Europäischer Filmpreis Godard boykottiert Preisverleihung

Der Regisseur Jean-Luc Godard wird am Samstag für sein Lebenswerk geehrt - in Abwesenheit. Persönlich kommt er nicht zur Verleihung des Europäischen Filmpreises nach Berlin: "Ich sage gleichzeitig Danke und Nein, Danke".


Hamburg- Für den 76jährigen Regisseur ist es eine Form des Protestes gegen seine Ehrung, nicht zur Verleihung des 20. Europäischen Filmpreises zu kommen. "Wenn jemand sagt, ich habe ein Lebenswerk geschaffen, muss ich das hinnehmen", sagte Godard gegenüber SPIEGEL ONLINE und dem Fernsehsender arte. "Aber es ist meine Art der Kritik, nicht hinzugehen".

In dem Interview sagte Godard, er sei in der Vergangenheit gelegentlich zu Preisverleihungen erschienen, damit "ein wenig über mich geredet wird und ich ein wenig Werbung habe". Manchmal aber, fügte er hinzu, "habe ich mich geschämt, dass ich das gemacht habe".

Zur Auszeichnung für sein Lebenswerk sagte der Regisseur, er habe nicht den Eindruck, eine Karriere gemacht zu haben. Auf Französisch bedeute das Wort auch Steinbruch, "und in diesem Sinne kann ich das akzeptieren".

Die Europäische Filmakademie will Godard morgen in Berlin für sein Lebenswerk auszeichnen. Er habe "als aktiver Filmschaffender, versierter Kenner und Kritiker der Filmkunst" seit über 50 Jahren großen Einfluss auf das europäische Kino genommen. Seit seinem ersten Spielfilm "Außer Atem" (1960), einem Meilenstein der Nouvelle Vague, habe er bis heute nicht aufgehört, "mit Leidenschaft Publikum und Kritiker zu überraschen, herauszufordern, zu erstaunen und zu unterhalten".

esp



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.