin Charlotte Rampling zuteil: Sie wurde nicht nur für ihr Lebenswerk, sondern auch als beste Schauspielerin für ihre Rolle in dem Ehedrama "45 Years" geehrt. In der Kategorie beste Schauspielerin war auch Laia Costa für ihre Darstellung in "Victoria" nominiert gewesen.

Die schwedische Filmsatire "Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach" wurde als beste europäische Komödie ausgewählt. Regisseur Roy Andersson nahm den Preis für seinen komplett in Kulissen gedrehten, philosophisch-skurrilen Film über zwei trübselige Scherzartikel-Verkäufer entgegen.

Bester Dokumentarfilm wurde "Amy" des Briten Asif Kapadia über die früh gestorbene Sängerin Amy Winehouse.

Zwei Preise holten die Macher des griechischen Science-Fiction-Films "The Lobster": Die Europäische Filmakademie zeichnete Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou für das beste Drehbuch aus. Auch der Preis für das beste Kostümbild ging an "The Lobster". Das Drama mit dem Iren Colin Farrell in der Hauptrolle spielt in einer Zukunft, in der kein Mensch Single bleiben darf.

Oscar-Preisträger Christoph Waltz, bekannt aus internationalen Produktionen wie "Inglourious Basterds" und "Der Gott des Gemetzels", wurde für seinen "Beitrag zum Weltkino" ausgezeichnet. Der 59-Jährige nahm die Auszeichnung sichtlich überwältigt und mit leicht zitternder Stimme entgegen.

Zu der Gala im Haus der Berliner Festspiele kamen rund 900 Gäste aus der Filmbranche. Der deutsche Comedystar Thomas Hermanns führt durch den Abend. Schauspieler wie Daniel Brühl sowie Regisseur Wim Wenders als Präsident der Europäischen Filmakademie ließen sich auf dem roten Teppich sehen.

Die Preisträger in den wichtigsten Kategorien:

  • Bester Spielfilm: "Ewige Jugend" von Paolo Sorrentino (Italien)
  • Bester Regisseur: Paolo Sorrentino ("Ewige Jugend")
  • Bester Schauspieler: Michael Caine ("Ewige Jugend")
  • Ehrenpreis der Akademie: Michael Caine
  • Beste Schauspielerin: Charlotte Rampling ("45 Years")
  • Lebenswerk: Charlotte Rampling
  • Beste Komödie: "Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach" von Roy Andersson (Schweden)
  • Beitrag zum Weltkino: Christoph Waltz
  • Bestes Drehbuch: Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou ("The Lobster")
  • Bestes Kostümbild: Sarah Blenkinsop ("The Lobster")
  • Bester Dokumentarfilm: "Amy" von Asif Kapadia (Großbritannien)
  • Beste Kamera: Martin Gschlacht ("Ich seh, Ich seh")
  • Bester Schnitt: Jacek Drosio ("Body")
  • Bestes Szenenbild: Sylvie Olivé ("Das brandneue Testament")
  • Beste Filmmusik: Cat's Eyes ("The Duke of Burgundy")
  • Bester Animationsfilm: "Die Melodie des Meeres" von Tomm Moore (Irland)
  • Bestes Sounddesign: Vasco Pimentel, Miguel Martins ("Arabian Nights - Vol. I-III"
  • Bester Europäischer Nachwuchsfilm/Prix Fipresci: "Mustang" von Deniz Gamze Ergüven (Türkei)

sun/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Eine Taube...
alexanderschleissinger 13.12.2015
...sitzt auf einem Zweig ist ein wunderbares Filngeschenk an alle, die es schwarzhumorig, skurril und "klein" mögen... Ich habe mich köstlich amüsiert und viele Gedankenimpulse mit nach Hause genommen. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung.
2.
gordao 13.12.2015
Jede Szene, jeder Dialog, jede Note der Begleitmusik ist mit einem Hauch von getragener Vergänglichkeit, Verfall, Tod und Tragik belegt. Sepiafarbene Optik setzt die Stimmung des ganzen Films. Die Drehorte, gediegene Luxushotels von vergangener Pracht mit Sanatoriumsatmosphäre. Leider auch mit gediegener Künstlichkeit. Leben als Krankheit, „Der Zauberberg“ und „Der Tod von Venedig“ fallen einem ein. Szenen mit Kindern, Leben, frischem Grün wirken auf diesem Hintergrund als kuriose, vergängliche Ablenkung auf dem Weg zum unausweichlichen Finale. Das Drehbuch hatte sicher nur zehn Seiten, muss aber zehn Tonnen gewogen haben. Das merkt man beim Umblättern. Ein aufgemotzter Blick in den Schuhkarton mit alten, schwarzweißen Familienfotos. Vielleicht ist bei der Synchronisation Wichtiges und Spannenderes auf der Strecke geblieben. "Much Ado About Nothing".
3. Schnarch
boblinger 14.12.2015
Ich komme an Sorrentino nicht ran. Ein 40jähriger, der Filme über Rentner in einem wohlstandssedierten Altersheim-Europa macht. Ein Kontinent wie eine Flasche Asbach-Uralt. Unglaublich banal.
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