Box Office: Ein Schüler rückt Stallone auf die Pelle

Top-Ergebnis für "ParaNorman" in den USA. Dort schafft es der Gruselspaß auf Platz drei der Charts. An der Spitze halten sich die Action-Oldies von "The Expendables 2". In Deutschland verteidigt "Ted" den ersten Platz. Einem großen Rekord nähert sich aber ein anderer Film.

Keine Angst vor niemanden: In den USA entwickelt sich "ParaNorman" zum Kinohit Zur Großansicht
Universal Pictures

Keine Angst vor niemanden: In den USA entwickelt sich "ParaNorman" zum Kinohit

USA

1. Gewinner der Woche

Noch immer halten sich die aufgepumpten Action-Helden aus "The Expendables 2" an der Spitze der nordamerikanischen Kinocharts (Einspielergebnis: 13,5 Millionen Dollar). Doch Konkurrenz naht in Form eines kleinen Jungen mit tiefen Augenringen: "ParaNorman", der Stop-Motion-Gruselspaß vom Laika-Studio, schafft es in seiner zweiten Woche auf Platz drei. Er erbrachte 8,5 Millionen Dollar. Damit rückt die Geschichte um den hellsichtigen Schüler Norman, der seine Heimatstadt vor einem Jahrhunderte alten Fluch retten muss, dem Actionfilm "The Bourne Legacy" mächtig auf die Pelle. Der vierte Teil des "Bourne"-Franchise mit dem neuen Hauptdarsteller Jeremy Renner erspielte nur noch 9,3 Millionen Dollar (vergangene Woche: 17 Millionen).

Laut Branchendienst "Box Office Mojo" markiert das vergangene Wochenende einen neuen Tiefpunkt bei den Einnahmen des Kinojahres 2012. Die zwölf erfolgreichsten Filme erbrachten zusammen nur 83,4 Millionen Dollar. Im Vergleich zum bisher schlechtesten Wochenende, dem 3. bis 5. Februar, bedeutet das ein Minus von elf Prozent.

2. Verlierer der Woche

Ernüchternder Einstand für Joseph Gordon-Levitt: Der Star aus "The Dark Knight Rises" (aktuell auf Platz fünf) und "Inception" spielt in dem Fahrrad-Kurier-Reißer "Premium Rush" zum ersten Mal die Hauptrolle in einem Actionfilm. Mit 6,3 Millionen Dollar bzw. Platz sieben in den Kinocharts hätte seine Premiere deutlich rasanter ausfallen können.

Auch die Action-Komödie "Hit & Run" von und mit Dax Shepard startet nicht wirklich durch. Der kriminalistische Roadtrip eines Paares, das eigentlich in einem Zeugenschutzprogramm steckt, stieg mit einem Einspielergebnis von 4,7 Millionen Dollar nur auf Platz zehn ein.

3. Zahl der Woche

Bis auf Platz fünf der Kinocharts schaffte es vorrübergehend die Anti-Obama-Doku "2016 Obama's America". Der Film, der ein düsteres Bild der USA zeichnet, die weitere vier Jahre von Barack Obama regiert werden, war in dieser Woche landesweit angelaufen, nachdem er seit sieben Wochen nur in ausgewählten Kinos gezeigt worden war, und hatte am Freitag bis in die Top 5 aufgeholt. Übers Wochenende konnte sich die Doku dort aber nicht durchsetzen und landete letztendlich mit 6,2 Millionen Dollar auf Rang acht.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Hierzulande herrschte keine Kino-Unlust: Rund 260.000 Besucher konnte der erneute Spitzenreiter "Ted" nach Angaben von "Blickpunkt: Film" locken. Damit könnte die Komödie um den anzüglichen Teddybären demnächst die Drei-Millionen-Zuschauer-Marke knacken. Das Remake des Action-Klassikers "Total Recall" enttäuschte zwar die Kritiker, 210.000 Zuschauer wollten sich aber ein eigenes Bild davon machen, wie Colin Farrell in die Fußstapfen von Arnold Schwarzenegger tritt. Erste Woche - und Platz zwei der deutschen Kinocharts.

Die Top 3 rundet Ridley Scotts düsteres "Alien"-Prequel "Prometheus" ab. Mit 115.000 Zuschauern fand er zwar weniger zahlende Gäste als "Merida". Durch teurere Kinokarten wegen 3D und Überlänge brachte er aber mehr Umsatz als das Pixar-Märchen über eine schottische Prinzessin. "Ice Age 4" konnte in seiner achten Kinowoche 135.000 Besucher anziehen. Damit ist der Animationsfilm nach "Ziemlich beste Freunde" der zweite Film in diesem Jahr, der es auf mehr als sechs Millionen Zuschauer bringt.

2. Verlierer der Woche

In den USA Top, in Deutschland Flop: "ParaNorman" wollten hierzulande nur knapp 30.000 Kinogänger sehen. Damit reichte es für einen unansehnlichen Platz zwölf. Zweitbester Neueinsteiger nach "Total Recall" wurde die Liebeskomödie "Frisch gepresst" mit "Doctor's Diary"-Star Diana Amft. 70.000 Besucher sind indes kein Traumstart.

Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Steven Soderberghs Sozialkomödie "Magic Mike" gilt in den USA als erfolgreichster Tanzfilm aller Zeiten - noch vor den Kassenknüllern "Black Swan", "Saturday Night Fever" und "Flashdance". In Deutschland trifft die Stripper-Truppe um Channing Tatum in der Titelrolle bislang auf wenig Gegenliebe. Hier rutschte der Film von Platz sechs auf sieben.

hpi/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Kennt jemand die Gründe...
Desobediencia_Civil 27.08.2012
...warum die Zahl der Kinobesucher in den USA so viel größer ist als in Deutschland? Mit den reinen Einwohnerzahlen dürfte das nichts zu tun haben. Selbst eine hypotetihsche Angleichung lässt die Unterschiede kaum schrumpfen.
2.
ganta 27.08.2012
Zitat von Desobediencia_Civil...warum die Zahl der Kinobesucher in den USA so viel größer ist als in Deutschland? Mit den reinen Einwohnerzahlen dürfte das nichts zu tun haben. Selbst eine hypotetihsche Angleichung lässt die Unterschiede kaum schrumpfen.
Weil sich viele Pseudointellektuelle zu fein sind mal in einen Popcorn-Hollywood-Mainstream Film zu gehen. Zumindest ist das meine Vermutung xD Ansonsten vielleicht, weils im Ausland billiger ist? Ich mein was kostet mittlerweile so ne Kinokarte? Ich hab nur die 3D-Logenplätze im Kopf und die Kosten bei uns hier im Cinemaxx ca. 13€ ^^
3. Alternativ:
831nl4u51 27.08.2012
Zitat von gantaWeil sich viele Pseudointellektuelle zu fein sind mal in einen Popcorn-Hollywood-Mainstream Film zu gehen. Zumindest ist das meine Vermutung xD Ansonsten vielleicht, weils im Ausland billiger ist? Ich mein was kostet mittlerweile so ne Kinokarte? Ich hab nur die 3D-Logenplätze im Kopf und die Kosten bei uns hier im Cinemaxx ca. 13€ ^^
Zu teuer für schlecht synchronisierte Massenware bzw. oft grausige deutsche Filme. "pseudointellektuell" bzw. "zu fein" sind keine Voraussetzung, um kein Geld für "Battleship" zu bezahlen. Da profitiert Hollywood in den USA eher von Idiocracy. Dem Phänomen aus dem Film, nicht dem Streifen selbst.
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