Filmfest Hamburg Kritiker ehren dänisches Drama

Sieben Auszeichnungen vergibt das Filmfest Hamburg zum Abschluss des Festivals: Der erstmals vergebene Preis der Hamburger Filmjournalisten geht an das Drama "Brothers" der dänischen Regisseurin Susanne Bier, der traditionelle Douglas-Sirk-Preis wurde an François Ozon verliehen.


Gewinner-Film "Brothers" (mit Nikolaj Lie Kaas, Ulrich Thomsen, r.): Zwei Brüder im Krieg

Gewinner-Film "Brothers" (mit Nikolaj Lie Kaas, Ulrich Thomsen, r.): Zwei Brüder im Krieg

Hamburg - Zufriedene Gesichter beim Filmfest Hamburg: Bereits vor dem Abschluss am Donnerstagabend hat das Festival in der Hansestadt ebenso viele Zuschauer wie im vergangenen Jahr gelockt. "Insgesamt werden wir wohl die 28.000 Zuschauer vom vergangenen Jahr um drei- bis viertausend übertreffen. Darüber sind wir sehr, sehr glücklich", sagte Filmfest-Chef Albert Wiederspiel.

Als besondere Publikumsmagneten hätten sich die Reihen "Türkiye Deluxe" sowie Produktionen aus Südamerika im Programm "Vitrina" erwiesen. Insgesamt hatte die zwölfte Festival-Auflage mehr als 130 Filme aus 39 Ländern gezeigt.

Die Gewinner des letzten Filmfest-Abends standen bereits zuvor fest: Der Preis der Hamburger Filmkritik, der zum ersten Mal von Filmjournalisten vergeben wurde, geht an das dänische Werk "Brothers" von Regisseurin Susanne Bier. Das Drama erzählt die Geschichte zweier unterschiedlicher Brüder: Michael (Ulrich Thomsen) ist Berufsoldat, verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt eine gesicherte, bürgerliche Existenz, sein jüngerer Bruder (Nikolaj Lie Kaas) ist ein Taugenichts, der ständig mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Als Michael von einem UN-Einsatz in Afghanistan traumatisiert zurückkehrt, verändert sich die Balance zwischen den Brüdern dramatisch. Susanne Bier, 44, gehört zu den profiliertesten Regisseurinnen Dänemarks. 2002 feierte sie einen internationalen Achtungserfolg mit dem Beziehungsdrama "Open Hearts".

Der von der Wirtschaftsbehörde mit 30.000 Euro dotierte TV-Produzentenpreis geht an die Produktionsfirma Network Movie für den Spielfilm "Mord am Meer" mit Heino Ferch (Regie: Matti Geschonneck).

Für ihre Regiearbeit bei "En Garde", der bereits beim Festival in Locarno ausgezeichnet wurde, ehrt die Otto-Sprenger-Stiftung die Hamburger Regisseurin Ayse Polat. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird die Hamburger Filmproduktion Wüste Film von Stiftung mit einem Sonderpreis in gleicher Höhe bedacht. Die Vergabe der Preise erfolgt am Donnerstagabend. Als Abschlussfilm haben die Festivalmacher den französischen Streifen "Brodeuses" von Eléonore Faucher ausgesucht.

Der Publikumspreis des "Hamburger Abendblatts" geht an den finnischen Film "Doag Nail Clipper" von Makku Pölönen. Den "Michel" für den besten Kinderfilm verleiht Universal Pictures Germany an die spanische Produktion "Station 4". Eine Kinderjury hatte de Film aus insgesamt sieben Beiträgen ausgewählt. Der "Michel" ist mit 2500 Euro dotiert.

Zu den prominenten Gästen des Festivals an der Elbe gehörten der diesjährige Douglas-Sirk-Preisträger François Ozon aus Frankreich, der seinen neuen Film "5x2" vorstellte, sowie Schauspielerin und Laudatorin Hanna Schygulla. Regisseur Wim Wenders feierte in der Hansestadt die Deutschlandpremiere seines Werks "Land of Plenty" und Katja von Garnier ("Bandits") präsentierte ihre Produktion "Iron Jawed Angels".



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