Europäischer Filmpreis "La Grande Bellezza" räumt in vier Kategorien ab

Der Hauptpreis - und Auszeichnungen in drei weiteren Kategorien: Das italienische Drama "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" ist der große Gewinner beim europäischen Filmpreis in Berlin. Der deutsche Film "Oh Boy" erzielte einen Achtungserfolg.


Berlin - Das italienische Gesellschaftsdrama "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" ist der große Gewinner des 26. Europäischen Filmpreises. Regisseur Paolo Sorrentino wurde am Samstagabend in Berlin mit dem Hauptpreis für den besten Film geehrt. Außerdem gingen drei weitere Auszeichnungen an das bildgewaltige Werk: für die Regie, den Schnitt und an Hauptdarsteller Toni Servillo. Die deutsche Tragikomödie "Oh Boy" gewann die Trophäe als bestes Debüt. Im vergangenen Jahr hatte Michael Hanekes Drama "Liebe" den Hauptpreis gewonnen.

Zur Verleihung der "europäischen Oscars" haben sich am Samstagabend in Berlin Stars wie Tom Schilling, Ulrich Matthes, Wim Wenders, Martina Gedeck und Pedro Almodóvar versammelt.

"La Grande Bellezza - Die große Schönheit" erzählt von einem Lebemann in Rom, der mit Mitte 60 sein ausschweifendes Leben Revue passieren und sich durch Italiens Hauptstadt treiben lässt. Laut SPIEGEL-ONLINE-Kritik setzt das Werk einem alternden Flaneur und der ewigen Stadt Rom ein eher dürftiges Denkmal - es sei eigentlich großer Mist, aber wunderschön anzusehen.

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Europäischer Filmpreis: Schönheit, Charme und Melancholie
Schauspieler Servillo setzte sich mit seinem Preis gegen Mitkonkurrenten wie den Deutschen Tom Schilling durch, der für "Oh Boy" im Rennen gewesen war. Dieser in Schwarzweiß gedrehte Film von Jan Ole Gerster hatte in vier Kategorien Chancen auf eine Trophäe, musste sich dann aber mit einer Auszeichnung als bester Erstlingsfilm zufriedengeben.

Der Siegeszug von "Oh Boy", der unter anderem den Deutschen Filmpreis gewann, setzte sich damit auf europäischer Ebene nicht fort. Zuletzt hatte im Jahr 2006 mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck ein deutscher Film den europäischen Filmpreis gewonnen.

Auch in der Kategorie beste Schauspielerin hatte eine deutsche Schauspielerin Chancen. Barbara Sukowa konnte sich jedoch mit ihrer Rolle als deutsch-jüdische Philosophin in "Hannah Arendt" nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Gewinnerin wurde die Belgierin Veerle Baetens für ihre Leistung in "The Broken Circle". Sie spielt in dem bewegenden Drama von Felix Van Groeningen eine Mutter, die ihr Kind verliert. Ansonsten ging der mit sechs Nominierung als Favorit gehandelte belgische Film leer aus.

Trophäe für das Lebenswerk von Catherine Deneuve

Der Preis für die beste europäische Komödie ging an Susanne Biers romantische Komödie "Love Is All You Need" aus Dänemark. In dem turbulenten Werk spielt Pierce Brosnan eine der Hauptrollen. Die französische Komödie "Portugal, mon amour" um ein in Paris lebendes portugiesisches Paar gewann den Publikumspreis für den besten europäischen Film. Für das beste Drehbuch wurde François Ozon für den Thriller "In ihrem Haus" ausgezeichnet.

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar ("Alles über meine Mutter") wurde für seinen Beitrag zum Weltkino mit einem Sonderpreis geehrt. Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve bekam eine Trophäe für ihr Lebenswerk.

sun/dpa

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