Europäischer Filmpreis Almodóvar triumphiert dreifach

Pedro Almodóvars bizarrer Liebesfilm "Sprich mit ihr" hat bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises abgeräumt. Eine Überraschung gab es bei der Wahl zur besten Darstellerin - ganze "8 Frauen" wurden gemeinsam prämiert.


Victoria Abril: Geehrt für ihren Beitrag zum Weltkino.
AP

Victoria Abril: Geehrt für ihren Beitrag zum Weltkino.

Rom – Gleich drei Mal wurde der Spanier Almodóvar ausgezeichnet: Beim der Zeremonie in Rom erhielt er für "Sprich mit ihr" ("Habla Con Ella") die Trophäe für das beste Drehbuch, die beste Regie und vor allem: den besten Film des Jahres. Auch bei den Publikumspreisen gab es einen Doppelerfolg: abermals "beste Regie" und eine Auszeichnung für Javier Camara als bester Schauspieler.

"Rom hat mir schon immer Glück gebracht", erklärte Almodóvar bei der Preisverleihung. Sein Film erzählt die bizarre Liebesgeschichte zweier Paare: Ein kauziger Krankenpfleger veehrt eine Ballett-Tänzerin, die nach einem Unfall ins Koma gefallen ist, ein Journalist liebt eine ebenfalls komatöse Stierkämpferin.

Enttäuschung dagegen bei den deutschen Hoffnungsträgern: Roman Polanskis Film "Der Pianist", in Babelsberg gedreht, war im Vorfeld als Favorit für die Auszeichnung zum Film des Jahres gehandelt worden. Immerhin gewann er den Preis für die beste Kamera. Auch für die Auszeichnung zur Besten Schauspielerin und zur Europäischen Entdeckung 2002 hatten sich deutsche Vertreter Hoffnungen gemacht.

Almodovar: "Rom hat mir schon immer Glück gebracht"
EPA/DPA

Almodovar: "Rom hat mir schon immer Glück gebracht"

Ganze acht Preise sammelte die französische Musikkomödie "8 Frauen“ von Francois Ozon ein – allerdings in einer einzigen Kategorie: Die acht Schauspielerinnen wurden gemeinsam als beste Darstellerinnen geehrt. Cathérine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier und Firmine Richard spielen in "8 Frauen" (8 Femmes) einen Haushalt aus Familienangehörigen und Bediensteten, die auf dem Landsitz des Hausherrn festsitzen. Sie stehen vor der schwierigen Aufgabe, herauszufinden, wer von ihnen den Hausherrn ermordet hat.

Als bester Schauspieler wurde Sergio Castellitto ausgezeichnet - für gleich zwei Rollen in dem deutschen Film "Bella Martha" und in dem italienischen Film "Die Stunde des Glaubens" ("L'Ora di Religione"). Die Spanierin Victoria Abril erhielt die Trophäe für den "Europäischen Beitrag zum Weltkino“. Sie spielte zuletzt einen Engel im spanischen Film "No News from God“ ("Sin noticias de Dios").

Den Wettbewerb um den besten außereuropäischen Film gewann die "Göttliche Intervention“ des Palästinensers Elia Suleiman. Die Geschichte zweier Liebender aus Jerusalem und Ramallah setzte sich gegen eine starke Konkurrenz durch, zu der auch Steven Spielbergs "Minority Report" gehörte.



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