Box Office Göhte war gut

Aufgestiegen in den Olymp der deutschen Komödien: Bora Dagtekins "Fack ju Göhte" entwickelt sich zum Riesenerfolg an den Kinokassen. In den USA kann "Thor - The Dark Kingdom" seinen Spitzenplatz in den Kinocharts verteidigen.

Ärger mit der 10b: Elyas M'Barek als Aushilfslehrer im Kinohit "Fack ju Göhte"
Constantin

Ärger mit der 10b: Elyas M'Barek als Aushilfslehrer im Kinohit "Fack ju Göhte"


USA

1. Gewinner der Woche

Es sind einmal mehr Fortsetzungen, die die US-amerikanischen Kinocharts prägen. Dass der Marvel-Hit "Thor - The Dark Kingdom" auch an seinem zweiten Kinowochenende ganz vorne landen würde, das war zu erwarten. Zusätzliche 38,5 Millionen Dollar bringen die Zehntagesbilanz nun auf 147 Millionen - der erste "Thor" mit Chris Hemsworth hatte es nach Angaben von "Blickpunkt:Film" auf 180,8 Millionen Dollar gebracht.

Doch die wirkliche Überraschung des Wochenendes war, dass es ganz schön knapp wurde an Platz eins für den nordischen Donnerer: Mit 30,6 Millionen Dollar kam "The Best Man Holiday" dem "Thor 2" recht nah. Auch "The Best Man Holiday" ist ein Sequel, aber der erste Teil ist schon 14 Jahre her! Seither lief die Komödie oft im US-Fernsehen und entwickelte sich zu einer Art Klassiker in den afroamerikanischen Milieus. 87 Prozent des Publikums von "Best Man Holiday" kam aus dieser Bevölkerungsgruppe, ergaben Marktforschungen der Verleihfirma Universal - und in Befragungen am Kinoausgang äußerten sie sich begeistert über den Film und vergaben die seltene Note A+.

2. Verlierer der Woche

Oft werden in den USA Filme als Testlauf erst einmal in nur wenigen Kinos gezeigt, um einzuschätzen, wie groß das Publikumsinteresse wohl ist. Für Shia LaBoeuf und das Kriminaldrama "Charlie Countryman", in dem er die Hauptrolle spielt, ging dieser Test ziemlich verheerend aus: 8600 Dollar spielte der Film ein in den 15 Kinos, die ihn zeigten. Was nach Rechnungen des "Rolling Stone" ergab, dass nur 23 Zuschauer je Kinosaal pro Tag in die Vorstellungen fanden.

3. Zahl der Woche

140.000 Dollar in fünf Kinos: Viel besser lief der Testlauf für "Nebraska" von Alexander Payne ("The Descendants", "Sideways"). Das Vater-Sohn-Drama, für das Bruce Dern bei den Filmfestspielen in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde, spielte rund 35.000 Dollar pro Leinwand ein an seinem ersten Wochenende - es ist damit zu rechnen, dass "Nebraska" bald in sehr viel mehr Kinos zu sehen sein wird.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Dass ein Film an seinem zweiten Wochenende in den Kinos mehr Zuschauer findet als zum Neustart, das kommt selten genug vor. Erst recht gilt das, wenn der Film schon so stark gestartet ist wie die deutsche Nummer eins, "Fack ju Göhte". Doch der in 653 Kinos laufende Film von Bora Dagtekin entwickelt sich zum echten Kassenhit und wurde seit Donnerstag noch einmal von 971.000 Zuschauern gesehen.

Damit ist die Schulkomödie mit Elyas M'Barek in der Hauptrolle der deutsche Film mit der drittgrößten Zuschauerzahl an einem zweiten Wochenende überhaupt, wie "Blickpunkt:Film" herausgefunden hat. Nur "7 Zwerge - Männer allein im Wald" mit Otto Waalkes (1,3 Millionen Besucher) und "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" mit "Bully" Herbig (1,2 Millionen Besucher) hatten zu diesem Zeitpunkt mehr Zuschauer als der zweite Kinofilm des "Türkisch für Anfänger"-Regisseurs Dagtekin.

Bester Neustart der Woche war "Captain Phillips". Den Thriller nach realem Vorbild mit Tom Hanks in der Hauptrolle wollten 122.000 Zuschauer sehen - Platz vier in der Zuschauerrangliste.

2. Verlierer der Woche

Wer hätte sich das in den Achtzigern träumen lassen, dass ein Gipfeltreffen der Action-Helden Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger es nur auf Platz sieben der deutschen Kinocharts bringen würde? Doch genau so ist es für die beiden gekommen mit dem Ausbruchsfilm "Escape Plan", den nur 79.000 Zuschauer sehen wollten.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Zwei Filme am Rande des Mainstreams, zwei Filme über Sexualität, zwei Filme, die die Top Ten der deutschen Charts verpasst haben: Joseph Gordon-Levitts Regiedebüt "Don Jon" (Platz elf) und François Ozons Prostitutionsdrama "Jung & schön" (Platz 19) wagen viel und hätten einen zweiten Blick verdient.

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