Film-Frust Immer mehr "Borat"-Darsteller wehren sich

Erst zwei Studenten, jetzt ein Fahrlehrer, ein Autohändler und die Besitzer einer Pension: Immer mehr "Borat"-Darsteller wehren sich gegen die Satire über den alltäglichen Rassismus und Sexismus in Amerika. Ihr Vorwurf: Sie seien unter falschem Vorwand überredet worden, mitzuwirken.


New York – Offenbar sprechen die klagenden Studenten vielen der mehr oder minder freiwilligen Darsteller in dem Film "Borat" aus der Seele: Jetzt haben sich auch ein Fahrlehrer, ein Autohändler sowie die jüdischen Besitzer einer Pension gemeldet, weil sie sich von dem britischen Komödianten Sacha Baron Cohen hintergangen fühlen, berichtet der Sender ABC.

Die Studenten aus South Carolina beschweren sich in ihrer Klage vor einem Gericht in Los Angeles, dass Cohen sie betrunken gemacht habe, damit sie die Einverständniserklärung unterschreiben. Im Film "Borat" schauen sie sich ein Sexvideo von Pamela Anderson an und klopfen frauenfeindliche und rassistische Sprüche. Ihnen sei versichert worden, dass der Film nicht in den USA gezeigt werde, lautet ein weiterer Vorwurf.

In dem Film ermutigt der fiktive Reporter "Borat" reale Menschen zu rassistischen, antisemitischen und frauenfeindlichen Äußerung.

Einige unfreiwilligen Mitspieler demaskieren sich mit ihren Antworten auf Borats insinuierende Fragen - oder mit geschickt provozierten Statements selbst. Bei einem Rodeo etwa spricht Borat alias Cohen mit einem Mann, der ganz unumwunden erklärt, dass man Schwule auch in den USA einsperren sollte.

Die Skandale um den Film scheinen das Geschäft um den Film aber nur weiter anzukurbeln: In den USA spielte die Satire-Doku am vergangenen Wochenende 29 Millionen Dollar ein - mehr als am Startwochenende, das 26,4 Millionen einbrachte.

amg/dpa



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